Dividendenindex 2019: Hier gab es für Aktionäre am meisten zu holen

  • Mit Aktien konnte jeder letztes Jahr viel Geld verdienen.
  • Aber nicht nur wegen kletternder Börsenkurse, sondern auch wegen steigender Dividendenausschüttungen.
  • Für 2020 erwarten Experten noch einmal eine Steigerung bei den Ausschüttungen.
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Die Zeiten für Privatanleger, in denen diese eine solide Rendite mit dem eigenen Geld auf dem Konto erwirtschaften können, sind schon seit vielen Jahren vorbei. Heute dominieren Niedrig- und mancherorts sogar Strafzinsen das Kontogeschehen – und fressen so das Ersparte ganz still und leise systematisch auf. Wer langfristig mehr aus seinem Geld machen will, muss andere Wege einschlagen.

Einer führt über das für viele Deutsche eher unbeliebte Börsenparkett – auf dem nicht nur mit hastigen Käufen und Verkäufen Geld verdient werden kann. Denn weltweit steigen die Dividenden, die Unternehmen an ihre Anteilseigner ausschütten. Was sich zuletzt besonders gelohnt hat, fasst die Fonds-Gesellschaft Janus Henderson Investors mit dem nun zum 25. Mal veröffentlichten Global-Dividend-Index auf.

Dividenden steigen weltweit

Im vergangenen Jahr 2019 wurden weltweit 1,43 Billionen US-Dollar an Dividenden ausgezahlt. Das sind 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies war keine Ausnahme, wie es die Historie aufzeigt: Auf Sicht des zurückliegenden Jahrzehnts sind die Dividendenausschüttungen extrem stark gestiegen, nachdem sie 2009 im Zuge der Finanzkrise ein sehr niedriges Niveau erreicht hatten.

Seitdem haben sie sich fast verdoppelt, der Zuwachs betrug laut der Studie 97 Prozent. Am Ende ging es um die stolze Summe von 11,4 Billionen US-Dollar an Dividenden, die in den vergangenen zehn Jahren ausgezahlt worden sind. Für 2020 erwartet Janus Henderson ein bereinigtes Dividendenwachstum von 4,0 Prozent auf 1,48 Billionen US-Dollar.

Deutschland ist nicht spitze

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Aber wo findet man als Anleger eigentlich die Unternehmen, die einem als Aktionär eine sehr attraktive Dividende ausschütten? Die Antwort ist für einen Anleger aus Deutschland zunächst nicht zufriedenstellend: Es ist auf den ersten Blick nicht das Gros der Unternehmen, die im Deutschen Aktienindex oder anderen deutschen Börsenindizes gelistet sind, zumindest wenn man sich die Daten nur für 2019 ansieht.

Unter den größeren Dividendenzahlern verzeichnete Deutschland nämlich laut der Studie das schwächste Wachstum mit nur um 2,5 Prozent höheren Ausschüttungen von 43,8 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr. Ein Zehntel der deutschen Unternehmen kürzte demnach seine Dividenden.

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Aus dem Dax sind hierfür die Autokonzerne BMW und Daimler die jüngsten und prominentesten Beispiele. Nur 60 Prozent der deutschen Unternehmen erhöhten dagegen ihre Auszahlungen an Aktionäre – das ist weniger als der weltweite Durchschnitt.

Einige deutsche Konzerne in den Top 100

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Immerhin haben es aber trotz dieser augenscheinlich schwachen Gesamtleistung sechs deutsche Unternehmen im vergangenen Jahr unter die Top 100 der größten Dividendenzahler weltweit geschafft: Allianz (52.), Daimler (62.), Telekom (66.), Siemens (68.), BASF (80.) und Bayer (98.).

Im Ausland winkt die Dividendenrendite

Wer als Anleger in den letzten Jahren aber über den deutschen Börsentellerrand geschaut hat, wurde dagegen belohnt. Abseits von Dax und Co. kamen die bedeutendsten Beiträge zum globalen Dividendenwachstum aus Nordamerika, den Schwellenländern, Japan und – als eine europäische Ausnahme – Frankreich. Letzteres war das einzige europäische Land, dessen Ausschüttungen ein Rekordniveau erreichten.

Vor allem amerikanische Banken haben aber in den letzten Jahren ihren Anteilseignern gute Gewinne eingebracht. Zweistellige Dividendenerhöhungen gab es fast bei sämtlichen US-Banken. Allein in den vergangenen fünf Jahren haben sich die Ausschüttungen der Geldinstitute in den USA verdoppelt – im Branchenvergleich lag der Bankensektor damit unangefochten an der Spitze. In Nordamerika stiegen aber nicht nur die Ausschüttungen im Bankensektor. Allgemein gesehen stiegen die Dividenden im zurückliegenden Jahrzehnt um 136 Prozent.

Technologiekonzerne schütten viel Geld aus

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Der größte Dividendenzahler der Welt 2019 war der Ölkonzern Royal Dutch Shell. Auf den weiteren Plätzen folgen dann Konzerne aus dem amerikanischen IT-Sektor: AT&T, Microsoft und Apple. Dies spiegelt auch den Trend der vergangenen zehn Jahre wider: Hier lag der Technologiesektor in Führung. Die Ausschüttungen vervierfachten sich dort seit 2009 und erreichten 2019 eine Summe von 118 Milliarden US-Dollar. Allen voran mit US-Konzernen wie Apple und Microsoft.

Wer zuletzt in den iPhone-oder in den Windows-Konzern sein Geld investiert hatte, konnte nicht nur gute Aktienkursgewinne verbuchen, sondern wurde am Erfolg des Unternehmens mit guten Dividenden zusätzlich beteiligt.

Lukrative Investitionen in Schwellenländer

Abseits der bekannten und etablierten Aktienmärkte waren zuletzt auch die Schwellenländer attraktiv für Anleger. Im zurückliegenden Jahrzehnt haben sich die Dividenden in den Schwellenländern auf US-Dollar-Basis fast genau verdoppelt.

In Russland beispielsweise stiegen laut der Studie die Ausschüttungen 2019 um 26,7 Prozent auf einen neuen Rekordstand; die wichtigsten Beiträge leisteten Öl- und Bergbauunternehmen sowie die Sberbank, die größte Finanzinstitution Russlands. Jedoch ist Engagement in den Schwellenländern für ungeübte Privatanleger angesichts des politischen Umfeldes deutlich riskanter einzuordnen als in westlichen Industrieländern.

Positiver Ausblick für 2020

Letztlich zeigt die aktuelle Dividendenstudie von Janus Henderson aber sehr gut auf, dass im aktuellen Niedrigzinsumfeld langfristige Aktienanlagen und damit verbundene Dividenden zu einer wichtigen Alternative für renditeorientierte Anleger geworden sind und sie gleichzeitig einen wichtigen Baustein beim Vermögensaufbau bilden.

Laut Experten dürfte sich daran auch 2020 nicht viel ändern. Daniela Brogt von Janus Henderson dazu: „Vieles spricht dafür, dass die Ausschüttungen 2020 im fünften Jahr in Folge ein neues Rekordniveau erreichen werden.“

RND


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