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  • Aktuelle Corona-Zahlen vom RKI: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt zum zweiten Mal in Folge

RKI: Höchste Zahl gemeldeter Corona-Toter seit Februar - Inzidenz sinkt weiter

  • Die Zahl der täglichen Corona-Todesfälle war mit einem Wert von 446 am Mittwochmorgen so hoch wie seit neun Monaten nicht mehr.
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz ist zeitgleich jedoch erneut gesunken und lag bei 442,9.
  • Auch der R-Wert, also die Ansteckungsrate ist gesunken, während die Hospitalisierungsrate auf 5,73 gestiegen ist.
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Berlin. Die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Corona-Toten hat den höchsten Stand seit neun Monaten erreicht. Die Gesundheitsämter übermittelten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 446 Fälle von Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind, wie aus RKI-Zahlen von Mittwochmorgen hervorgeht. Ein höherer Wert wurde zuletzt am 20. Februar erreicht (490).

Mit Blick auf den aktuellen Wert ist zu bedenken, dass sich die Zahl der Todesfälle verzögert zur Zahl der Neuinfektionen entwickelt, da zwischen Infektion und Tod einige Zeit vergeht. Es dürften also in den kommenden Tagen noch höhere Werte erreicht werden.

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Momentan ist die Zahl der täglich übermittelten Corona-Toten noch weniger als halb so groß wie zum Höhepunkt der zweiten Corona-Welle Ende vergangenen Jahres - und das, obwohl es momentan wesentlich mehr Ansteckungen gibt als damals. Expertinnen und Experten führen das auf den positiven Effekt der Impfung zurück, die wirksam vor schweren Krankheitsverläufen schützt. Bislang sind nach Angaben des RKI 101.790 Menschen an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben.

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 442,9

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hingegen ist zum zweiten Mal in Folge gesunken. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen sowie Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 442,9 an. Am Montag war ein Höchstwert von 452,4 erreicht worden, am Dienstag hatte der Wert leicht darunter bei 452,2 gelegen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 404,5 gelegen (Vormonat: 118,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 67.186 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 66.884 Ansteckungen.

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Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.903.999 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwoch mit 4.937.600 an.

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Mehr Corona-Infizierte kommen ins Krankenhaus, aber stecken weniger an

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patientinnen und -Patienten je 100.000 Einwohnerinnen sowie Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 5,73 an (Montag: mit 5,52). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Der sogenannte 7-Tage-R-Wert - eine Art Ansteckungsindikator - ist mit 0,89 vergleichsweise niedrig. Ein R-Wert von 0,89 bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 89 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor etwa 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er anhaltend unter 1, sinken die Fallzahlen. Zum Vergleich: Vor einer Woche gab das RKI den Wert noch mit 1,01 an.

Verband: Labore sind durch Corona-Test-Auswertung am Limit

Es ist allerdings unklar, ob Inzidenz und R-Wert noch das tatsächliche Infektionsgeschehen widerspiegeln. Denkbar wäre beispielsweise auch, dass die hohe Zahl positiver Corona-Nachweise das Erfassungs- und Meldesystem ans Limit bringt. So warnte der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) am Dienstag davor, dass Labore in manchen Regionen „schlichtweg an den Grenzen des Leistbaren“ seien, was das Auswerten von Corona-Tests angeht. Dazu gehörten Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen.

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„Die Gefahr besteht, dass bei einer Auslastung nahe oder regional oberhalb der Maximalgrenze schon bei kleineren Ausfällen von Personal oder Geräten die Befundlaufzeiten auf mehrere Tage steigen, was es unbedingt zu vermeiden gilt“, sagte Evangelos Kotsopoulos vom ALM-Vorstand. Zu beachten ist wiederum aber auch, dass die vom RKI gemeldeten Inzidenzen im Vergleich zum Vortag nicht nur in Bundesländern mit hohen Werten wie Bayern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen gesunken sind, sondern in einer deutlichen Mehrheit der Länder.

RND/dpa

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