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Newsletter „Die Pandemie und wir“

Abschied von der Corona-Angst?

Stimmung im März: Irgendwo zwischen Frühling und ungewisser Zukunft – aber auf jeden Fall weniger ängstlich.

Liebe Leserinnen und Leser,

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sind Sie momentan weniger ängstlich wegen Corona? So empfindet das einer Studie zufolge zumindest gerade die Mehrheit der Menschen in Deutschland. Der Krieg in der Ukraine ist offenbar nicht der Grund. Vielmehr fänden die Menschen Corona gerade einfach „weniger schlimm“, erklärt die Erfurter Psychologin Cornelia Betsch. Seit Pandemiebeginn befragt sie regelmäßig Menschen aus allen Bevölkerungsschichten zu ihren Einstellungen zum Virus.

Woher kommt der Wandel? Die Infektionszahlen sind eigentlich kaum ein Grund zur Entspannung. Noch nie war es so wahrscheinlich, sich mit dem Virus anzustecken. Mehr als 300.000 neue Corona-Infektionen, 300 Tote und rund 2335 Menschen covidbedingt auf Intensivstationen wurden allein am Donnerstag gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz? Liegt inzwischen weit über 1700. Verantwortlich dafür ist zum einen die noch übertragbarere Variante BA.2. Zum anderen sind wir wieder kontaktfreudiger.

Corona-Gefühle im Umbruch

Auch wenn uns nicht mehr abschreckt, dass das Virus omnipräsent ist, sollten wir es im Alltag nicht auf die leichte Schulter nehmen. Corona ist gefährlicher als eine Grippe. Corona verschwindet auch nicht: Spätestens im Winter müssten wir „wahrscheinlich noch einmal härter eingreifen“, gab der Charité-Virologe Christian Drosten diese Woche in einem Interview zu bedenken.

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Gleichzeitig sehe man aber eindeutig, dass sich das „Narrativ des milden Verlaufs“ durchsetzt, berichtet Psychologin Betsch. Wenn demnächst die Maskenpflicht fallen sollte, rechnet sie damit, dass viele Menschen auf das Tragen verzichten. Wie werden wir mit der neuen Eigenverantwortung umgehen? In unserer Rubrik „Was die Pandemie leichter macht“ erklärt die Psychologin Sandra Jankowski, wovon das abhängt.

Bleiben Sie stark!

Saskia Heinze

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Erkenntnis der Woche

Im Herbst gibt es wahrscheinlich eine weitere Corona-Welle. Unklar ist, wie gefährlich diese wird. Eines von mehreren denkbaren Szenarien ist, dass eine Virusvariante auftaucht, die gefährlicher ist als Omikron. Und schon länger ist klar: Um möglichst gut durch den Winter zu kommen, braucht es mehr Geimpfte und Geboosterte im Land. Wird dabei also noch die Impfpflicht helfen? Im Bundestag wird darum weiterhin gerungen. Den Abgeordneten fällt es schwer, einen Fahrplan für die Zukunft aufzustellen. Anfang April soll nun aber eine Entscheidung ohne die sonst übliche Fraktionsdisziplin getroffen werden.

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Bisher hat aber noch kein Entwurf eine Mehrheit. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat daher die Abgeordneten des Bundestags dazu aufgerufen, den Weg für eine Impfpflicht zu ebnen. „Nichts wäre schlimmer, als die mühsam erreichten Erfolge aufs Spiel zu setzen“, sagte er am Mittwoch in Berlin. „Für mich heißt das vor allem: Wir werden alles dafür tun, dass eine neue Infektionswelle unser Land im Herbst nicht wieder zum Stillstand bringt.“ Ob das gelingt, wird sich aber erst noch zeigen müssen.

 

Pandemie in Zahlen

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Alltagswissen

Wer zehn Tage wegen einer Corona-Infektion in Isolation war, sollte auch danach noch vorsichtig bleiben – gerade auch, wenn der Schnelltest noch positiv ausfällt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rät, noch bis mindestens Tag 14 Treffen mit anderen Menschen einzuschränken und bei Kontakt zu anderen einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Bei Menschen mit leichtem bis moderatem Verlauf geht die Ansteckungsfähigkeit zwar meistens innerhalb von zehn Tagen nach Symptombeginn deutlich zurück. Es gibt jedoch keinen genau definierten Zeitraum, in dem man nach einer Corona-Infektion gesichert infektiös für andere ist. Als sicher gilt dem RKI zufolge nur, dass die Ansteckungsfähigkeit in der Zeit kurz vor und kurz nach Symptombeginn am größten ist. Es gibt aber auch Ausnahmen. Vor allem, wer schwerer an Covid-19 erkrankt oder eine Immunschwäche hat, scheidet mitunter deutlich länger das infektiöse Virus aus – und kann damit auch länger für andere ansteckend sein.

 

Zitat der Woche

Die jetzige Immunität hilft im Herbst nicht mehr gegen Übertragung. Der R-Wert würde im November, wenn man das einfach laufen ließe, wieder auf zwei oder drei hochschießen. Jeder Infizierte würde also zwei bis drei Menschen anstecken.

Christian Drosten,

Charité-Virologe im Gespräch mit der „Zeit“

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Forschungsfortschritt

Rund 62 Prozent der untersuchten Virusproben in Deutschland gehen inzwischen auf den noch einmal deutlich übertragbareren Omikron-Subtyp BA.2 zurück, der Rest auf BA.1. Eine noch zu begutachtende Preprint-Studie von Forschenden aus Katar hat nun Hinweise darauf gefunden, dass bei beiden Subtypen von Omikron der durch die mRNA-Impfung hervorgerufene Immunschutz verlässlich vor dem Schlimmsten bewahrt.

Die Effektivität gegen eine Krankenhauseinweisung und Tod betrug bei BA.1 und BA.2 70 bis 80 Prozent nach der Grundimmunisierung. Nach dem Booster war sie sogar höher als 90 Prozent. Was die Daten aber auch zeigen: Bereits nach wenigen Wochen können die Mutanten bei Geimpften und Geboosterten den Schutz vor einer Ansteckung unterlaufen.

 

Pandemie im Ausland

Eine Frau macht einen Coronavirus-Test in einer Testanlage im Freien.

Eine Frau macht einen Coronavirus-Test in einer Testanlage im Freien.

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Nirgendwo sonst weltweit ist die Covid-19-Todesrate derzeit so hoch wie in Hongkong. Gleichzeitig nimmt die Belastung für das medizinische und pflegerische Personal zu. Die Kliniken sind überfüllt, teilweise müssen Patientinnen und Patienten außerhalb der Gebäude in einem Krankenbett auf eine Behandlung warten. Wie sich die Lage dort so zuspitzen konnte, hat meine Kollegin Laura Beigel analysiert.

Sie kommt zum Schluss: Es ist wohl ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren gewesen. Mit Omikron, genauer gesagt mit der Untervariante BA.2, tauchte in Hongkong eine Virusvariante auf, die deutlich ansteckender ist als alle anderen bekannten Versionen des Coronavirus. Sie ist zudem in der Lage, die Immunantworten von Geimpften und Genesenen teilweise zu umgehen. Zum Verhängnis wurde Hongkong aber auch seine Null-Covid-Strategie. Es gelang zwar lange, die Infektionsrate sehr gering zu halten; doch dadurch gab es nur wenige Menschen, die eine durch eine vorangegangene Corona-Infektion erworbene Immunität besaßen.

Probleme bereitet Hongkong zusätzlich die besonders geringe Impfquote – insbesondere in den höheren Altersgruppen. Allein bei den über 80-Jährigen sind bis jetzt nur knapp 40 Prozent gegen Covid-19 vollständig geimpft, wie aus offiziellen Daten der Regierung in Hongkong hervorgeht.

 

Was kommt

Bis Ende Mai soll es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zunächst weiterhin kostenlose Corona-Bürgertests geben. Am 31. März läuft zwar die geltende Corona-Testverordnung aus, die auch die Bürgertests enthält. Sie würden aber weiterhin bezahlt, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag auf RND-Nachfrage. Eine entsprechende Verordnung werde vorbereitet, diese solle bis Ende Mai gelten.

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Was die Pandemie leichter macht

Maske tragen oder nicht? Bald wohl oft wieder eine Frage des persönlichen Gewissens.

Maske tragen oder nicht? Bald wohl oft wieder eine Frage des persönlichen Gewissens.

Eine Maske im Supermarkt tragen, lieber einen Test machen? Die Deutschen sollen im Pandemieschutz bald mehr Eigenverantwortung übernehmen. Einen bundeseinheitlichen Regelkatalog gibt es nicht mehr. Aber schaffen wir das auch? „Für einige ist es sicher psychologisch ein Schock, dass jeder seinen Schutz eigenverantwortlich regeln und durchsetzen soll“, erklärt die Psychologin Sandra Jankowski. „Erst wurde uns die Mündigkeit entzogen und dann plötzlich wieder von uns abverlangt.“

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Wichtig ist dabei – wie so oft in der Pandemie – die Kommunikation. Werde die Übernahme von Verantwortung gesellschaftlich befürwortet und belohnt, sei man eher dazu bereit, diese zu übernehmen, sagt Jankowski. Wird diese im Gegensatz aber gering geschätzt, abgewertet oder sogar bestraft, meide man Verantwortung hingegen eher und suche die Schuldigen woanders.

 

Was sonst noch interessiert

Menschen, die dem Tod sehr nahe kommen, berichten oft von Nahtoderlebnissen. Sie erinnern sich beispielsweise an ein helles Licht am Ende eines dunklen Tunnels, an das Gefühl, ihren Körper verlassen und sich selbst wie von außen betrachtet zu haben. Wie aber kommen sie zustande? Noch ist das nicht vollständig geklärt, wie meine Kollegin Irene Habich recherchiert hat. Es gibt aber den Verdacht, dass sie zumindest teilweise mit Veränderung der Hirnströme zusammenhängen, die in den letzten Momenten vor dem Tod auftreten können. Tatsächlich hat sich nämlich gezeigt, dass das Hirn auch dann noch aktiv kann sein kann, wenn das Herz bereits aufgehört hat zu schlagen.

Wie häufig Nahtoderfahrungen sind, lässt sich aber nicht eindeutig sagen. Für eine Studie der University of Southampton wurden 140 Patientinnen und Patienten befragt, die zuvor einen Herzstillstand überlebt hatten. 9 Prozent von ihnen hatten demnach eine klassische Nahtod­erfahrung gemacht – also einen Tunnel mit einem Licht am anderen Ende gesehen oder sich selbst wie von außen wahrgenommen. Möglich ist aber auch, dass noch mehr Menschen solche Erfahrungen machen, diese aber später als Überlebende wieder vergessen.

 

Falls Sie Anregungen oder Kritik haben, melden Sie sich gerne direkt bei unserem Redaktionsteam: magazin@rnd.de Wir freuen uns!

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