AOK-Fehlzeitenreport: Wer sich ungerecht behandelt fühlt, ist öfter krank

  • Wut oder Ärger sind Gefühle, die viele Menschen bei ungerechter Behandlung empfinden.
  • Daraus können psychosomatische Beschwerden wie Kopf- oder Rückenschmerzen resultieren.
  • Eine neue Studie der AOK zeigt: Wie gerecht Mitarbeiter ihre Vorgesetzten wahrnehmen, hat einen Einfluss auf ihre Gesundheit.
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Berlin. Wer sich vom Chef ungerecht behandelt fühlt, fehlt häufiger wegen Krankheit im Job. So sind Arbeitnehmer, die ihren Vorgesetzten die besten Noten für Fairness geben, laut einer neuen Studie im Schnitt an 12,7 Tagen pro Jahr offiziell arbeitsunfähig. Wer den Chef als eher ungerecht wahrnimmt, fehlt im Schnitt an 15 Tagen, wie der AOK-Fehlzeiten-Report 2020 zeigt. Dafür wurden 2500 Arbeitnehmer im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt.

Fast jeder vierte Beschäftigte, der sich vom Chef ungerecht behandelt fühlt, berichtet über Wut oder Ärger. Die Folgen bei jeweils rund jedem Fünften: Lustlosigkeit, Erschöpfung - aber auch Schlafstörungen. Körperliche Beschwerden wie Rücken- und Gelenkschmerzen weisen nach eigenen Angaben 25,8 Prozent der Betroffenen auf, Kopfschmerzen 10,2 Prozent.

Psychosomatische Symptome durch ungerechte Chefs

Unterm Strich berichten 13 Prozent der Beschäftigten, die ihren Chef als ungerecht empfinden, dass sie Beschwerden haben. Von denen, die ihre Führungskraft fair finden, sind es nur 3,4 Prozent. „Gefühlte Ungerechtigkeit bringt dabei insbesondere emotionale Irritationen und psychosomatische Beschwerden mit sich“, sagt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO und Mitherausgeber des Fehlzeiten-Reports 2020.

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Fast jedem zweiten Beschäftigten fehlt es im Betrieb an gerechten Konfliktlösungen. Wertschätzung im Job vermissen zwei von fünf Befragten. Rund ein Drittel bemängelt, ihre Firma stehe nicht hinter dem Personal.

Anerkennung und eine faire Streitkultur

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Die Studie zeigt auch: Geld ist nicht alles. Wenn Vorgesetzte den Mitarbeitern das Gefühl geben, fair behandelt zu werden, fühlen sich diese im Schnitt deutlich häufiger gut im Unternehmen aufgehoben und der Firma verbunden. Sie würden sie als Arbeitgeber auch weiterempfehlen.

„Fairen Betrieben gelingt es eher, hoch qualifizierte selbstständig arbeitende, zufriedene und gesunde Beschäftigte auch dauerhaft an das Unternehmen zu binden“, unterstreicht Schröder. Was für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Job also vor allem zähle, seien Anerkennung, Vertrauen und eine faire Streitkultur.

RND/dpa/saf

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