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  • Alkohol während der Schwangerschaft: Auch mäßiges Trinken wirkt sich auf das Kind aus

Studie: Sogar mäßiges Trinken der Eltern kann sich auf Kinder auswirken

  • Wenn Kinder ihre Eltern beim Alkoholkonsum erleben, kann das negative Auswirkungen haben.
  • Eine neue Studie sagt: Selbst wer nicht oft trinkt, kann Sohn oder Tochter schädigen.
  • Relevant sind auch die Gründe für den Griff zur Flasche.
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London. Es muss nicht gleich die Alkohol-Abhängigkeit sein. Schon wenn Eltern vor ihren Kindern mal ein Gläschen Wein trinken oder mit Bier anstoßen, kann das Heranwachsende unter Umständen negativ beeinflussen. Zu dieser Erkenntnis kommt eine neue Studie des "Institute of Alcohol Studies" aus London, die Anfang November 2019 veröffentlicht wurde.

997 britische Erwachsene und 997 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 17 Jahren haben die Forscher zu den Auswirkungen des Alkoholkonsums befragt. Eine Bedingung war, dass die Eltern mit dem Heranwachsenden in einem Haushalt zusammenleben. In Interviews wurden die Eltern gefragt, wie viel Alkohol sie konsumieren und wie oft sie getrunken haben. Erfasst wurden auch die Beweggründe für den Verzehr. Die Kinder hingegen berichteten, ob sie ihre Eltern schon einmal beschwipst oder betrunken erlebt haben.

Kinder leiden unter beschwipsten Eltern

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Das Ergebnis: 61 Prozent der Kinder gaben an, ihre Eltern schon einmal leicht angetrunken erlebt zu haben. Stark betrunken wurden 31 Prozent der Erziehungsberechtigten wahrgenommen. Häufige Folgen, welche die Kinder zu Protokoll gaben: Sie erfahren weniger Aufmerksamkeit als üblich, werden später als sonst ins Bett gebracht, sind weniger konzentriert beim Erledigen der Hausaufgaben. Die befragten Kinder nahmen auch häufiger wahr, dass Eltern sich streiten oder sich seltsam verhalten.

Mehr als ein Drittel der Kinder (35 Prozent) haben der Studie zufolge mindestens eine solche negative Auswirkung durch den Alkoholkonsum der Eltern erlebt. "Das deutet darauf hin, dass eine Schädigung von Kindern bereits durch einen geringen Alkoholkonsum der Eltern beginnen kann und dass die Wahrscheinlichkeit einer negativen Auswirkung mit dem Konsum der Eltern zunimmt", heißt es in der Studie.

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Dabei spiele es aber eine große Rolle, aus welchen Gründen Eltern Alkohol trinken. Kinder berichteten mehr als doppelt so häufig über eine negative Auswirkung, wenn ihre Eltern angaben, aus negativen Gründen getrunken zu haben. Zum Entspannen, weil es Spaß macht, weil es sich gut anfühlt - das gaben viele Eltern als eine positive Motivation an. Negativ werteten befragte Eltern hingegen den Alkoholkonsum bei Nervosität, bei einer Depression, um vor Problemen zu flüchten oder sich nicht ausgeschlossen zu fühlen.

Checkliste: Bin ich ein gutes Vorbild?

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Eltern seien besonders gefragt, wenn es um den Umgang mit dem Alkoholkonsum geht, sagt auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und empfiehlt: "Finden Sie heraus, welche Rolle Alkohol bei Ihnen und in Ihrer Familie spielt." Folgende Fragen könnten bei einer Selbsteinschätzung helfen, inwiefern Mutter oder Vater "ein nachahmenswertes Vorbild" für das eigene Kind ist:

  • Wird bei Ihnen zu Hause täglich Alkohol getrunken?
  • Erlebt Ihr Kind Sie manchmal betrunken?
  • Trinken Sie Alkohol, wenn Sie "schlecht drauf" sind?
  • Erlebt Ihr Kind, dass sie bei Festen Gäste zum Alkoholkonsum auffordern?
  • Bieten Sie Gästen Wasser und Säfte genauso selbstverständlich an wie Bier und Wein?
  • Setzen Sie klare Grenzen?

RND/Saskia Bücker

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