Ansteckend für Erwachsene? Uniklinik testet tausende Kinder auf Corona

  • Eine eindeutige Datenlage zur Rolle von Kindern bei der Coronavirus-Ausbreitung fehlt bislang.
  • Die Uniklinik Hamburg-Eppendorf will jetzt 6000 Kinder auf das Virus testen, um mehr Hinweise zu finden.
  • Charité-Virologe Christian Drosten wies bereits auf die grundsätzliche Infektiösität von Kindern hin.
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Hamburg. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) will tausende Kinder in Hamburg auf das neuartige Coronavirus testen. Damit solle unter anderem herausgefunden werden, inwieweit Kinder die Krankheit an Erwachsene weitergeben. Einen entsprechenden Bericht des “Hamburger Abendblatts” bestätigte eine UKE-Sprecherin am Mittwoch. Details zu der Studie sollten am Donnerstag bekanntgegeben werden. Laut “Abendblatt” sollen insgesamt 6000 Kinder getestet werden.

In Deutschland befassen sich derzeit mehrere Universitätskliniken mit der Frage, welche Rolle Kinder genau bei der Virus-Ausbreitung spielen. Eine eindeutige Datenlage fehlt bislang, allerdings gibt es erste Hinweise. Ein Forscherteam um Charité-Virologe Christian Drosten veröffentlichte bereits Ende April Ergebnisse einer Studie, bei der sie die Viruslast im Rachen von Kindern untersucht hatten.

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Coronavirus im Rachen: Kinder sind infektiös

“In unserer Studie stieg die Virusdetektionsrate mit dem Alter der getesteten Patienten stetig an”, schreiben die Forscher. Je älter die Testpersonen, desto größer war auch die Menge an gefundener Viruslast. Die Untersuchungen zeigten aber, dass es bei der Infektiösität “keine signifikanten Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen gibt”, stellte Drosten auf seinem Twitter-Account klar.

Eine weitere Studie, die die Übertragung des Coronavirus bei Kindern und Erwachsenen untersucht, wird derzeit von den baden-württembergischen Universitätskliniken durchgeführt – unter der Leitung der Uniklinik Heidelberg. Dabei wollen die Mediziner Rachenabstriche von rund 2000 Kindern im Alter von ein bis zehn Jahren und jeweils einem Elternteil nehmen.

RND/dpa/sbu

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