“Finanztest”: Versicherte sollten Zusatzleistungen bei Krankenkassenwechsel beachten

  • Trotz der Corona-Krise haben die meisten Krankenkassen ihre Beiträge nicht erhöht.
  • Wer dennoch sparen will, sollte bei den Anbietern die Zusatzleistungen miteinander vergleichen.
  • Denn welche Extraleistungen übernommen werden, entscheiden die Kassen individuell.
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In Zeiten der Corona-Pandemie gewinnen ärztliche Videosprechstunden und andere digitale Dienstleistungen bei Patienten an Akzeptanz. Auch Krankenkassen bauen ihre Onlineangebote aus. Die Stiftung Warentest hat in ihrer neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift “Finanztest” (10/2020) die Extras und Beiträge von 72 gesetzlichen Krankenkassen genauer unter die Lupe genommen.

Beiträge bleiben stabil

Der Test zeigt, dass trotz der Corona-Krise die Beitragssätze der Krankenkassen relativ stabil geblieben sind. Nur 18 Anbieter hatten ihre Beiträge zum Jahreswechsel 2019/2020 erhöht. Die bundesweit günstigste Krankenkasse ist die hkk mit 14,99 Prozent, gefolgt von der BKK Firmus mit 15,04 Prozent.

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Der kassenindividuelle Beitragssatz besteht grundsätzlich aus zwei Teilen: dem gesetzlich festgeschriebenen, allgemeinen Beitragssatz mit 14,6 Prozent und dem Zusatzbeitrag, den die Kassen individuell festlegen können. “Wer zufrieden mit seiner Kasse ist, sollte sich einen Wechsel allein aus Beitragsgründen gut überlegen”, heißt es im Testbericht.

Zusatzleistungen beachten

Denn auch die von den Krankenkassen übernommenen Zusatzleistungen sollten bei einem Wechsel berücksichtigt werden. Einige Krankenkassen bieten unter anderem Videoberatungen und Onlinekurse an. Auch das Angebot an Videokursen zur Geburtsvorbereitung und zum Stillen sowie digitaler Hebammenberatung nimmt zu.

Wer über einen Krankenkassenwechsel nachdenkt, sollte sich vorab erkundigen, ob vom neuen Anbieter alle gewünschten Leistungen übernommen werden. “Lassen Sie sich die Zusicherung schriftlich geben”, rät die Stiftung Warentest.

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Ab 2021: Bindungsfrist verkürzt sich auf zwölf Monate

Vor allem bei genehmigten Leistungen wie Rehasport, Medikamenten und Hilfsmitteln sowie Extraleistungen könnte es nach einem Wechsel zu Änderungen kommen. Zum Beispiel müsste ein von der alten Krankenkasse geliehener Rollstuhl eventuell zurückgegeben werden. Die neue Kasse würde dann einen gleichwertigen Ersatz bereitstellen.

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Außerdem treten ab 2021 zwei neue Regelungen in Kraft: Bisher musste man 18 Monate Mitglied einer Krankenkasse sein, ehe ein Wechsel erlaubt war. Diese Bindungsfrist soll auf zwölf Monate verkürzt werden. Zudem muss ab kommendem Jahr nur noch gegenüber der neuen Krankenkasse erklärt werden, dass man Mitglied werden will. Diese kündigt dann die Mitgliedschaft beim alten Anbieter.

RND/lb

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