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Ärztepräsident bezweifelt Sinn von Alltagsmasken – „Vermummungsgebot“

  • Aufregung um eine Äußerung des Präsidenten der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt.
  • Er sei von den Alltagsmasken nicht überzeugt, da es keinen wissenschaftlichen Beweis für deren Nutzen gebe, sagte Reinhardt in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“.
  • Der Ärztechef sprach in dem Zusammenhang von einem „Vermummungsgebot“.
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Hamburg. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, zweifelt am Nutzen von Alltagsmasken bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Er sei von den Alltagsmasken nicht überzeugt, „weil es auch keine tatsächliche wissenschaftliche Evidenz darüber gibt, dass die tatsächlich hilfreich sind“, sagte er in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ vom Mittwochabend (21. Oktober). „Schon gar nicht im Selbstschutz und wahrscheinlich auch nur ganz wenig im Schutz, andere anzustecken.“ Im Zusammenhang mit der Maskenpflicht sprach der Mediziner an einer Stelle von einem „Vermummungsgebot“.

Hinweis: Wir haben diesen Artikel am 23. Oktober aktualisiert.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach bezeichnete das in einem Tweet als „unentschuldbar“ für den „ranghöchsten deutschen Ärztefunktionär“. „Aus meiner Sicht ein Rücktrittsgrund, wenn er das nicht sofort zurücknimmt“, schrieb er.

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Das Robert Koch Institut (RKI) empfiehlt das Tragen von Alltagsmasken in bestimmten Situationen als Baustein, um Risikogruppen zu schützen und die Ausbreitungsgeschwindigkeit zu reduzieren.

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Reinhardt hält nichts von Maskentragen an der frischen Luft

Reinhardt sagte, er glaube, dass man den Mund-Nasen-Schutz tragen könne, wo man den Abstand nicht wahren könne, etwa im öffentlichen Nahverkehr oder in Räumlichkeiten, wo man notwendigerweise eng beieinander sei. Zum Tragen an der frischen Luft sagte er: „Ich glaube, dass das wenig bringen wird.“

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Als der Mediziner an einer Stelle von einem „Vermummungsgebot“ sprach, bezog er dies auf eine Debatte der 70er-Jahre: „Wenn wir in den 70er-Jahren im Rahmen der Anti-Terrorgesetzgebung darüber nachgedacht haben, dass ein Vermummungsverbot ausgesprochen wurde und jetzt haben wir ein Vermummungsgebot – glaube ich, das macht etwas mit einer Gesellschaft.“ Darüber einmal nachzudenken sei sinnvoll und vernünftig, in Bezug auf die Mimik in vielen Alltagssituationen.

Dennoch betonte Reinhardt, er wolle nicht zu einer Galionsfigur der Maskengegner werden, davon distanziere er sich.

An einigen Orten wurde die Maskenpflicht auch auf viel frequentierten öffentlichen Straßen und Plätzen angeordnet, an denen es nicht genug Raum zum Abstandhalten für alle gibt.

RND/dpa

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