EU: 92.000 Infektionen durch Lebensmittel-Keime - wegen Salmonellen

  • Auf tierischen Produkten wie Eier oder Geflügel breiten sich schnell Salmonellen aus.
  • Sie sind in der EU die häufigste Ursache für Krankheitsausbrüche durch Lebensmittelkeime.
  • Sollten Verbraucher deshalb mehr Hygiene-Vorschriften einhalten?
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Parma. Salmonellen sind in der EU die häufigste Ursache für Krankheitsausbrüche durch Lebensmittelkeime. Fast jeder dritte solche Ausbruch sei 2018 von Salmonellen verursacht worden, teilte die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) am Donnerstag mit. Demnach gab es in der EU knapp 5150 Ausbrüche, die mehr als 48.000 Menschen betrafen. Insgesamt zählte die Behörde in Europa knapp 92.000 Fälle von Salmonellen-Infektionen.

In Deutschland sind Fallzahlen seit 2009 zurückgegangen

In Deutschland habe es im vergangenen Jahr 13.293 bestätigte Fälle gegeben. Seit 2009 sei hier die Zahl tendenziell zurückgegangen. Allerdings habe es zwischen 2014 und 2018 keine größeren Bewegungen gegeben, hieß es. Von einem Ausbruch spricht die Behörde dann, wenn sich mindestens zwei Menschen bei der gleichen Quelle angesteckt haben.

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Salmonellen sind bakterielle Durchfall-Erreger, die meist über tierische Produkte wie Eier oder Geflügel auf den Menschen übertragen werden. Vor allem schlecht gekühlte Lebensmittel gelten als Gefahr. "Die Zahl der gemeldeten Ausbrüche deutet darauf hin, dass es Luft nach oben für eine Sensibilisierung der Verbraucher gibt, da viele durch Lebensmittel übertragbare Krankheiten durch verbesserte Hygiene-Maßnahmen vermeidbar sind", erklärte Marta Hugas, wissenschaftliche Leiterin der EFSA.

Einen Überblick über präventive Maßnahmen gibt beispielsweise das Robert-Koch-Institut in einem auf seiner Homepage zur Verfügung stehendem Ratgeber. So sollten beispielswiese alle Speisen und Lebensmittel, die viel Eiweiß und Wasser enthalten, entweder heiß, also bei über 70 Grad, oder bei weniger als zehn Grad im Kühlschrank aufbewahrt werden. Rohe Fleisch- und Wurstwaren, Schlachtgeflügel, Seetiere, Eier, Cremes, Salate und Mayonnaisen mit Rohei sowie Speiseeis sind nach dem Einkauf stets im Kühlschrank aufzubewahren.

Größter Verursacher: Bakterien der Gruppe Campylobacter

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Häufigste Infektionsquelle insgesamt in der EU waren 2018 demnach Bakterien der Gruppe Campylobacter. Sie verursachten laut EFSA etwa 246.500 Magen-Darm-Infektionen – knapp 68.000 davon in Deutschland. Bei Listerien wurden 2018 in Deutschland 683 Fälle bei Menschen registriert. Die EFSA sprach von einem ansteigenden Trend in Deutschland seit 2009. Listeriose gehört laut Bundesamt für Risikobewertung zu den selteneren Lebensmittelinfektionen. Sie kann vor allem bei geschwächten Menschen und bei Schwangeren einen schweren Verlauf nehmen.

Listerien sind vor allem für Schwangere und Menschen mit schwachem Immunsystem gefährlich. © Quelle: Manfred Rohde/Helmholtz-Zentrum
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RND/dpa/sbu