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  • Berlin: Corona-Impfstoff von Moderna zurückgehalten - möglicherweise Qualitätsmängel durch Kühlprobleme

Qualitätsmängel nach Kühlproblemen? Berlin und Brandenburg halten Moderna-Impfstoff zurück

  • Eine Lieferung des Moderna-Impfstoffs für Berlin und Brandenburg soll nicht fachgerecht geliefert worden sein.
  • Nach Angaben der Gesundheitsministerien müsse die Ladung nun geprüft werden.
  • Für Brandenburg gab es bereits Entwarnung – die Ladung sei in Ordnung.
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Potsdam. Die ersten 2400 Dosen des Corona-Impfstoffs der US-Firma Moderna sind in Brandenburg eingetroffen, können aber nach Angaben der Landesregierung noch nicht verwendet werden. „Während des Transportes in Verantwortung des Bundes vom bundesweiten Zentraldepot in Quakenbrück zur zentralen Anlaufstelle in Brandenburg könnte es zu Problemen bei der Kühlung gekommen sein“, teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Gabriel Hesse, am Mittwoch auf Anfrage mit. „Das müssen wir jetzt prüfen. Erst wenn absolut sicher festgestellt ist, dass bei diesem Transport keine Fehler passiert sind, werden wir den Impfstoff verwenden.“

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Der Impfstoff von Biontech und Pfizer wird in Brandenburg bereits für Schutzimpfungen verwendet, die seit Ende Dezember laufen. Zunächst sind Bewohner und Personal von Pflegeheimen, medizinisches Personal und über 80-Jährige an der Reihe. Brandenburg liegt bei den Impfungen pro 1000 Einwohner im bundesweiten Vergleich nach Sachsen und Thüringen auf dem drittletzten Platz.

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Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hatte darauf verwiesen, dass die die Kapazitäten Schritt für Schritt ausgebaut werden, aber vom Impfstoff abhängen. Sie wird am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtags erwartet, um die Abgeordneten über die Lage zu informieren.

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Kühlprobleme bei Moderna-Impfstoff auch in Berlin

Auch in Berlin kam es zu Problemen. Die Hauptstadt will die erstmals gelieferten Impfdosen des Herstellers Moderna wegen Verdachts auf Qualitätsmängel zunächst zurückhalten. Es gebe Zweifel, ob der Transport und die Kühlung des Impfstoffs vor der Übernahme durch das Land Berlin sachgemäß erfolgt sei, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwoch mit. Transporteur und Hersteller seien aufgefordert worden, für Aufklärung zu sorgen.

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Am Dienstag waren 2400 Impfdosen des Herstellers Moderna in Berlin eingetroffen. Wie vorgesehen, soll dennoch das zweite Berliner Corona-Impfzentrum im Erika-Heß-Stadion am Donnerstag eröffnet werden. Es werde nun zunächst mit dem Biontech-Impfstoff beliefert, hieß es.

Die Lieferung für Berlin und Brandenburg wurde aus Quakenbrück gemeinsam in Kühllastern geliefert. Nach Informationen des „Tagesspiegel“ soll der Impfstoff nicht in Kühlboxen, sondern in einfachen Kartons verpackt gewesen sein. Bislang ist unklar, ob Hersteller Moderna oder der Transporteur verantwortlich sind.

Bundeswehr verteilt Impfstoffe

Der erste in Deutschland eingetroffene Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna ist am Dienstag über eine Bundeswehrkaserne im niedersächsischen Quakenbrück an alle Bundesländer verteilt worden. Das dortige Versorgungs- und Instandsetzungszentrum Sanitätsmaterial in der Artland-Kaserne ist nach Angaben der Landesregierung das zentrale Impfstofflager. Es hat den Status einer Bundeswehrapotheke.

Alle Corona-Impfdosen für Deutschland werden zunächst dorthin gebracht. Von dort geht der Impfstoff dann zu den Verteilzentren der Bundesländer und danach zu den Impfzentren, wie die Vize-Chefin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, erklärte.

Ein Sprecher der Bundeswehr sagte gegenüber dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND), dass es von „Lieferung zu Lieferung unterschiedliche Logistikunternehmen gibt“. Wer im einzelnen für die Lieferungen nach Brandenburg und Berlin verantwortlich ist, entziehe sich der Kenntnisse der Bundeswehr.

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Entwarnung für Brandenburg

Am Mittwoch meldete die „Märkische Allgemeine Zeitung“ (MAZ), dass Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) Entwarnung gibt. Die Kühlkette sei in Ordnung und der Impfstoff könne verwendet werden. Ob das auch für die Impfstoffe in Berlin gilt, ist noch unklar. Das Logistikunternehmen Hellmann sagte gegenüber dem RND, dass man in Kontakt mit der Bundeswehr stehen und in Kürze weitere Informationen zur Lieferung hätte.

RND/dpa

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