Corona-Krise: So erhalten Arbeitnehmer steuerliche Erleichterungen

  • Die Corona-Krise belastet viele Familien und Haushalte massiv.
  • Vielerorts ist Kurzarbeit seit Wochen Normalität, es kann zu finanziellen Engpässen kommen.
  • Und dann meldet sich auch noch das Finanzamt und stellt Forderungen. Doch hier kann Abhilfe geschaffen werden.
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Regenstauf. Durch die Corona-Krise verschiebt sich vieles am Arbeitsmarkt. Mitarbeiter werden in Kurzarbeit geschickt oder unter Umständen sogar gekündigt, andere verlieren ihre dringend benötigten Nebenjobs. Für viele bedeutet das sinkende Einkommen und diese führen zu finanziellen Engpässen. Die Folge: Das Begleichen der laufenden Ausgaben wird schwerer und dann - zu allem Überfluss - kommt auch noch das Finanzamt und stellt Forderungen. Doch hier kann Abhilfe geschaffen werden, Arbeitnehmer und Rentner haben in dieser Situation Möglichkeiten Steuererleichterungen zu beantragen.

Voraussetzung für diverse Steuererleichterungen ist, dass der Steuerpflichtige unmittelbar und nicht unerheblich von der Corona-Krise betroffen ist. “Für das Finanzamt ist es ausreichend, wenn kurz begründet wird, dass sich die persönliche Einkommenssituation wegen der Krise, zum Beispiel aufgrund eines Wegfalls des Zweitjobs in der Gastronomie, verschlechtert hat und daraus Zahlungsschwierigkeiten entstanden sind”, erklärt die Lohnsteuerhilfe Bayern.

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Verspätungszuschläge wegbekommen

Wurde die Einkommensteuererklärung für das Kalenderjahr 2018 aufgrund einer Corona-bedingten Überlastung zu spät durch den Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beim Finanzamt eingereicht und deswegen bereits ein Verspätungszuschlag festgesetzt, so kann dieser durch Antrag wieder aufgehoben werden. Darum wird sich normalerweise der Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein kümmern.

Vorauszahlungen für Einkommensteuer reduzieren

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Hat das Finanzamt mit dem letzten Einkommensteuerbescheid eine vierteljährliche Vorauszahlung festgesetzt, so kann die Höhe jetzt angepasst werden, wenn sich das Einkommensniveau gegenüber dem letzten Jahr verschlechtert hat. “Auf Antrag durch den Betroffenen ist eine Reduktion bis auf null Euro möglich, da sich die Grundlage der Besteuerung vermindert hat”, erklärt die Lohnsteuerhilfe Bayern weiter. Zudem können sogar bereits geleistete Vorauszahlungen zurückerstattet werden.

Die Lohnsteuer stunden

Auch Unternehmen können Lohnsteuerzahlungen gegenüber dem Finanzamt aufschieben, in dem sie eine Fristverlängerung für die Abgabe der Lohnsteueranmeldung in Anspruch nehmen. Das gilt nicht für Arbeitnehmer. Denn bei ihnen wird die Lohnsteuer mit dem Ausbezahlen des Lohns fällig und vom Arbeitgeber entsprechend automatisch einbehalten und an das Finanzamt, wenn auch später, abgeführt. Immerhin: Erhält der Mitarbeiter wegen der Corona-Krise einen geringeren Lohn, so reduziert sich die Lohnsteuer von selbst.

Aufschieben der Steuer-Nachzahlung

Nachzahlungen können während der Krise aufgeschoben werden. Das heißt: Wurde mit dem letzten Steuerbescheid mitgeteilt, dass eine Nachzahlung eines höheren Betrags fällig ist, so haben Rentner oder Arbeitnehmer gleich zwei Möglichkeiten:

Kann die Nachzahlung aufgrund der aktuellen Einkommenshöhe nicht fristgerecht in voller Höhe geleistet werden, kann mit dem Finanzamt eine Ratenzahlung vereinbart werden.

Zum anderen kann ebenso ein Antrag auf Stundung der Nachzahlung gestellt werden. Dadurch verfällt die Nachzahlung zwar nicht, aber sie kann zu einem späteren Zeitpunkt getätigt werden. Wegen der Corona-Krise ist der Aufschub bis zum Jahresende möglich. Das bedeutet: Man sollte frühzeitig beginnen, Rücklagen zu bilden, denn dann am Jahresende will das Finanzamt sein Geld.

Stundungszinsen können teilweise entfallen

Eine offene Steuerschuld kostet normalerweise Geld. Auch das Finanzamt kassiert in der Regel Zinsen. Und das nicht zu wenig. Ab dem ersten Tag der Stundung stehen Zinsen in Höhe von 0,5 Prozent pro Monat an. Auf das Jahr gerechnet sind das 6 Prozent. In Corona-Zeiten nimmt das Finanzamt jedoch davon Abstand, wenn der Antrag auf Stundung wegen der Corona-Krise gestellt wird. Dann erfolgt die Stundung zinslos.

Säumniszuschläge wegbekommen

Ist aufgrund einer noch offenen oder verspäteten Nachzahlung bereits ein Säumniszuschlag, also eine Strafgebühr in Höhe von einem Prozent pro Monat auf die Steuerschuld, systembedingt festgesetzt worden, weil der vom Finanzbeamten gesetzte Termin für die Zahlung längst überschritten wurde, so kann dieser auf Antrag hin ebenfalls erlassen werden.

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Verhinderung von Pfändungen

Einem Unternehmen, dem der Besuch eines Vollstreckungsbeamten vom Finanzamt blüht, weil es seit Längerem Steuerschulden hat, kann dies mit Hinweis auf die Corona-Krise aktuell verhindern. Denn Pfändungen wegen Steuerschulden können bis zum Ende des Jahres auf Antrag wegen Zahlungsschwierigkeiten ausgesetzt werden.

Wichtig zu wissen: Diese Regelung könnte auch bei Privatpersonen funktionieren. Sollte eine Pfändung anstehen, sollte man versuchen, beim Finanzamt einen Antrag mit Bezug auf die Corona-Unternehmerregelung zu stellen, um die Pfändung hinauszuzögern, so der Rat der Lohnsteuerhilfe Bayern.

Antrag richtig stellen

Generell ist zu sagen: Deutschlands Finanzämter sind in der aktuellen Situation angehalten, Erleichterungen unbürokratisch und großzügig zu gewähren und Vollstreckungsmaßnahmen auszusetzen, um vorliegende existentielle Bedrohungen nicht zu verschärfen.

Für Unternehmen, Arbeitnehmer und Rentner gibt es sogar teilweise vorgefertigte Formulare für Anträge auf den Webseiten der einzelnen Bundesländer. Die jeweiligen Anträge auf Steuererleichterungen können entweder formlos oder Elster-Nachricht gestellt werden - in jedem Fall aber schriftlich und beim zuständigen Finanzamt eingereicht werden.

casc/ RND

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