Darum ist Barfußlaufen so gesund

  • Barfußlaufen erfreut sich immer größerer Beliebtheit.
  • Es stärkt die Fußmuskulatur und das Immunsystem und sorgt für eine bessere Haltung.
  • Als Anfänger sollte man jedoch vorsichtig sein.
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Noch laufen die meisten Menschen in Schuhen durchs Leben. Doch Barfußgehen wird immer beliebter: Es soll die Muskulatur und das Immunsystem stärken und für eine aufrechtere Haltung sorgen. Wer den neuen Trend ausprobieren will, sollte im Vorfeld einige Punkte beachten.

Wissenschaftlich bewiesen: Wer barfuß läuft, schont seine Gelenke

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Kaum zu glauben, aber von dem amerikanischen Forscher Daniel Liebermann wissenschaftlich bewiesen: Das Joggen und Gehen in Laufschuhen belastet die Gelenke deutlich stärker als das Laufen ohne Schuhe. Die gepolsterten Schuhe und der erhöhte Absatz führen zu einem Laufstil, bei dem der Läufer nicht auf dem Vor- und Mittelfuß aufkommt, sondern auf der Ferse.

Eine weitere Studie unterstützte Liebermanns Forschung und zeigte, dass das Kniegelenk durch Laufschuhe um 37 Prozent stärker belastet werde als ohne Schuhe. Beim Hüftgelenk soll die Belastung sogar um 54 Prozent höher sein.

Zudem werden viele kleine Fußmuskeln durch das Tragen von Schuhen kaum noch trainiert, was zu Fehlstellungen wie Senk-, Spreiz- oder Knickfüßen führen kann. Auch schränken Schuhe die Bewegungsfreiheit der Zehen enorm ein und schon ein kleiner Absatz führt zu einer Fehlbelastung, die sich auf den ganzen Körper auswirken kann.

Vorteil: Barfußgehen stärkt das Immunsystem

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Das zeigt: Regelmäßig barfuß zu gehen ist nicht nur für die Füße wichtig, sondern hat Vorteile für den ganzen Körper. Es stärkt die Muskulatur, sorgt dafür, dass man sich bewusster fortbewegt und schont die Knie- und Hüftgelenke.

Zudem soll Barfußlaufen das körpereigene Immunsystem stärken. Das Wandern auf feuchtem Untergrund, kalten Böden oder auch Pfützen regt die Abwehrkräfte an und beugt so Infekten vor. Allerdings müssen die kalten und feuchten Füße nach dem Spaziergang wieder trocken und warm gehalten werden – gerade dieser Wechsel fördert die Gesundheit.

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Ein weiterer Vorteil des Barfußlaufens ist der Schutz vor Pilzinfektionen. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass man sich durch das Laufen ohne Schuhe Fuß- oder Nagelpilze einheimst, hilft die gute Belüftung solchen Infektionen vorzubeugen. Es ist gerade das warme und ungelüftete Milieu in festem Schuhwerk, das bei Pilzsporen besonders beliebt ist.

Barfußgehen muss nicht zwingend eine erhöhte Hornhautbildung mit sich ziehen. Gleichwohl ist dies möglich, da Hornhaut durch Reibung entsteht. Häufiger bildet sich diese Schutzschicht jedoch durch zu enge oder schlecht sitzende Schuhe, die übermäßigen Druck auf bestimmte Stellen des Fußes ausüben.

Barfußlaufen muss langsam gelernt werden

Wer zum ersten Mal barfuß laufen will, sollte es langsam angehen. Denn Anfänger werden schnell merken: Das Gehen ohne Schuhe ist nicht nur anstrengend, sondern kann mitunter sogar zu Schmerzen führen.

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Das liegt daran, dass die Füße Zeit brauchen, um sich an die neue Belastung zu gewöhnen. Das jahrelange Laufen in Schuhen reduziert die natürliche Dämpfung. Wer von null auf hundert mit dem Barfußlaufen beginnt, erhöht deshalb sein Verletzungsrisiko an Sehnen, Muskeln und Knochen.

Außerdem werden beim Barfußlaufen teils völlig andere Muskeln beansprucht, was zu Muskelkater führen kann. Dieser sollte aber niemals so stark sein, dass das Gehen in den nächsten Tagen unmöglich erscheint. Auch Blasen und Schwielen an den Füßen sollten nicht auftreten.

Mit kurzen Strecken beginnen

Die komplette Umgewöhnung kann mehrere Monate dauern. Schließlich muss, wer ohne Schuhe oder mit Barfußschuhen gehen will, eine ganz neue Lauftechnik entwickeln. Am besten beginnt man mit kurzen Strecken, die man täglich ausbaut: Ob im Haus, im Garten oder auch mal in der Stadt. Man sollte jede freie Minute nutzen, um seine Füße von den Schuhen zu befreien – einschließlich der Socken. Denn barfuß heißt: nackte Füße.

Das Joggen ohne Schuhe sollte erst dann begonnen werden, wenn die Füße an die neue Bewegung gewöhnt und stabil genug für die Belastung sind.

Vorsicht bei Verletzungen: Barfußlaufen birgt Risiken

So gesund Barfußlaufen auch sein mag, für manche birgt der neue Trend einige Risiken. Menschen, bei denen bereits eine Fußfehlstellung diagnostiziert wurde, sollten nicht einfach barfuß loslaufen. Vorher ist es ratsam, das Vorhaben mit einem Orthopäden abzusprechen. Gleiches gilt für Personen, die unter Arthrose leiden.

Auch Diabetiker müssen vorsichtig sein. Da die Erkrankung die Nervenfasern an den Füßen schädigen kann, kann es passieren, dass die Betroffenen Verletzungen an Füßen und Zehen gar nicht mehr wahrnehmen können.

Deshalb gilt für alle: Wer barfuß laufen möchte, sollte regelmäßig auf den aktuellen Stand seiner Tetanus-Impfung achten.

Barfußschuhe können Sohle schützen

Wer sich nicht impfen lassen möchte oder aus Vorsicht den direkten Kontakt der Fußsohle mit dem Untergrund meiden will, kann auch auf Barfußschuhe zurückgreifen. Diese geben der Sohle den nötigen Schutz, damit keine Verletzungen entstehen können. Ansonsten engen sie die Füße jedoch nicht ein: Vorne ist genug Platz für die Zehen, es gibt keine zusätzliche Polsterung und das natürliche Laufgefühl bleibt ebenfalls erhalten. Deshalb sollten auch Barfußschuhe nicht von heute auf morgen dauerhaft getragen werden.

Barfußpark: Ohne Schuhe über Kies, Sand oder Späne

Wenn der eigene Garten nicht groß genug ist, das Laufen im Haus nicht mehr genügt oder man einfach mal Abwechslung beim Barfußgehen braucht, bietet sich ein Ausflug zu einem Barfußpark an. Dort wird das Gehen ohne Schuhe in einem Parcours trainiert. Auch unterschiedliche Untergründe werden dort angeboten, wie zum Beispiel:

  • grober oder feiner Kies
  • Sand
  • abgerundete Scherben
  • Rindenmulch
  • Sägespäne
  • Tannenzapfen

RND/lvc

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