Alaska: Frau hat schwere allergische Reaktion auf Corona-Impfung

  • In Alaska musste eine Frau nach der Corona-Impfung auf der Intensivstation behandelt werden. Bei ihr waren schwere allergische Symptome aufgetreten.
  • Ähnliche Nebenwirkungen waren auch bei zwei Geimpften in Großbritannien beobachtet worden.
  • Anders als die Geimpften aus Großbritannien hatte die Frau wohl keine Vorgeschichte allergischer Reaktionen.
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Juneau. In Alaska hat eine Frau eine schwere allergische Reaktion erlitten, nachdem sie mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer geimpft wurde. Wie die „New York Times“ berichtet, waren bei ihr zehn Minuten nach der Impfung Atemnot, Hautausschlag und Herzrasen aufgetreten.

Nachdem eine erste Behandlung die Symptome nur kurzfristig lindern konnte, musste die Frau auf die Intensivstation eingeliefert werden. Dort hatte sich ihr Zustand stabilisiert. Eine weitere Person, die im selben Krankenhaus in der Stadt Juneau geimpft wurde, wurde offenbar mit weniger schweren allergischen Symptomen in der Notaufnahme behandelt, aber danach entlassen.

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In Großbritannien war es nach der Impfung ebenfalls zu akuten allergischen Reaktionen bei zwei Mitarbeitern des staatlichen britischen Gesundheitsdienstes NHS gekommen. Beide hatten bereits zuvor eine Neigung zu allergischen Symtomen gehabt. Eine Reaktion auf die Impfung wäre daher noch nicht unbedingt ungewöhnlich gewesen. Bei der Frau aus Alaska soll aber keine Vorgeschichte allergischer Reaktionen bekannt gewesen sein.

Anaphylaktische Reaktionen auch bei anderen Impfstoffen bekannt

Bei den beobachteten schweren Nebenwirkungen handelt es sich um sogenannte anaphylaktische Reaktionen. Davon spricht man, wenn allergische Symptome auf die Organsysteme übergreifen, also auf die Atemwege, die Haut, den Magen-Darm-Trakt oder das Herz-Kreislauf-System. Starke anaphylaktische Reaktionen können zu einem lebensgefährlichen Schockzustand mit Kreislaufversagen führen (anaphylaktischer Schock). Anaphylaktische Reaktionen sind als Nebenwirkungen auch bei anderen Impfungen bekannt.

Biontech und Pfizer gaben an, dass während der klinischen Studien (in der Phase 3 wurden etwa 20 000 Teilnehmer geimpft) keine bedrohlichen Nebenwirkungen aufgetreten seien. Die US-Aufsichtsbehörde FDA hatte allerdings eine eigene Auswertung der Studiendaten vorgenommen und beobachtet, dass allergische Reaktionen bei Geimpften häufiger als in der Kontrollgruppe auftraten. Personen mit einer Vorgeschichte allergischer Reaktionen, also mit einem erhöhten Risiko für solche Nebenwirkungen, waren zudem von den klinischen Studien ausgeschlossen worden.

Aufsichtsbehörde spricht Warnung aus

Sowohl in den USA als auch in Großbritannien war dem Impfstoff von Biontech und Pfizer eine Notfallzulassung erteilt worden. Nachdem in Großbritannien die allergischen Nebenwirkungen aufgetreten waren, hatte die britische Aufsichtsbehörde MHRA eine Warnung ausgegeben: Personen mit einer Vorgeschichte systemischer allergischer Reaktionen soll der Impfstoff nun nicht mehr verabreicht werden.

Außerdem empfiehlt die Behörde, dass die Impfungen von geschultem Personal überwacht werden sollen, das weiß, wie es auf eine systemische allergische Reaktion reagieren muss. Als Notfallmedikament soll Adrenalin bereitgehalten werden, mit dem man Betroffene bei einem allergischen Schock retten kann. Auch die amerikanische Aufsichtsbehörde Centers for Disease Control and Prevention empfiehlt, überall dort, wo geimpft wird, Sauerstoff und Notfallmedikamente bereitzuhalten.

Für die EU bisher noch nicht zugelassen

Nachdem nun wohl erstmals eine Frau ohne entsprechende Vorgeschichte allergische Reaktionen entwickelt hat, wurden noch keine neuen Konsequenzen angekündigt. Die Impfungen werden sowohl in Großbritannien als auch in den USA fortgesetzt. Eine Unternehmenssprecherin von Pfizer sagte laut „New York Times“, dem Konzern seien noch nicht alle Details über den Fall in Alaska bekannt.

Nicht nur die Zulassung, auch die Entwicklung des Impfstoffs war in einem beschleunigten Verfahren erfolgt. Bei der Impfung von Biontech und Pfizer handelt es sich um einen sogenannten mRNA-Impfstoff. Sie basiert auf einem neuartigen Verfahren, das zuvor noch nie zur Anwendung bei Menschen zugelassen wurde.



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