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  • Astrazeneca: Auch Lauterbach nun für Stopp der Impfungen bei jüngeren Frauen

Lauterbach nun doch für Astrazeneca-Impfstopp – auch andere Experten befürworten den Schritt

  • Charité Impfstoffforscher Leif Erik Sander hatte per Twitter schon am Wochenende gefordert, die Astrazeneca-Impfung bei jüngeren Frauen auszusetzen.
  • SPD-Politiker Karl Lauterbach stimmte dem Mediziner nun nachträglich zu und befürwortet einen generellen Impfstopp bei Jüngeren. Vorher war er noch anderer Meinung gewesen.
  • Auch andere Experten begrüßten den Beschluss.
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Kommt der erneute Stopp der Impfungen mit Astrazeneca wirklich überraschend? Leif Erik Sander, Impfstoffforscher am Berliner Universitätsklinikum Charité, hatte schon am vergangenen Sonntag bei Twitter gefordert, die Astrazeneca-Impfempfehlung für Frauen unter 60 Jahren zu ändern. „Kommunikations- und Imageschaden hin oder her. #SafetyFirst – sonst kann es kein Vertrauen geben“, schrieb Sander in einem weiteren Tweet. Am Dienstag hatte die Charité dann bekannt gegeben, keine weiteren Impfungen bei Mitarbeiterinnen unter 55 Jahren durchzuführen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach stimmte Sander ebenfalls per Twitter nachträglich zu: „Nach Sichtung aller Daten und Argumente schließe ich mich @Sander_Lab an, war zuerst anderer Meinung. Das zugrundeliegende Phänomen, die HIT, ist auch bei Jüngeren häufiger. Ob Frauen viel stärker betroffen ist unklar. Daher macht der Ausschluss <55 Lj wahrscheinlich Sinn“ twitterte Lauterbach.

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Lauterbach änderte Meinung

Beim ersten Impfstopp von Astrazeneca hatte Lauterbach sich noch gegen diesen ausgesprochen. Die nach den Impfungen aufgetretenen Thrombosen seien zwar „mit großer Wahrscheinlichkeit“ auf den Wirkstoff von Astrazeneca zurückzuführen, der Nutzen der Impfung überwiege aber die Risiken hatte Lauterbach damals gesagt.

Auch der Pandemiebeauftragte des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München, Christoph Spinner, befürwortete ein vorläufiges Aussetzen der Astrazeneca-Impfungen für unter 60-Jährige. „Wenn man auf ganz sicher gehen will – und das wollen wir in Deutschland – dann ist das jetzt die richtige Entscheidung“, sagte Spinner am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Nutzen-Risiko-Abwägung bei Jüngeren

Bei jüngeren Menschen müsse eine Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen: Das Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, sei dem Risiko für Hirnvenenthrombose gegenüberzustellen, die bei jüngeren Frauen nach der Impfung vermehrt aufgetreten waren. Mit höherem Alter steige aber wiederum das Risiko schwerer Corona-Erkrankungen erheblich.

Mit ähnlichen Worten hatte Geir Bukholm, Infektionsschutzchef im Norwegischen Gesundheitsamt, den verlängerten Impfstopp von Astrazeneca in Norwegen begründet. Der Astrazeneca-Impfstoff sei „ein guter Impfstoff, um die Risikogruppe gegen Covid-19 zu schützen“ hatte Bukholm erklärt. Es sei aber „wichtig, abzuwägen zwischen dem Nutzen der Impfung und dem Risiko für seltene, aber ernsthafte Nebenwirkungen.“ Anders als Deutschland hatte Norwegen die Impfungen nach ersten Verdachtsfällen auf tödliche Nebenwirkungen nicht wieder aufgenommen.

RND/dpa/ih

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