Allergiker aufgepasst: Die Pollensaison beginnt immer früher

  • Wegen milderer Temperaturen als sonst keimen Pflanzen inzwischen früher.
  • Die Folge: Bestimmte Pollen sind schon im Winter unterwegs.
  • Apps können Betroffenen durch die Pollensaison helfen.
Talisa Moser
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Tränende und juckende Augen, Schnupfen und Atemprobleme: Für Allergiker ist die Pollensaison eine Qual. Umso unangenehmer, dass die Flugzeit nun immer früher im Jahr beginnt. Ist der Klimawandel daran Schuld?

Mehr als 15 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden laut des Deutschen Wetterdiensts an einer Pollenallergie und es könnten immer mehr werden. Betroffene leiden unter Symptomen wie Schnupfen, Bindehautentzündungen, juckenden und tränenden Augen und in besonders schweren Fällen sogar Asthma.

Milde Temperaturen fördern den Pollenflug

Schon ab Januar müssen sich Allergiker inzwischen auf die ersten Pollen einstellen. Denn im Vergleich zu den Vorjahren ist es zum Jahresanfang deutlich wärmer. Der Klimawandel und die dadurch steigende Temperatur um bis zu ein Grad hat starke Auswirkungen auf die Blühzeit und die Menge an Pollen, so Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund.

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Und das schon länger. So wurde laut Heidrun Behrendt vom Zentrum Allergie und Umwelt der Technischen Universität München zwischen 1980 und 2001 bei einem mittleren Temperaturanstieg um 1,5 Grad eine Zunahme der Pollenzahl um das 1,2-fache bei der Birke und das 6,5-fache bei der Esche festgestellt.

Laut der Internetseite des Helmholtz-Zentrums in München wurde darüber hinaus beobachtet, dass nicht nur ein Anstieg der Lufttemperatur, sondern auch der atmosphärischen Kohlendioxid-Konzentration dazu führt, dass die Pollenproduktion allergieauslösender Pflanzenarten zunimmt.

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„Es gibt Studien, die besagen, dass Luftschadstoffe wie zum Beispiel Ozon, Stickoxide, Dieselruß die Entstehung und Verlauf von Allergien beeinflussen“, sagt Christina Endler vom Zentrum für Medizin-Metereologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes. Zum einen können Luftschadstoffe die Schleimhäute reizen und Entzündungsreize hervorrufen, die wiederum die Entstehung von Allergien begünstigen. Zum anderen bewirken sie eine höhere Allergenität, die Pollen werden „aggressiver“.

Immer mehr Pollen in der Luft

Durch die wärmeren Temperaturen beschleunigen sich die Keimungsprozesse und das Wachstum. Feldversuche stützen laut Endler die Vermutung, dass die Pollenproduktion bei Zunahme von CO2-Konzentrationen steigen wird. Inwieweit hohe Temperaturen oder andere Faktoren der gesteigerten Photosyntheseleistung entgegensteuern, sei aber noch ungewiss.

Besonders in städtischen Bereichen ist durch eine hohe Kohlendioxid-Belastung eine vermehrte Pollendichte sichtbar, sagt Anja Schwalfenberg. Dadurch kann es besonders in diesen Gebieten zu stärkeren allergischen Reaktionen kommen.

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Bei einer Pollenallergie kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems, sobald Allergiker in Kontakt mit den Blütenpollen kommen. Pollen, vor allem Hasel und Birke, fliegen heutzutage von Januar bis Oktober, wie aus dem Pollenflugkalender der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst hervorgeht. Die Folge: Einige Allergiker leiden deshalb fast das ganze Jahr unter den unangenehmen Symptomen.

Einen eher rückläufigen Trend zeigt hingegen die Pollenkonzentration von Gräsern. Gründe dafür sind mitunter der Rückgang der Graslandschaft, unter anderem durch die Gewinnung von Bauland, sagt Expertin Christina Endler.

Mit Apps den Pollenflug kontrollieren

Eine Pollenallergie ist nicht heilbar. Allerdings können Betroffene die Symptome lindern, indem sie den Kontakt mit Allergenen vermeiden und anti-allergene Medikamente einnehmen, empfiehlt Anja Schwalfenberg. Als Beispiel nennt das Helmholtz-Zentrum München unter anderem Cromone. Sie hemmen die Ausschüttung von Histamin aus bestimmten Immunzellen und beugen so allergischen Entzündungsreaktionen vor. Noch stärker wirksam seien laut Institut Antihistaminika. Diese blockierten Rezeptoren für den Entzündungsstoff Histamin schnell und effektiv.

Um auf einen Pollenflug besser vorbereitet zu sein und ihm nach Möglichkeit gezielt aus dem Weg zu gehen, kann man den Verlauf in verschiedenen Apps nachlesen. Angeboten werden sie von mehreren wissenschaftlichen Institutionen, Verbänden und Pharmakonzernen. Die Techniker Krankenkasse hat zum Beispiel die App „Husteblume“ entwickelt, mit der sich Allergiker zum Allergieverlauf und zum aktuellen Stand des Pollenflugs informieren können. Betroffene können auch ihre Symptome und die Einnahme der Medikamente dokumentieren und werden benachrichtigt, wenn ein Pollenflug in ihrer Umgebung ansteht.

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