Deshalb ist Angst vor Altersarmut unbegründet

Warum die große Mehrheit der Deutschen keine Angst vor Altersarmut haben muss, erklärt unser Kolumnist Dirk von der Heide von der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin.

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Hannover. Wie Umfragen aus den vergangenen Jahren zeigen, haben viele Menschen Angst davor, im Alter arm zu sein. Nach dem letzten Armuts- und Reichtumsbericht sehen zwei Drittel der Deutschen hier ein hohes oder sehr hohes Risiko. Aber sind diese Ängste in diesem Maße begründet? Wenn man sich die Zahl derjenigen anschaut, die heute im Alter Grundsicherung beziehen und damit staatliche Hilfe bekommen, sicherlich nicht.

Früh Absicherung im Alter sicherstellen

Rund 3 Prozent der über 65-Jährigen erhalten heute Grundsicherung, weil sie nicht über ein ausreichendes Einkommen verfügen. Allerdings wird ihr Anteil voraussichtlich steigen – nach einer von der Rentenversicherung in Auftrag gegebenen Studie bis 2030 auf bis zu 5,5 Prozent. Das heißt aber auch: Mehr als 94 Prozent der künftigen Rentnergeneration verfügen über so viel Einkommen, dass sie keine ergänzende Grundsicherung beziehen müssen.

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Das sagt unser Experte Uwe Eilers (Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Frankfurter Vermögen): „Wer jetzt Immobilien als Kapitalanlage kauft, muss damit rechnen, dass das böse enden wird. Häuser und Wohnungen in Deutschland sind zurzeit nahezu überall in den Metropolen und Ballungsgebieten überteuert. Wer heute vor zehn Jahren erworbenen Wohnraum verkauft, macht Gewinn, wer zu derzeitigen Preisen kauft, macht morgen dagegen schon beim Verkauf mindestens 14 Prozent Verlust: Grunderwerbssteuer, Maklerkosten und weitere Nebenkosten werden kaum von der Verkaufssumme abgedeckt. Entscheidet man sich dafür, heute ein Haus zu erwerben, um es in zehn Jahren zu verkaufen, sind noch deutlichere Verluste vorprogrammiert. Schuld ist der niedrige Zinssatz. Durch die jahrelangen Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) haben wir eine verzerrte Zinssituation. Ab Januar 2019 will die Notenbank die Käufe auf null reduzieren. Von da an ist damit zu rechnen, dass die Zinsen wieder auf 4 Prozent steigen werden. Der Wiederverkaufswert von Immobilien kann dann aber um bis zu 30 Prozent sinken – ein Verlustgeschäft also. Als Kapitalanlage lohnen sich Immobilienkäufe derzeit nur für die Altersvorsorge, wenn man selbst ein Leben lang darin wohnen will oder wenn das Objekt deutlich unter dem Marktwert zu erwerben ist.“.

Dennoch sollte man früh Schritte unternehmen, um eine ausreichende Absicherung im Alter sicherzustellen. Dabei sollte man sich mit zielgerichteten Maßnahmen vor allem auf die Gruppen konzentrieren, bei denen schon heute das Risiko, im Alter auf Grundsicherung angewiesen zu sein, höher ist als im Durchschnitt.

Risikogruppen für Altersarmut im Blick behalten

Bei der Risikogruppe der Erwerbsminderungsrentner hat es bereits deutliche Verbesserungen gegeben, weitere sind geplant. Im Blick behalten sollte man aber auch, dass die Menschen bereits im Erwerbsleben ein ausreichendes Einkommen haben und so auch Rentenansprüche erwerben, die

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verhindern. Hier sind mit der Einführung des Mindestlohns und der Versicherungspflicht für Minijobs bereits Schritte unternommen worden. Auch ist zu prüfen, was zu tun bleibt, um etwa Langzeitarbeitslosen den Erwerb von Einkommen zu ermöglichen.

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Von RND/Dirk von der Heide