Diese Regeln helfen beim Sparen

Das Dreieck der Geldanlage besteht aus Sicherheit, Verfügbarkeit und Rendite. Doch wo liegen die Vor- und Nachteile?

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Hannover. Als sicher gelten Produkte, die unter die gesetzliche Einlagensicherung oder eine als gleichwertig anerkannte Institutssicherung fallen. Dazu zählen Einlagen auf Spar-, Tages- oder Festgeldzinskonten, wie Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken sagt.

Der Nachteil: "Die Niedrig-, wenn nicht gar Nullzinsen, führen dazu, dass sich das Geld quasi nicht vermehrt." Anleihen beinhalten grundsätzlich das Emittentenrisiko, also das Risiko eines Totalverlustes, sollte der Herausgeber insolvent werden. Generell gilt das für Staatsanleihen, aber ebenso für die Anleihen von Unternehmen oder Kreditinstituten."Bei Letzteren sollte daher geprüft werden, ob für die konkrete Anleihe eine private Einlagensicherung oder eine Institutssicherung besteht", rät Scherfling.

Das sagt unser Experte Uwe Eilers (Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Frankfurter Vermögen): „Wer jetzt Immobilien als Kapitalanlage kauft, muss damit rechnen, dass das böse enden wird. Häuser und Wohnungen in Deutschland sind zurzeit nahezu überall in den Metropolen und Ballungsgebieten überteuert. Wer heute vor zehn Jahren erworbenen Wohnraum verkauft, macht Gewinn, wer zu derzeitigen Preisen kauft, macht morgen dagegen schon beim Verkauf mindestens 14 Prozent Verlust: Grunderwerbssteuer, Maklerkosten und weitere Nebenkosten werden kaum von der Verkaufssumme abgedeckt. Entscheidet man sich dafür, heute ein Haus zu erwerben, um es in zehn Jahren zu verkaufen, sind noch deutlichere Verluste vorprogrammiert. Schuld ist der niedrige Zinssatz. Durch die jahrelangen Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) haben wir eine verzerrte Zinssituation. Ab Januar 2019 will die Notenbank die Käufe auf null reduzieren. Von da an ist damit zu rechnen, dass die Zinsen wieder auf 4 Prozent steigen werden. Der Wiederverkaufswert von Immobilien kann dann aber um bis zu 30 Prozent sinken – ein Verlustgeschäft also. Als Kapitalanlage lohnen sich Immobilienkäufe derzeit nur für die Altersvorsorge, wenn man selbst ein Leben lang darin wohnen will oder wenn das Objekt deutlich unter dem Marktwert zu erwerben ist.“.
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Verfügbarkeit: "Über ein Tagesgeldkonto kann täglich verfügt werden", sagt Beller. Allerdings gibt es auch hier zurzeit nur eine minimale Verzinsung. Aktien, Anleihen und Fondsanteile können in der Regel täglich veräußert werden, allerdings nur zu dem aktuellen Kurs. "Dies kann problematisch sein, wenn man als Anleger sein Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt und die Kurse gerade stark schwanken", sagt Beller. Spielen Sicherheit und Verfügbarkeit gleichermaßen eine Rolle, können inländische Geldmarktfonds die passende Wahl sein. Darauf weist Dirk Ulbricht vom Institut für Finanzdienstleistungen (IFF) hin. Ausländische Geldmarktfonds bieten nur geringe Zusatzzinsen. "Auch das gute alte Sparbuch mit der gesetzlichen Kündigungsfrist kann eine Option sein", sagt Scherfling. Pro Monat kann man nur 2000 Euro abheben, größere Beträge muss man vorher ankündigen.

Rendite: Klar muss sein: "Hohe Renditechancen ohne Risiken gibt es nicht", betont Ulbricht. Das bedeutet: Der Anleger muss bereit sein, gegebenenfalls auch Verluste in Kauf zu nehmen. Ulbricht empfiehlt Durchschnittsanlegern breit gestreute Indexfonds. Sie sind eine Option, wenn es einem auf eine möglichst hohe Rendite ankommt. Börsengehandelte Indexfonds, also ETFs (Exchange Traded Funds), sind im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds oft kostengünstiger.

Von RND/Sabine Meuter