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Höchstwert erreicht: Mehr als 4000 Corona-Patienten auf Intensivstationen

Mitarbeiterinnen der Pflege in Schutzausrüstung betreut einen Corona-Patienten.

Berlin. Die Zahl der Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen hat erstmals die Schwelle von 4000 überschritten. Am Freitag meldete die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) 4011 Menschen in intensivmedizinischer Behandlung. Das waren 31 mehr als am Vortag, wie aus dem Divi-Tagesbericht hervorgeht. 60 Prozent der Patienten werden invasiv beatmet (Stand: 04.12., 12.15 Uhr). Die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle war laut Robert Koch-Institut (RKI) die dritthöchste seit Beginn der Pandemie.

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Infektionsgeschehen bleibt auf hohem Niveau

Nach dem raschen Anstieg der Infektionszahlen unter anderem im Oktober war erwartet worden, dass auch die Zahl der Schwerkranken und Toten deutlich steigt. Trotz eines seit Anfang November geltenden Teil-Lockdown stagniert das Infektionsgeschehen seit mehreren Wochen auf weitgehend hohem Niveau. Das RKI gab die 7-Tage-Inzidenz - also die Zahl der neuen Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner und Woche - am Freitag mit 134,7 an, eine Woche zuvor lag sie bei 136,5.

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Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen 24 Stunden 432 Menschen, die an oder unter Beteiligung einer Corona-Infekion gestorben sind. Der bisherige Höchstwert von 487 Todesfällen war am Mittwoch erreicht worden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 18.034.

Das Statistische Bundesamt meldete am Freitag, dass in der ersten Novemberwoche in Deutschland fünf Prozent mehr Menschen als im Durchschnitt der vergangenen vier Jahre gestorben seien. Wie aus vorläufigen Ergebnissen hervorgeht, starben in der 45. Kalenderwoche (2. bis 8. November 2020) mindestens 18.483 Menschen. Auch die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona sei in der ersten November-Woche in Deutschland höher gewesen. Das RKI meldete demnach in dem Zeitraum 1067 Todesfälle.

Nach wie vor stecken sich in Deutschland vergleichsweise viele Menschen mit Corona an. Das RKI zählte am Freitag 23.449 Neuinfektionen. Damit ist der Wert etwas höher als die 22.806 Fälle der Vorwoche.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,04 (Vortag: 0,94). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 104 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

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Auf den Intensivstationen, wo sich die Entwicklung der Infektionszahlen erst zeitverzögert bemerkbar machen, war die Zahl der verfügbaren Betten in den vergangenen Wochen deutlich gesunken. Sie liegt laut Divi-Bericht ohne Notfallreserve aktuell bei rund 5000. Nach Divi-Angaben könnte diese Entwicklung unter anderem auch damit zusammenhängen, dass einige Kliniken die Zahl ihrer freien Betten zunächst falsch angegeben hatten. Statt den „betriebsbereiten Betten“, für die auch Pflegepersonal zur Verfügung steht, hätten einige die tatsächlich vorhandene Bettenzahl an das Divi-Register weitergeleitet. Das sei mittlerweile korrigiert worden, so dass die Zahl der Betten im Register im Oktober und November gesunken sei.

Ein weiterer Grund kann laut Divi sein, dass Pflegepersonal etwa krankheitsbedingt ausfalle und die Krankenhäuser daher weniger Patienten aufnehmen können.

RND/dpa

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