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19.200 Neuinfektionen am Tag: Ärzteverband hält Merkel-Szenario für realistisch

  • Die Verbandschefin der Ärzte, Ute Teichert, hält die Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit über 19.000 Neuinfektionen am Tag nicht für übertrieben.
  • Zunächst hielt sie eine solche Entwicklung für unwahrscheinlich, aber angesichts des starken Anstiegs der Infektionszahlen sei es "eine realistische Einschätzung.“
  • Teichert räumte ein, dass in manchen Regionen derzeit nicht mehr alle Kontaktpersonen nachverfolgt werden könnten.
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Berlin. Die Verbandschefin der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst hält das Szenario von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht für übertrieben, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf über 19.000 steigen könnte. „Als die Bundeskanzlerin vor einigen Wochen von 19.200 Neuinfektionen an einem Tag gesprochen hat, habe ich eine solche Entwicklung zunächst für unwahrscheinlich gehalten“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstag). „Aber so wie die Dinge derzeit verlaufen, halte ich das inzwischen für eine realistische Einschätzung.“

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Gesundheitsämter geraten bei starkem Anstieg der Infektionen „an die Grenze der Überforderung“

Merkel hatte bei einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums Ende September nach Angaben aus Teilnehmerkreisen vor einem deutlichen Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Deutschland gewarnt. Wenn diese sich wöchentlich so weiterentwickelten, werde es zu Weihnachten 19.200 Neuinfektionen am Tag geben, wurde sie zitiert.

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Wenn in einer Region innerhalb kurzer Zeit die Infektionszahlen stark stiegen, wie im Landkreis Berchtesgadener Land, gerieten die Gesundheitsämter „rasch an die Grenze der Überforderung“, sagte Teichert. Sie räumte ein, besonders in Regionen mit sehr vielen Ansteckungen könnten derzeit nicht mehr alle Kontaktpersonen nachverfolgt werden. Das Robert Koch-Institut hatte von neun Städten und Landkreise gesprochen, in denen etwa die Ermittlung von Fällen und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen nicht mehr vollständig gelinge.

RND/dpa

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