Kostenlose Schufa-Auskunft beantragen – so wird’s gemacht

  • Eine Schufa-Auskunft braucht im Laufe des Lebens fast jeder Mensch in Deutschland.
  • Doch wie beantragt man diese? Und was unterscheidet die kostenlose von der kostenpflichtigen Auskunft?
  • Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
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Die Schufa ist ein geflügeltes Wort in Bezug auf die Finanzen von Privatpersonen. Einen negativen Eintrag in der Schufa will niemand haben. Denn die Schufa-Auskunft braucht man in Deutschland, um seine Kreditwürdigkeit (Bonität) zu belegen. Die Auskunft wird unter anderem benötigt, wenn man eine Wohnung mieten oder einen Kredit bei einer Bank aufnehmen will.

Was ist die Schufa?

Die Abkürzung Schufa steht für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. In der privatwirtschaftlichen Wirtschaftsauskunftei schließen sich Unternehmen zusammen, die Kredite gewähren. Das sind also beispielsweise Banken sowie andere Kreditinstitute, aber auch Unternehmen, die mit ihren Kunden ein Kreditrisiko eingehen. Dazu zählen zum Beispiel Telekommunikationsdienstleister und Leasingfirmen.

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Die Vertragspartner der Schufa sind verpflichtet, dieser gewisse Daten über ihre Kunden weiterzugeben. Im Gegenzug ist die Schufa verpflichtet, den Vertragspartnern Auskünfte über natürliche Personen zu geben, die sich beispielsweise um einen Kredit bemühen. Die sogenannte Schufa-Bonitätsauskunft (meist nur Schufa-Auskunft genannt) kann aber auch bei der Wohnungsvermietung eine Rolle spielen – und zwar dann, wenn die Vermieterin oder der Vermieter Informationen zur Zahlungssicherheit des Wohnungsinteressenten verlangt.

Kostenlose Schufa-Auskunft beantragen

Privatpersonen können bei der Schufa einmal pro Jahr eine kostenlose Auskunft erhalten. Die Schufa stellt dafür eine Kopie der personenbezogenen Daten nach Art. 15 der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung zur Verfügung. Dieses Schreiben enthält alle Daten, die über die Person bei der Schufa gespeichert sind. In der Datenkopie enthalten ist außerdem ein Scoring zu der Frage, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls der Person ist. Die Auskunft wird in Papierform bereitgestellt. Die Datenauskunft beinhaltet auch den gemeinhin als „Schufa-Score“ bezeichneten Orientierungswert, auf den wir weiter unten ausführlicher eingehen.

Schufa-Auskunft beantragen: Welche Dokumente braucht man?

Für die kostenlose Schufa-Auskunft muss man einen Antrag ausfüllen. Das geht online über die Seite meineschufa.de. Um den Antrag zu vervollständigen, muss zum Formular noch eine beidseitige Kopie eines Ausweisdokuments angefügt werden. Daraus müssen Vor- und Zuname, vollständige Adresse, Geburtsdatum und Geburtsort hervorgehen. Alle weiteren Angaben, wie etwa das Foto auf dem Ausweisdokument, können geschwärzt werden. Das Anfügen einer Ausweiskopie dient der zweifelsfreien Identifikation der Antragsstellenden.

Schufa-Auskunft telefonisch beantragen

Die kostenpflichtige Schufa-Auskunft kann telefonisch beantragt werden, die kostenlose Auskunft dagegen nicht. Lediglich das Antragsformular für eine kostenlose Schufa-Auskunft kann per Telefon angefordert werden.

Was bringt die kostenpflichtige Schufa-Auskunft und wie viel kostet sie?

Die kostenpflichtige Schufa-Auskunft wird „meineSCHUFA kompakt“ genannt. Im Vergleich zur kostenlosen Datenkopie hat die Kompaktauskunft einige Vorteile. Im Gegensatz zur kostenlosen Auskunft wird die kostenpflichtige online bereitgestellt, nicht in Papierform. Zudem ist bei der Auskunft ein tagesaktueller Stand der Informationen abrufbar. Kunden können überdies ihre Informationen auch mobil abrufen sowie sich mit Fragen und Hinweisen zu der Auskunft direkt an die Schufa wenden. Zu allen Themen in Bezug auf die Schufa steht ihnen zudem eine persönliche Telefonberatung innerhalb der Sprechzeiten zur Verfügung. Eine Liste aller Vorteile der kostenpflichtigen Schufa-Auskunft findet sich hier.

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Die kostenpflichtige Schufa-Auskunft „meineSCHUFA kompakt“ kostet derzeit einmalig 9,95 Euro. Zudem fallen für jeden Monat der Laufzeit 3,95 Euro an. Innerhalb der Laufzeit können dann unbegrenzt viele Schufa-Auskünfte erstellt werden.

Sollte man für eine private Schufa-Auskunft Drittanbieter nutzen?

Wer im Internet nach dem Antrag für eine Schufa-Auskunft sucht, findet etwa auf Google Anzeigen von Drittanbietern. Einige Seiten verlangen allein für das Weiterleiten der einmaligen Auskunft bis zu 20 Euro, auf anderen Seiten scheint die Schufa-Auskunft dagegen auf den ersten Blick kostenlos zu sein.

Die Schufa selbst warnt jedoch davor, für die Auskunft auf Drittanbieter zurückzugreifen. Diese seien „überflüssig und teuer“. Immerhin ist eine kostenlose Auskunft auch direkt bei der Schufa möglich. Laut Schufa fordern einige Drittanbieter, die zunächst mit einer kostenlosen Auskunft locken, im Nachhinein doch noch Geld ein. Außerdem sei bei diesen Anbietern der Datenschutz nicht immer gewährt, so die Schufa.

Schufa-Auskunft und Bonitätscheck – wo ist der Unterschied?

Neben der Bonitätsauskunft bietet die Schufa den sogenannten Bonitätscheck an, bei dem es sich um „eine kürzere Onlinevariante der Schufa-Bonitätsauskunft“ handelt und in dem nur die Informationen enthalten sind, „die [beispielsweise] für den Vertragsabschluss für die Wohnung relevant sind.“ Das Zertifikat lässt sich als PDF-Dokument direkt an den Vermieter oder die Vermieterin schicken. Häufig bieten Banken oder Immobilienportale die Checks auf ihren Seiten als Serviceleistung an.

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Was ist der Schufa-Score und wie setzt er sich zusammen?

Der Schufa-Orientierungswert (gemeinhin als Schufa-Score bezeichnet) sagt aus, wie wahrscheinlich es ist, dass eine bestimmte Person einen Kredit zurückzahlt. Es können unterschiedliche Scores pro Person existieren, da die Schufa für verschiedene Branchen unterschiedliche Berechnungen anlegt.

Der Schufa-Basisscore kann zwischen 0 und 100 liegen. Dabei gibt 0 an, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass ein Kredit zurückgezahlt wird. Der optimale Score von 100 verweist demgegenüber auf eine sehr hohe finanzielle Zuverlässigkeit. Jeder Score wird auf Basis aller an die Schufa übermittelten Daten berechnet. Das genaue Berechnungsverfahren ist jedoch geheim. Und das wird auch so bleiben: 2014 hat der Bundesgerichtshof geurteilt, dass die Berechnungsformeln von Auskunfteien dem Geschäftsgeheimnis unterliegen und nicht offengelegt werden müssen.

Welche Daten sammelt die Schufa über mich?

Zu den Informationen, die die Schufa über Personen sammelt, gehören:

  • Name, Geburtsdatum, Adresse und andere persönliche Daten
  • Handy- und Leasingverträge
  • Ratenzahlungen
  • eröffnete Bankkonten, Kreditkarten und Kredite
  • Wechsel des Stromanbieters
  • Bürgschaften
  • Insolvenzverfahren
  • ausstehende Forderungen

Zu den Informationen, die die Schufa nicht über Personen sammelt, gehören:

  • Familienstand, Nationalität, Religionszugehörigkeit etc.
  • Beruf und Ausbildung
  • Arbeitgeber und Einkommen
  • Kapital und Vermögen
  • Kaufverhalten

Eine ausführliche Übersicht, welche Daten von der Schufa zu welchem Zweck verarbeitet und wie lange gespeichert werden, findet sich hier.

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