Arbeiten im Homeoffice: So werden die Kosten richtig abgesetzt

  • Viele Menschen mussten wegen des Lockdowns vom Büro in die eigenen vier Wände wechseln, um ihren Job zu machen.
  • Das Homeoffice wurde und ist immer noch für viele Arbeitnehmer der Alltag.
  • Damit sich dieser Umstand auch bei der Steuererklärung für das Jahr 2020 auswirkt, sollte man ein paar wichtige Punkte beachten.
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Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Lockdown haben viele Arbeitnehmer aus ihren Büros in das Homeoffice flüchten lassen. Das Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden wurde somit Hauptarbeitsplatz.

Dieser Umstand wirkt sich auch bei der Steuererklärung für das Jahr 2020 aus. Diese muss zwar erst im kommenden Jahr abgegeben werden, doch es lohnt sich jetzt schon, kontinuierlich Unterlagen und Belege zu sammeln sowie vom Arbeitgeber etwaige Formulare einzuholen, damit es 2021 entspannter bei der Steuererklärung zugeht. Dabei sollte man ein paar wichtige Dinge wissen:

Homeoffice-Büro: Strenge Voraussetzungen des Finanzamts

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Das Finanzamt akzeptiert nur unter bestimmten Voraussetzungen ein Homeoffice-Büro: Der Bundesfinanzhof entschied 2016, dass Aufwendungen für “einen in die häusliche Sphäre eingebundenen Raum, der mit einem nicht unerheblichen Teil seiner Fläche auch privat genutzt wird” nicht als Betriebsausgaben beziehungsweise Werbungskosten berücksichtigt werden.

Das Einkommenssteuergesetz sagt klar, dass es sich hierbei um einen separaten Raum handeln muss, der zu 90 Prozent beruflich genutzt wird. Dieser sollte zur eigenen Privatwohnung gehören und entsprechend auch als Büro ausgestattet sein.

Diese Voraussetzung konnten aber nicht alle Arbeitnehmer sofort innerhalb kurzer Zeit wegen der Corona-Krise erfüllen, mussten aber dennoch zu Hause zeitweise zu 100 Prozent ihren Job für den Arbeitgeber verrichten. Daher ist es wichtig, alle Dokumentationen wie Mails, Briefe, schriftliche Memos zum Thema Anordnung seitens des Arbeitgebers zum Homeoffice sowie etwaige Absprachen zu Büroequipment und anderer steuerrechtlich relevanter Unterlagen aufzubewahren.

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Belege sammeln wegen der Werbungskosten

Nach aktuellem Stand ist es noch unklar, welche Kosten jeweils ein Arbeitnehmer für die Zeit des Homeoffice wegen Corona absetzen kann. Fest steht, dass die sogenannten Werbungskosten von bis zu 1250 Euro pro Person als begrenzter Abzug vom zu versteuernden Einkommen möglich sind.

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Voraussetzung dafür ist aber auch, dass man eben das vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Büro im Unternehmen nicht nutzen konnte und zu Hause arbeiten musste – und dafür einen Nachweis vom Arbeitgeber hat. Ist das häusliche Arbeitszimmer sogar der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit, können die Kosten in voller Höhe als Werbungskosten abgesetzt werden. In der Regel ist das aber nur bei Freiberuflern der Fall.

Was ebenfalls die wenigsten nicht wissen: Selbst wenn mehrere Personen ein häusliches Arbeitszimmer nutzen, kann jede einzelne Person nach der bisherigen Rechtsauffassung des Bundesfinanzhofs seine Aufwendungen hierfür bis zum Höchstbetrag von 1250 Euro als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend machen.

Tipp: Vorher-Nachher-Fotos vom Arbeitszimmer

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Darüber hinaus ist es wichtig, Rechnungen und Belege für die Homeoffice-Zeit aufzubewahren. Dazu gehören Rechnungen zu neu erworbenem Mobiliar und auch Bürozubehör wie Druckerpapier. Ebenso ist es ratsam, so die Experten der Steuererklärungs-App Taxando, die Veränderungen auch im Bild festzuhalten.

Das heißt, um die neu erworbenen Gegenstände beziehungsweise Veränderungen in den Räumlichkeiten für das Finanzamt nachzuweisen, ist die Anfertigung von Vorher-Nachher-Fotos des Zimmers erforderlich. Die Aufbewahrung sämtlicher Belege für Renovierungsarbeiten während der Zeit im Homeoffice ist laut Taxando-Experten ebenso ratsam.

Homeoffice und Steuererklärung: Wichtige Unterlagen zur Hand haben

Zur Hand haben sollte man für die Steuererklärung auch Unterlagen wie den Mietvertrag und eine Auflistung der Kosten für die Wohnung wie Strom, Telefon und WLAN, sowie als Eigentümer Unterlagen zur Grundsteuer, Versicherungen, Müllabfuhrgebühren oder zum Schornsteinfeger. Denn auch diese Kosten sind anteilig absetzbar.

Und: Wer ein Arbeitszimmer in seinem selbst genutzten Haus oder seiner Eigentumswohnung eingerichtet hat, kann auch die auf das Arbeitszimmer entfallenden Kreditzinsen steuerlich geltend machen.

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