Mobiles Bezahlen mit dem Smartphone: Wie geht das eigentlich?

  • Das kontaktlose Bezahlen mit dem Handy wird in Deutschland immer beliebter.
  • Doch welche Technik steckt eigentlich dahinter?
  • Wie Mobile Payment funktioniert, erklären wir hier.
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Immer häufiger wird in Ladengeschäften und Handelsketten das Smartphone als Zahlungsmittel akzeptiert. Ermöglicht wird diese Form des kontaktlosen Bezahlens durch den Technologiestandard NFC (Near Field Communication). Gerade in Zeiten von Corona ist die sichere und kontaktlose Zahlung per Smartphone eine sinnvolle Technologie – doch wie funktioniert das eigentlich?

Welche Bezahlmethoden gibt es mit dem Smartphone?

Das mobile Bezahlen per Handy erfolgt wie bei einer kontaktlosen Zahlung mittels einer Bankkarte mit integriertem NFC-Chip. Voraussetzung ist hierbei eine App auf dem Handy, mit dem der Zahlungsvorgang an der Kasse ausgeführt wird. Welche App hierfür benötigt wird, hängt von dem entsprechenden Zahlungsdienstleister ab. Zu den bekanntesten Anbietern dieser kontaktlosen Bezahltechnik gehören die Dienste Apple Pay und Google Pay. Die Zahlungs-App wird vorab mit einem Wertbetrag aufgeladen oder mit einem anderen Zahlungsmittel verbunden. Dabei gibt es folgende Varianten:

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  • Kreditkarte: In der Zahlungs-App kann man auf dem Handy seine Kreditkartendaten eingeben und abspeichern. Die App lässt sich im Anschluss wie eine Kreditkarte benutzen.
  • Lastschriften: Man kann in der Bezahl-App auf dem Smartphone auch seine Daten zum Girokonto angeben. Dabei werden die Zahlungen über das Girokonto abgewickelt und entsprechende Beträge abgebucht.
  • Guthabenkarte: In vielen Geschäften wie Drogerien oder Kiosken können auch Guthabenkarten mit verschiedenen Wertbeträgen erworben werden. Dies ist beispielsweise bei der Bezahl-App Google Pay möglich. Der Code von der Guthabenkarte wird in der App eingegeben. Anschließend kann mit dem eingelösten Guthaben per App bezahlt werden.

Wie bezahle ich kontaktlos mit dem Handy an der Kasse?

Wenn Sie Ihre gewünschte Bezahlmethode in Ihrem Handy eingerichtet haben, achten Sie beim Einkaufen auf das Wellensymbol (NFC-Logo) am Terminal bei der Kasse. Sollte dieses Zeichen vorhanden sein, halten Sie Ihr Smartphone wie Ihre EC-Karte an das Lesegerät beim Kassenterminal. Dabei sollte der Abstand zwischen Smartphone und Lesegerät vom Terminal nur wenige Zentimeter betragen.

Manche Zahlungs-Apps müssen auf dem Handy geöffnet sein, um damit bezahlen zu können. Das Handy wird beim Zahlungsprozess als Sicherheitsabfrage eine PIN, einen Fingerabdruck oder eine Gesichtserkennung verlangen. Anschließend ist der Bezahlvorgang mit dem Handy abgeschlossen.

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Wie funktioniert die NFC-Technik beim mobilen Bezahlvorgang?

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Die wichtigste Voraussetzung, um mit dem Handy oder einem anderen Gerät kontaktlos bezahlen zu können, ist ein integrierter NFC-Chip. Nur so lassen sich entsprechende Apps auf dem Smartphone auch verwenden. Die Near-Field-Communication-Technik (auf Deutsch Nahfeldkommunikation) ist bei den meisten modernen Smartphones standardmäßig eingebaut. Ob das Handy über NFC verfügt, kann bei Android-Geräten in den Einstellungen unter dem Abschnitt NFC nachgesehen werden. Bei Apple ist die NFC-Funktion seit dem iPhone 6 integriert.

Beim Zahlungsvorgang werden die benötigten Bezahldaten des Anbieters direkt vom Smartphone an das Lesegerät per Kurzstreckenfunk übertragen. Deshalb muss das Handy dicht an das Lesegerät des Kassenterminals gehalten werden. Die Kartennummer wird dabei nur verschlüsselt ausgetauscht, was in Form eines Tokens passiert. Dieses Token umfasst eine zufällig generierte Nummer, welche die Kreditkartennummer sinnbildlich darstellt, ohne sie zu offenbaren.

Logischerweise setzt das kontaktlose Bezahlen mit dem Handy die Betriebsfähigkeit des Smartphones voraus. Der Akku des Gerätes darf nicht leer und das Handy muss eingeschaltet sein. Eine aktive Verbindung zum Internet (über WLAN oder mobile Daten) ist nicht zwingend erforderlich. Eine Verbindung zu den Servern des App-Anbieters sollte für mobile Zahlungen jedoch in regelmäßigen Abständen sichergestellt werden. Nach mehrmaligen Offlinezahlungen muss man beim Mobile Payment eine Internetverbindung besitzen, damit danach weiter ohne Internet kontaktlos bezahlt werden kann. Bei der Sparkasse sind zehn Zahlungen ohne aktive Internetverbindung möglich.

Wie steht es um den Datenschutz?

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Bei der kontaktlosen Bezahlmethode mit dem Handy werden Informationen über das Kaufverhalten bei manchen App-Anbietern übermittelt. Auch Dritte können an den Daten der Zahlungsvorgänge teilhaben. Dies hängt von dem genutzten Service der Kreditinstitute, Zahlungsdienstleister und Händler ab. Durch diese Informationen können Unternehmen das Kaufverhalten ihrer Kunden analysieren und etwa Nutzerprofile erstellen. So können Kunden zum Beispiel personalisierte Werbebotschaften auf dem Smartphone zugesendet werden.

Die jeweiligen Anbieter müssen ihren Kunden verpflichtend mitteilen, was mit den personenbezogenen Daten passiert. Zwar haben Kreditinstitute oft weniger Interesse daran, private Daten über das Einkaufsverhalten zu analysieren. Ausschließen lässt es sich jedoch nicht. Wer großen Wert auf Anonymität bei Zahlungen legt, sollte also lieber Bargeld verwenden oder sich über Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum informieren.

Welche Limits gibt es bei kontaktlosen Zahlungen?

Um das Risiko durch Missbrauch beim Bezahlen per Handy zu reduzieren, muss ab einem Betrag von 25 Euro oder 50 Euro eine PIN eingegeben werden. Das genaue Limit bei Zahlungen ohne PIN-Eingabe hängt vom jeweiligen App-Anbieter und Kreditinstitut ab. Nach fünf kontaktlosen Bezahlungen mit dem Smartphone muss die PIN ebenfalls aus Sicherheitsgründen eingegeben werden. Wenn das Terminal bei der Bezahlung mit Smartphones die Sicherheitsfunktionen wie Handy-PIN, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung vom eigenen Handy verarbeiten kann, werden diese Maßnahmen anstelle der Karten-PIN genutzt.

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Welche Apps gibt es für kontaktloses Bezahlen?

Die Auswahl an Apps, mit denen man mobil mit dem Smartphone oder der Smartwatch zahlen kann, wird immer größer. Die Apps werden von Banken, Techfirmen, Zahlungsdienstleistern sowie Bonusdiensten angeboten. Eine Übersicht:

  • Banken (z.B. Deutsche Bank Mobile, Paydirekt, Sparkassen-Wallet, Volksbanken Raiffeisenbanken, Commerzbank, N26, DKB, Comdirect, BW-Bank)
  • Techfirmen (z.B. Apple Pay, Google Pay, Samsung Pay, Garmin Pay, SwatchPay, Fitbit Pay)
  • Zahlungsdienstleister (z.B. Paypal, Glase, VIMPay, Revolut)
  • Bonusdienste (z.B. PaybackPay)

Wie kann ich Apple Pay nutzen?

Den Bezahldienst von Apple gibt es in Deutschland seit 2018. Große Kreditinstitute wie die Sparkasse oder die Commerzbank haben den Bezahlservice Apple Pay erst für Kreditkarten- und später auch für Girocard-Nutzer freigeschaltet. Apple Pay kann als Zahlmethode auch online im Browser oder innerhalb von anderen Apps verwendet werden.

Wer Apple Pay für kontaktlose Zahlungen unterwegs benutzen möchte, benötigt ein iPhone oder eine Apple Watch. Zuerst wird die Kredit- oder EC-Karte über die vorinstallierte App Wallet hinzugefügt. Hier werden die entsprechenden Bankdaten eingegeben. Im Anschluss prüft die Bank, ob die Bezahlmethode auf dem Gerät verwendet werden darf. Apple Pay lässt sich neben der Wallet-App auch direkt in der Banking-App des Kreditinstitutes oder des Zahlungsdienstleisters einrichten und freigeben.

Um mit Apple Pay in Geschäften kontaktlos zu bezahlen, muss beim iPhone die Wallet-App mit der hinterlegten Bezahlkarte geöffnet sein. An der Kasse muss dann zweimal auf die Seitentaste gedrückt werden, woraufhin die Authentifizierung startet. Diese erfolgt per Gesichtserkennung (Face ID) oder Eingabe des Handycodes. Per Fingerabdruck (Touch ID) kann ebenfalls gezahlt werden. Anschließend wird das Smartphone mit dem oberen Ende des Gehäuses wie bei einer Kartenzahlung an das Lesegerät des Kassenterminals gehalten.

Bei der Apple Watch wird zur kontaktlosen Zahlung ebenfalls die Seitentaste zweimal gedrückt und an das Lesegerät gehalten. Bei erfolgreicher Transaktion erscheint eine entsprechende Mitteilung auf dem Display.

Wie funktioniert Google Pay online?

Google Pay gibt es in Deutschland ebenfalls seit 2018. Zu den Partnern zählen in Deutschland Visa, Mastercard, Commerzbank mit Comdirect sowie die Onlinebanken N26 und Boon. Voraussetzung ist hierfür ein Smartphone oder eine Smartwatch, welches oder welche Android als Betriebssystem besitzt. Bei Google Pay können mehrere Kredit- und Debitkarten sowie das eigene Paypal-Konto hinterlegt werden.

Der kontaktlose Bezahlvorgang mit Android-Geräten ähnelt dem von iOS-Geräten. Um mit Google Pay Einkäufe auch online zahlen zu können, sollte beim Bezahlvorgang auf das Google-Pay-Logo geachtet werden. Nach dem Klick auf das Logo bei der Website oder App öffnen sich die hinterlegten Karten. Nach Auswahl der Karte sendet Google Pay die Zahlungsinformationen sowie die Lieferadresse sicher an den Händler. So erübrigt sich das Erstellen eines Kundenkontos, die Anmeldung oder das Ausfüllen eines Formulars auf der Website oder App.

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