Von sicher bis riskant: So finden Sie die richtige Geldanlage

  • Sparen macht mit Nullzins keinen Spaß.
  • Doch es gibt genug Alternativen für jeden Bedarf und jedes Naturell.
  • Ein Überblick.
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Wenn nichts schiefgehen darf

In der Geldanlage steigt mit der Rendite das Risiko - mit einer kleinen Ausnahme: Schuldentilgung ist absolut sicher und spart meist mehr Zinsen, als mit einem Anlageprodukt zu verdienen wären. Bevor man also die Zehntelprozente beim Tagesgeld jagt, wird mit dem Ersparten besser ein Kredit zurückgezahlt. Und noch eine sichere Sache: Wenn der Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen zahlt, sollte man sie mitnehmen - ärmer kann man dabei nicht werden. Wer keinen Cent riskieren will, landet bei den klassischen Sparprodukten, die allerdings nur noch minimale Zinsen bringen und oft nicht einmal die Inflationsrate ausgleichen. In diese Kategorie fallen etwa Tages-, Termin- und Festgeld sowie Sparbriefe und -pläne. Letztere haben den Charme, dass man überhaupt anfängt, regelmäßig zu sparen - das ist schließlich die Voraussetzung, um irgendwann über Anlage nachzudenken. Die höchsten Zinsen in diesem Bereich bieten oft Banken aus dem Ausland, bei denen man auf die Einlagensicherung achten sollte: In der EU sind 100 000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt. In einer schweren Krise könnte aber die Finanzkraft des jeweiligen Heimatstaates darüber entscheiden, ob und vor allem wie schnell diese Garantie erfüllt werden kann.

Ertrag (fast) ohne Kursrisiko

Große Anleger, die auf Sicherheit achten müssen, investieren viel Geld in festverzinsliche Wertpapiere wie etwa Anleihen mit guter Bonität. Anleihen - auch Rentenpapiere genannt - bieten eine festgelegte regelmäßige Verzinsung, und am Ende der Laufzeit, die von zwei Jahren bis zu Jahrzehnten reichen kann, gibt es den Nennwert zurück. Zwischen der Ausgabe und der Rückzahlung schwankt der Kurs. Anleihen guter Bonität sind jedoch bereits sehr teuer und bringen kaum Rendite, teilweise ist sie sogar negativ - man bekommt also weniger heraus, als man hineingesteckt hat. Doch Anleihen gehören dank der festen Rückzahlung am Ende der Laufzeit – vorausgesetzt, der ausgebende Staat oder das Unternehmen gehen nicht pleite - zu den sichereren Anlagen. Auch kapitalbildende Lebensversicherungen sind vor Ausfall geschützt, Neuverträge bringen allerdings nur noch bescheidene Renditen. Eine flexible Alternative für konservative Anleger sind geldmarktnahe Fonds, die dank kurzer Laufzeiten der enthaltenen Wertpapiere relativ wenig schwanken.

Ein Sonderfall in der sicherheitsorientierten Geldanlage ist das eigene Haus. Sein großer Vorteil ist das mietfreie Wohnen, wenn die Kredite abgezahlt sind - das ist ein Stück Sicherheit gerade für die Rentenjahre, wenn ohnehin weniger Geld zur Verfügung steht. Ob sich die eigene Immobilie unterm Strich auch als Geldanlage lohnt, hängt jedoch extrem von der Marktentwicklung, der Lage und der Bausubstanz ab. Unterm Strich ist das eigene Haus mehr Projekt als Geldanlage.

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Chance auf mehr

Je früher man mit dem Sparen anfängt, desto mehr kann man riskieren - es bleibt notfalls mehr Zeit, Wertverluste über die Jahre wieder auszugleichen. Damit rücken Aktien und vor allem Aktienfonds ins Blickfeld. Wichtig bei allen Anlagen rund um die Aktie ist, dass man das Geld nicht zu einem bestimmten Termin brauchen wird - denn niemand weiß, wo dann die Kurse stehen werden, zu denen man verkaufen müsste. Auf lange Sicht hat sich die Investition in Unternehmen - nichts anderes bedeuten Aktien oder Aktienfonds - als Geldanlage bewährt. Die Dividenden der Unternehmen, also der Anteil des Sparers am Gewinn, werden meist automatisch in weiteren Fondsanteilen angelegt.

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Die für den jeweiligen Fonds festgelegte Strategie entscheidet über die Zusammensetzung und die Risiken. Ob und wann die Fondsmanager ihr Geld wert sind - darüber gehen die Meinungen auseinander. Sogenannte ETF-Fonds kommen ohne Manager aus, was Gebühren spart: Hier wird automatisch die Wertentwicklung eines bestimmten Index abgebildet, zum Beispiel des Dax oder des MSCI World. Die Verbraucherzentralen empfehlen ETFs als "Geldanlage für Faule". Wer das Risiko klein halten will, wählt einen möglichst breit zusammengesetzten Fonds, der Aktien aus vielen Branchen und Weltregionen vereint. Standardwerte großer Konzerne zu bündeln hat den angenehmen Nebeneffekt, dass sich auch Laien etwas unter den großen Namen vorstellen können. Es gibt auch Mischfonds, die zum Beispiel Aktien und Anleihen kombinieren.

Ertrag mit Risiko

Je enger man den Kreis in der Aktienanlage zieht, desto größer werden Chancen und Risiken. Hier kommt es langsam auf den Mix an - also das Ersparte auf sichere und riskantere Anlagen zu verteilen. Der erste Schritt wäre, einen Fonds mit einem bestimmten Anlageschwerpunkt zu wählen. Er könnte sich zum Beispiel auf Technologiewerte konzentrieren, auf eine Branche, einen bestimmten Unternehmenstyp oder auf Weltregionen mit hohem Wirtschaftswachstum. Der nächste Schritt ist dann der Kauf einzelner Aktien, wobei man sich ein wenig eigenes Urteilsvermögen zutrauen sollte - den "todsicheren Tipp" für die Börse haben auch die besten Anlageberater nicht parat. Nur für risikobereite Anleger kommen auch Zertifikate infrage. Mit ihnen beteiligt man sich am Erfolg - oder Misserfolg - eines anderen Börsengeschäfts. Der Reiz kann darin liegen, an komplizierten Anlagestrategien teilzuhaben, die für Kleinanleger sonst nicht zugänglich sind. Deshalb sind sie aber auch schwer zu durchschauen. Als 2008 die Investmentbank Lehman pleiteging, verloren viele deutsche Kleinanleger Geld mit Lehman-Zertifikaten. Als Teil des Anlagemixes kommt auch Gold infrage - aber nur als Teil, denn das oft als "sicher" gepriesene Gold schwankt stark im Preis und bringt weder Zins noch Dividende. Sein Vorzug: Meist bewegt es sich gegenläufig zu anderen Werten, gewinnt also in schwierigen Zeiten.

Alles oder nichts

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Spätestens hier wird Geldanlage zum Hobby. An hochspekulative Anlagen sollte man sich nur heranwagen, wenn man sich selbst ein fachliches Urteil zutraut und im Fall der Fälle auch die Konsequenzen tragen kann: Auch ein Totalverlust muss zu verkraften sein. In diese Kategorie gehören hochspekulative Anleihen. Wer etwa Schwellenländern sein Geld leiht, kann dafür immer noch Zinsen von 6, 7 oder mehr Prozent Rendite bekommen - holt sich damit aber auch entsprechende Ausfall- und Wechselkursrisiken ins Depot.

Ähnlich ist es mit Aktien-Nebenwerten - also Beteiligungen an einzelnen kleineren Unternehmen, die vielleicht auf einem aussichtsreichen Feld aktiv sind, aber auch scheitern können. Chance und Risiko steigen noch durch sogenannte Optionen. Dabei kauft man nicht das eigentliche Wertpapier, sondern zum Beispiel das - billigere - Recht auf Kauf oder Verkauf zu einem bestimmten Zeitpunkt. Es ist eine Wette auf die Kursentwicklung, die hohen Gewinn oder hohen Verlust bringen kann.

In den vergangenen Jahren kamen auch sogenannte atypische Investments in Mode. Das sind Anlageobjekte, die mit dem Finanzmarkt nichts zu tun haben - Oldtimer, Kunst, Schmuck, neuerdings sogar Sneakers. Immer wieder haben solche Sammelobjekte mit ihren Wertsteigerungen konventionelle Geldanlagen weit abgehängt. Das gilt aber immer nur für bestimmte Stücke aus dem jeweiligen Bereich, nicht für alle. Zudem können die Preise stark schwanken, und sie orientieren sich oft an der allgemeinen Wirtschaftslage: Geht es konjunkturell abwärts, schwindet auch die Bereitschaft, Geld in Schönes zu investieren.