Australien verzichtet auf Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson

  • Australiens Gesundheitsministerium teilt mit, dass das Land auf den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson verzichten werde.
  • Das Vakzin ähnle dem von Astrazeneca, von dem Australien Millionen Dosen geordert habe.
  • Doch mittlerweile sollen Menschen unter 50 Jahren vorsichtshalber nur noch mit dem Biontech-Vakzin geimpft werden - die Impfkampagne hinkt.
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Canberra. Die australische Regierung hat sich gegen den Kauf des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson entschieden. Das Vakzin ähnle dem Mittel von Astrazeneca, von dem Australien bereits 53,8 Millionen Dosen geordert habe, sagte Gesundheitsminister Greg Hunt am Dienstag. Die Regierung in Canberra hatte zunächst auf den Impfstoff von Astrazeneca gesetzt, der im Land selbst hergestellt wird.

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Vergangene Woche erklärte die australische Regierung dann, Menschen unter 50 solle das Mittel von Biontech und Pfizer gespritzt werden, weil es Bedenken wegen der Gefahr seltener Blutgerinnsel gebe. Die Bestellung für diesen Impfstoff wurde auf 40 Millionen Dosen verdoppelt.

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Ziel war es, alle berechtigten Erwachsenen unter den rund 26 Millionen Australierinnen und Australiern bis Oktober mindestens einmal zu impfen. Bis Montag sind den Angaben zufolge 1,2 Millionen Dosen verabreicht worden. Eigentlich hätten es bis Ende März vier Millionen Dosen sein sollen.

Zwei Fälle in Australien festgestellt

In Australien wurden zwei Fälle seltener Blutgerinnsel festgestellt, die vermutlich mit der Impfung mit Astrazeneca in Verbindung stehen. Ein Patient ist ein 44-jähriger Mann, der am 22. März mit Astrazeneca geimpft worden war. Am Dienstag wurde von Behördenvertretern von einer ebenfalls betroffenen Frau berichtet, die auch in ihren Vierzigern sei.

Weil in Australien seit Anfang März 700.000 Dosen von Astrazeneca verabreicht worden sind, ergibt sich aus den beiden Fällen eine Häufigkeit von Blutgerinnseln von einem in 350.000 Fällen, wie die Aufsichtsbehörde Therapeutic Goods Administration mitteilte. Johnson & Johnson hatte bei der Aufsicht eine vorläufige Zulassung des Impfstoffs beantragt.

RND/AP

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