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  • Anthony Fauci: US-Immunologe appelliert an Menschen, sich gegen Corona impfen zu lassen

„Es wird schlimmer werden“: US-Spitzenimmunologe Fauci appelliert an Ungeimpfte

  • Auch in den USA bewirkt die Ausbreitung der Delta-Variante höhere Infektionszahlen.
  • Laut dem obersten US-Pandemieexperten, Anthony Fauci, ist das erst der Beginn der vierten Welle.
  • Einen Grund für den raschen Anstieg der Infektionen sieht er auch in der rückläufigen Impfbereitschaft.
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Washington. Der US-Spitzenimmunologe Anthony Fauci hat vor neuen Problemen in der Coronavirus-Pandemie gewarnt. Er erwarte zwar keine weiteren Lockdowns, sagte Fauci am Sonntag dem Fernsehsender ABC, rechne für die Zukunft aber mit einigem Schmerz und Leid, weil viele seiner Landsleute noch immer nicht geimpft seien. Ungeimpfte beeinträchtigten andere, weil sie das Virus übertrügen und ausbreiteten.

Angesichts der sich auch in den USA ausbreitenden Delta-Variante prophezeit Fauci eine angespannte Infektionslage: „Es wird schlimmer werden.“ Gründe für einen Lockdown, wie ihn das Land zuletzt im Winter erlebte, sieht der Immunologe allerdings nicht. Es sei ein ausreichend großer Anteil an Menschen geimpft, um „nicht in eine Situation wie im vergangenen Winter zu kommen”.

Fauci zu Corona-Lage: „Wir sehen Ausbruch unter Ungeimpften“

Fauci trat außerdem dem Argument entgegen, dass ein Ja oder Nein zur Impfung eine reine Einzelentscheidung sei. Wer sich nicht impfen lasse, verletze die Rechte anderer, besonders derjenigen, die für das Virus anfällig seien. Wer Mitmenschen gefährde, greife in deren Rechte ein. Der Spitzenimmunologe betonte in dem Zusammenhang, dass es in den USA 100 Millionen Impfberechtigte gebe, die sich nicht gegen das Coronavirus immunisieren ließen: „Wir sehen einen Ausbruch unter den Ungeimpften“, stellte Fauci fest.

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Ausgelöst durch die Verbreitung der besonders infektiösen Delta-Variante steigen die Infiziertenzahlen in den USA derzeit wieder stärker an: Lag die durchschnittliche Zahl der Neuinfektionen aus den vergangenen sieben Tagen Anfang Juli noch bei etwa 10.000 pro Tag, sind es laut Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC inzwischen mehr als 70.000.

Die Zahl der Corona-Impfungen in den USA ist eingebrochen

Der Behörde zufolge sind etwa 50 Prozent der gesamten US-Bevölkerung vollständig geimpft, fast 58 Prozent haben mindestens eine erste schützende Spritze erhalten. Bei den Erwachsenen über 18 Jahren liegt der Anteil der Erstgeimpften bei 70 Prozent – dieses Ziel wollte US-Präsident Joe Biden seiner Ankündigung zu Beginn des Jahres zufolge bereits zum Nationalfeiertag, dem 4. Juli, erreicht haben.

Doch die steigende Impfmüdigkeit in der Bevölkerung verzögert die Immunisierungskampagne. Auf ihrem Höhepunkt im April dieses Jahres wurden laut CDC-Daten täglich zwischen drei und vier Millionen Menschen geimpft. Mittlerweile liegt der Durchschnittswert der Impfungen der letzten sieben Tage bei etwa 650.000 Dosen. Zuletzt gab es allerdings wieder einen leichten Anstieg der Impfzahlen zu verzeichnen.

RND/AP/jo

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