Dritte Pandemiewelle in Afrika: Erst 1,2 Prozent sind geimpft

  • Eine dritte Corona-Welle breitet sich derzeit auf dem afrikanischen Kontinent aus.
  • Seit Mai sind die Infektionszahlen sieben Wochen in Folge gestiegen.
  • Getrieben wird die Ausbreitung von der Delta-Variante bei noch extrem niedrigen Impfquoten.
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Durban. Der afrikanische Kontinent befindet sich in einer dritten Infektionswelle, während die Impfquoten noch auf niedrigem Niveau liegen. Erst 1,19 Prozent der Bevölkerung ist vollständig geimpft. „Das ist zu diesem Zeitpunkt der Pandemie viel zu wenig“, rügte am Donnerstag John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union, der Africa CDC.

Die Infektionswelle werde von der hochansteckenden Delta-Variante getrieben, die bisher in 15 afrikanischen Ländern nachgewiesen wurde. In den sieben Tagen bis zum 4. Juli hat der Kontinent laut der Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, Matshidiso Moeti, die schlimmste Pandemiewoche seit Beginn der Pandemie erlebt.

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Anstieg der Neuinfektionen um 20 Prozent in einer Woche

Seit Beginn der dritten Welle im Mai ist die Zahl der Corona-Fälle demnach sieben Wochen in Folge gestiegen. In der vergangenen Woche wurden auf dem Kontinent mehr als 251.000 neue Fälle gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 20 Prozent gegenüber der Vorwoche.

In 16 afrikanischen Ländern steige die Zahl der Fälle. „Aber das Schlimmste steht noch bevor, da die schnelllebige dritte Welle weiter an Geschwindigkeit gewinnt und neue Wege einschlägt“, warnte Moeti. „Das Ende dieses steilen Aufstiegs ist noch Wochen entfernt.“

Trotz Dunkelziffer: Gesamtzahl der Infektionen vergleichsweise gering

Insgesamt wurden bisher in Afrika laut CDC gut 5,7 Millionen Infektionen dokumentiert, von denen mehr als 148.000 tödlich waren. Die Dunkelziffer dürfte nach Expertenansicht auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen aber höher liegen.

Dennoch ist die Gesamtzahl gering im Vergleich zu anderen Weltregionen: Afrika macht 3,1 Prozent aller weltweiten Infektionsfälle aus. Die CDC versucht, die Mittel der afrikanischen Staaten zu bündeln und Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie zu koordinieren. Bisher hat Afrika laut CDC erst 70,4 Millionen Impfdosen von den für dieses Jahr geplanten 700 Millionen beschafft. 53 Prozent davon wurden bereits verabreicht.

RND/dpa

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