Coronakrise: Wie sicher sind die “sicheren Häfen” für Anleger?

  • Weltweit stemmen sich Notenbanken mit allen Mitteln gegen die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus.
  • An der Börse scheinen dennoch Zinssenkungen und milliardenschwere Anleihenkäufe wirkungslos zu verpuffen.
  • Was ist eigentlich mit den viel zitierten “sicheren Häfen” für Anleger?
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Stuttgart. Das Coronvirus und die Angst vor den Folgen der Pandemie haben in den vergangenen zwei Wochen zu einem der größten Abstürze in der Börsengeschichte geführt. Es wurde alles verkauft. Aktien, Unternehmensanleihen, Rohstoffe, Kryptowährungen, einfach alles. Allein der deutsche Dax hat in zwei Wochen fast 40 Prozent eingebüßt. Viele Anleger suchen nun nach den vermeintlich sicheren Häfen.

Dieses waren in der Vergangenheit stets Anlagen in stabile Währungen wie der US-Dollar oder der Schweizer Franken, sowie Gold und Staatsanleihen. Sind diese Investments auch weiterhin die langfristig für Anleger “sicheren Häfen”?

Die Alternative: Staatsanleihen

Wer nun dem Aktienmarkt in den kommenden 12 bis 24 Monaten und darüber hinaus misstraut, sucht Alternativen, die einem auch nicht unbedingt die beste Rendite verspricht. Eine davon könnten unverändert Staatsanleihen sein. Bei (Staats)Anleihen ist die wichtigste Ertragskomponente die Zinseinnahmen. Hier gilt zu beachten:

Die erzielbaren Renditen sind immer ein Ausdruck der Einschätzung, inwiefern ein Staat in der Lage ist, das ihnen geliehen Geld und die laufenden Zinsen zahlen zu können. Das heißt, eine hohe Rendite oder auch Risikoaufschlag geht in der Regel mit einer höheren Wahrscheinlichkeit ein, dass der Investor sein angelegtes Vermögen nicht wieder sieht. Bestes Beispiel dafür ist in der Vergangenheit mehrmals das südamerikanische Land Argentinien gewesen, das seinen Schuldendienst zwischenzeitlich einfach eingestellt hatte.

Als sicher gelten heute unverändert Staatsanleihen beispielsweise von USA oder Deutschlands. Sie sind in Dollar und Euro gelistet, starke Währungsschwankungen sollten nicht an der Tagesordnung sein. Aktuell könnten daher US-Staatsanleihen mit der Ratingbewertung Triple A (AAA) und einer Laufzeit von einem bis fünf Jahren interessant sein. Allerdings gilt: Bislang sind die Zinsen bei diesen Staatsanleihen meist sehr niedrig – eine Folge der expansiven Geldpolitik in den vergangenen Jahren.

Die Alternative Gold

Auch der sichere Hafen Gold hat in den letzten beiden Handelswochen gehörig leiden müssen. Allein in der letzten Woche hat die Notierung der Feinunze mehr als 9 Prozent auf 1.521 Dollar verloren.

Dennoch dürfte das glänzende Edelmetall nach wie vor ein solides Investment für Langfristanleger sein. Denn nichts ist auf lange Sicht so wertbeständig wie Gold. Daher haben auch die Notenbanken rund um den Globus in den vergangenen zwei Jahren ihre Goldbestände kontinuierlich aufgestockt. Gold ist und bleibt trotz aller Kursrückschläge eine wichtige Krisenwährung.

Anleger können es also den Notenbanken gleichtun und auf Gold setzen. Hierfür gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Optionen. Dazu gehört der Kauf von physischem Gold in Form von Münzen und Barren. Zu den bekanntesten Anlagemünzen gehören Krügerrand, Maple Leaf, Wiener Philharmoniker und China Panda.

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Zu beachten ist, dass der Kauf von Anlagegold, also Barren und die typischen Anlagemünzen, von der Umsatzsteuer befreit ist. Der Kauf von Silber- und anderen Edelmetallbarren wird dagegen mit 19 Prozent Umsatzsteuer besteuert. Gewinne aus dem Verkauf von Anlagegold werden nicht besteuert, wenn eine Haltefrist von einem Jahr eingehalten wird oder wenn die Freigrenze von 599 Euro Gesamtgewinn nicht überschritten wird.

RND

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