500.000 Corona-Tote in den USA – eine Schreckenszahl im Vergleich

  • Am Montag (Ortszeit) überschritten die Vereinigten Staaten die traurige Schwelle von 500.000 Corona-Toten.
  • Eine erschreckende Zahl, die der Einordnung bedarf.
  • Auf die USA entfallen demnach 20 Prozent aller weltweit bekannten Corona-Todesfälle bei einem Anteil von 4,25 Prozent an der Weltbevölkerung.
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Die Vereinigten Staaten haben am Montag (Ortszeit) die Summe von einer halben Million Corona-Todesopfern erreicht. Das ist in absoluten Zahlen die höchste Todesrate der Welt. Doch auch eine derlei dramatische Ziffer muss in einen Kontext eingebettet werden. Für die Amerikaner ist die Zahl von hohem Symbolwert. Denn 500.411 Tote – das ist mehr, als die USA im Ersten und Zweiten Weltkrieg und in Vietnam an Soldaten verloren haben. „Die schiere Summe ist erschreckend“, sagte Jeffrey Shaman, Professor für umweltbezogene Gesundheitswissenschaften an der New Yorker Columbia University zur „New York Times“. Allerdings sei der Umfang der Verluste kein unvermeidbares Schicksal, sondern Resultat der gescheiterten Eindämmung des Virus in den USA. Auf die USA entfallen 20 Prozent aller weltweit bekannten Corona-Todesfälle bei einem Bevölkerungsanteil von 4,25 Prozent an der Weltbevölkerung.

Betrachtet man nur die vergangenen sieben Tage stehen allerdings andere Länder als die USA an der Spitze der Sterbefallstatistik. Die osteuropäischen Länder Slowakei und Tschechien führen das Ranking an (Stand 23.2.2021). In beiden Ländern grassiert bereits hauptsächlich die Virusvariante B.1.1.7.

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Im Verlauf der Pandemie starb von 656 Amerikanern einer an Corona

Bei 328,24 Millionen Einwohnern bedeuten die derzeit 500.411 Todesfälle im Kontext mit einer Covid-19-Erkrankung, dass von 656 Amerikanern einer an Corona starb. In Deutschland kommt auf 1216 Bürger ein Corona-Toter (83,16 Millionen Einwohner, 68365 Todesfälle, Stand: 23.02., 16 Uhr). Covid-19 gehört damit neben Herzerkrankungen und Krebs zu den aktuell häufigsten Todesursachen in den USA – was auch einen starken Abfall der Lebenserwartung nach sich zieht, da in den Vereinigten Staaten wesentlich mehr Menschen jüngerer Altersgruppen gestorben sind als etwa in Deutschland oder der EU.

Rechnet man allerdings die 16 am stärksten von Corona betroffenen Staaten zusammen, kommt man bereits auf die Summe von 503.848 Todesopfern. Allerdings bringen es Italien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Polen, Belgien, Rumänien, Tschechien, Portugal, die Niederlande, Ungarn, Schweden, Bulgarien, Österreich, die Slowakei und Griechenland zusammen bereits auf 417,08 Millionen Einwohner. Das bedeutet, dass auf jeden 828. Bürger ein Corona-Toter kommt.

Die Gesamt-EU mit jetzt 27 Staaten kommt auf 526.793 Todesfälle – das ist bei 447,70 Millionen Bürgern eine Zahl von einem Corona-Toten auf 849 EU-Bürger – also eine Gesamt-Todesrate von etwa 67,5 Prozent der amerikanischen Opferzahl. Derzeit sterben in absoluten Zahlen mehr Menschen in Europa an und mit Covid-19 als in Nordamerika (Stand: 23.2.2021), wie die folgende Grafik zeigt.

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Frühzeitige Warnung von Anthony Fauci

Zu Beginn der Pandemie in den USA, im März vergangenen Jahres, hatten der damalige wie heutige Präsidentenberater und Top-Epidemiologe Anthony Fauci, zusammen mit der seinerzeitigen Corona-Beauftragten Deborah Birx eine Opferzahl von 240.000 Amerikanern vorhergesagt – bei streng eingehaltenen Ausgangssperren. Dass es mehr als das Doppelte an Opfern zu beklagen gibt, liegt zuvörderst an der Ignoranz der Trump-Regierung, die sich über die Ratschläge ihrer beratenden Wissenschaftler nicht nur hinwegsetzte, sondern diese auch zeitweise verhöhnte und kaltstellte, wie es auch Dr. Fauci passierte.

US-Todeszahlen stiegen rasant

Die US-Todeszahlen stiegen schneller, als die Seuche sich ausbreiten konnte. Der erste bekannte Todesfall nach einer Covid-19-Infektion wurde am 6. Februar 2020 im kalifornischen Santa Clara verzeichnet. Ende Mai, so rechnet die „New York Times“ vor, waren bereits 100.000 Todesfälle zu beklagen. Weitere vier Monate später wurde die Zahl von 200.000 Todesopfern erreicht. Die Schwelle von 300.000 Corona-Toten war Ende Dezember überschritten. Für 400.000 Tote brauchte es dann nur noch fünf weitere Wochen – für die nächsten 100.000 Opfer weniger als drei Wochen.

Zahlen spiegeln soziale Ungerechtigkeit wider

Ein besonderes Phänomen der amerikanischen Todeszahlen ist die Tatsache, wie soziale Ungerechtigkeiten potenziert werden. Überproportional hoch war der Anteil der Todesfälle unter afroamerikanischen Corona-Opfern. Die Sterblichkeit bei den Afroamerikanern lag fast zweimal höher als beim weißen Teil der Bevölkerung. Das geht aus Zahlen der verschiedenen „Centers for Disease Control and Prevention“ hervor.

Demnach war die Sterblichkeitsrate im hispanischen Teil der Bevölkerung sogar 2,3-mal höher als bei den Weißen. Und bei der First Nation, den amerikanischen Ureinwohnern, war sogar das 2,4-Fache an Todesfällen im Vergleich zur weißen Bevölkerung zu beobachten.

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