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Biontech-Impfstoff: Hätten Deutschland und die EU mehr Dosen bestellen können?

  • Die EU hat einem Medienbericht zufolge mehr Impfstoff von Biontech angeboten bekommen als die bestellten bis zu 300 Millionen Dosen.
  • Denn die EU-Kommission hatte sich vorab lieber mit unterschiedlichen Herstellern absichern wollen, ein wirksames und preiswertes Vakzin zu bekommen.
  • Könnte Deutschland jetzt noch nachbestellen?
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Brüssel. Die Europäische Union hätte nach einem „Spiegel“-Bericht mehr von dem Corona-Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer kaufen können als die bestellten bis zu 300 Millionen Dosen. Biontech habe bis zu 500 Millionen Einheiten angeboten, zitierte das Magazin am Freitag aus Verhandlungskreisen. Auch die Firma Moderna hätte der EU mehr von ihrem Impfstoff liefern können als die vereinbarten bis zu 160 Millionen Einheiten, sagte Unternehmenschef Stephane Bancel dem „Spiegel“.

Die beiden Impfstoffe sind die ersten, die in der EU mit einer Zulassung rechnen können. Im Falle von Biontech/Pfizer wird dies für kommende Woche erwartet, bei Moderna für Anfang Januar. In Deutschland sollen am 27. Dezember die Impfungen beginnen.

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EU setzt auf mehrere Impfstoffe

Ein Sprecher der EU-Kommission wollte sich nicht zum Verlauf der Verhandlungen mit den Pharmafirmen äußern, die die Brüsseler Behörde im Auftrag aller 27 EU-Staaten geführt hat. Er sagte jedoch, Ziel sei ein breites Portfolio verschiedener Anbieter mit unterschiedlichen Technologien gewesen. So hätten sich die Chancen erhöhen lassen, ein wirksames und preiswertes Vakzin gegen das Coronavirus zu bekommen.

Der Preis der nach einem neuartigen Verfahren entwickelten Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna liegt um ein Vielfaches höher als bei herkömmlichen Mitteln, wie sie etwa Astrazeneca auf den Markt bringen will. Dieser herkömmliche Impfstoff bräuchte auch nicht bei extrem niedrigen Temperaturen gelagert werden. Allerdings verläuft deren Entwicklung derzeit langsamer, der Zeitpunkt der Zulassung ist offen.

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Lauterbach: Deutschland könnte Biontech-Impfstoff nachkaufen

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte dem „Spiegel“: „Deutschland könnte auch bilateral direkt bei den Firmen zusätzlichen Impfstoff nachkaufen, und ich finde, das sollten wir auch tun.“ Doch seien die Produktionskapazitäten von Biontech und Moderna bis zum Sommer weitgehend ausgelastet, schrieb der „Spiegel“.

Um das Solidaritätsprinzip aufrecht zu halten - also dass weltweit alle Zugang zu begrenzt zur Verfügung stehenden Mitteln bekommen - hatten sich die Mitgliedstaaten zudem schon frühzeitig im Rahmen der EU-Impfstoffstrategie dazu verpflichtet, nicht parallel mit denselben Impfstoffherstellern zu verhandeln, mit denen auf EU-Ebene Gespräche geführt werden.

Die Impfungen werden ohnehin Monate in Anspruch nehmen. Um die Corona-Pandemie zu stoppen, müssten nach Schätzung von Experten etwa 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft werden; das wären in Deutschland bis zu 58 Millionen Menschen.

RND/dpa/sbu

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