Trotz Mini-Zinsen: Allianz meldet Rekordgewinn

  • Deutschlands großer Allfinanzkonzern verdiente im vergangenen Jahr trotz eines weiteren Rückgangs der Zinssätze sehr gut.
  • Die Allianz kündigte zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm an.
  • Aktionäre dürfen sich auf eine steigende Dividendenausschüttung freuen.
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München. Gute Geschäfte in der Lebensversicherungssparte haben den Gewinn der Allianz 2019 überraschend nach oben getrieben. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 7,9 Milliarden Euro und damit sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie Europas größter Versicherer am Freitag in München mitteilte. Der operative Gewinn kletterte um drei Prozent auf knapp 11,9 Milliarden Euro.

Damit lag er im oberen Bereich der vom Vorstand ausgegebenen Zielspanne und über den durchschnittlichen Erwartungen von Analysten, obwohl die Allianz ihre Schadenreserven in der Industrieversicherung um rund 600 Millionen Euro aufstocken musste.

Konzern soll digitaler und schlanker werden

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Dem Versicherungskonzern Allianz bleibt keine Zeit zum Durchatmen. Der europäische Branchenprimus hat wie andere Versicherer wegen der verschärften Niedrigzinsen zu kämpfen. Damit sich der Dax-Konzern im Wettbewerb behaupten kann, treibt Vorstandschef Oliver Bäte auch die Digitalisierung voran.

Nach dem Umbau der Lebensversicherung und der Vermögensverwaltung Pimco hat Allianz-Chef Bäte seit 2018 die Sachversicherung des Konzerns in den Fokus gestellt. Die Schaden- und Unfallversicherung, die noch immer den Löwenanteil zum operativen Gewinn beisteuert, soll digitaler, schlanker und einfacher werden. Dadurch soll die Allianz ihr Geschäft wieder ausweiten - ohne dass dies zulasten der Gewinne geht. Auch das Sorgenkind Industrieversicherung packt Bäte an.

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Aktionäre profitieren

Für Aktionäre der Allianz hat sich die Anlage in den vergangenen Jahren ausgezahlt. Wer vor drei oder vor fünf Jahren eingestiegen ist, hat den Wert seiner Investition ohne zwischenzeitliche Dividenden um rund 40 oder gar fast 60 Prozent vergrößert.

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Für das gute Jahr 2019 werden die Anteilseigner nun ebenfalls belohnt. Die Allianz-Aktionäre sollen eine um fast sieben Prozent auf 9,60 Euro erhöhte Dividende erhalten. Für das laufende Jahr fasst Vorstandschef Oliver Bäte einen operativen Gewinn von 11,5 bis 12,5 Milliarden Euro ins Auge.

Neues Aktienrückkaufprogramm

Zudem setzt der Konzern seine Aktienrückkauf-Strategie weiter fort und hat am Tag der Zahlenbekanntgabe eines ein neues Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,5 Milliarden Euro angekündigt, das bis Ende des Jahres abgeschlossen werden soll.

Die Allianz hat am 30. Juli 2019 ihr viertes Aktienrückkaufprogramm mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Euro und 7,3 Millionen Aktien abgeschlossen. Alle zurückgekauften Aktien wurden eingezogen. Am 20. Februar 2020 hat die Allianz ein neues Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,5 Milliarden Euro, das bis Ende des Jahres abgeschlossen werden soll, angekündigt.

Bereits seit 2017 hat der Dax-Konzern rund 7,5 Milliarden Euro in den Rückkauf eigener Papiere gesteckt. Der Vorstand hatte sich zu dieser Strategie bekannt für den Fall, dass der Konzern überschüssiges Kapital nicht für den Geschäftsausbau oder den Kauf anderer Unternehmen benötigt.

RND/dpa

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