Ämter zu Corona-Zeiten: So klappt es mit Autozulassung und Personalausweis

  • Einen Personalausweis erneuern oder ein Auto anmelden war schon in der Vergangenheit teilweise eine zähe und zeitraubende Angelegenheit.
  • In Corona-Zeiten kostet es vielerorts noch mehr Nerven.
  • Doch es gibt Möglichkeiten, die eigene Zeit und Nerven zu schonen.
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Hannover. Deutschlands Behörden haben in der Corona-Zeit einen schweren Stand. Landauf, landab gibt es seit vielen Wochen Meldungen von endlosen Verzögerungen bei der Autozulassung oder dem Antrag für einen neuen Personalausweis.

In der Hauptstadt Berlin und in anderen größeren Städten wie Stuttgart und Hamburg kommt es gerade bei der Pkw-Anmeldung zu wochenlangen Wartezeiten. In der Autostadt Stuttgart ist die Lage in den vergangenen Wochen so eskaliert, dass nach RND-Informationen die Niederlassungsleiter der großen Autohäuser zu einem Gespräch mit dem Leiter der Kfz-Zulassungsstelle baten. Das Problem: Die Neuwagen der Kunden stehen auf dem Hof der Autohäuser, können aber nicht zugelassen werden und die Kunden schlimmstenfalls nicht in den Urlaub fahren.

Seitens der Behörden wird darauf verwiesen, dass man seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie verpflichtet ist, den Infektionsschutz einzuhalten, und dementsprechend in vielen deutschen Behörden nur mit Terminvergabe gearbeitet wird – da sind die Ressourcen dann schnell erschöpft.

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Ob sich die Situation nun verbessert, darf angesichts der Gefahr einer zweiten Welle bezweifelt werden. Manche Erledigungen “auf dem Amt” können Bürger aber auch online regeln.

Die Autozulassung per Internet

Privatpersonen können Autos auch im Internet zulassen, umschreiben und abmelden. Benötigt wird dazu ein neuer Personalausweis mit eID-Onlinefunktion, der Fahrzeugschein und -brief müssen zudem verdeckte Sicherheitscodes haben. Beim Teil I der Zulassungsbescheinigung ist das seit dem Jahr 2015 der Fall, beim Teil II seit 2018.

Um das Auto zuzulassen, muss man sich zunächst im Onlineportal der örtlichen Zulassungsbehörde identifizieren. Anschließend kommt es dann zu der Eingabe der Fahrzeugdaten und schließlich zum Bezahlen mithilfe von Kredit- oder Debit-Karte.

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Nach der Bestätigung aller Eingaben wird der Antrag durch einen Sachbearbeiter der Zulassungsbehörde geprüft. Dann werden Zulassungsbescheid und -bescheinigungen, Stempelplakettenträger sowie der Plakettenträger für die Hauptuntersuchung (HU) zum Aufkleben auf das Kennzeichen mit der Post an den Autohalter verschickt.

Die Gebühren sind bundesweit einheitlich: So beträgt die Gebühr für die Zulassung 27,90 statt 27 Euro und die Umschreibung in einen anderen Zulassungsbezirk 28,20 statt 27 Euro.

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Neuen Personalausweis beantragen

Der Personalausweis ist abgelaufen und das Bürgeramt ist geschlossen. Die einfachste Lösung ist: Nutzen Sie zunächst beim Urlaub im Ausland ihren Reisepass, wenn einer vorhanden ist.

Wer keinen Reisepass hat, kann ebenfalls entspannt(er) reagieren. Denn aktuell sind die Regelungen immer noch gelockert.

Ist das Gültigkeitsdatum beim Ausweis “ab dem 1. März 2020 abgelaufen, werden die zuständigen Pass- und Personalausweisbehörden beziehungsweise die Bußgeldbehörden in der Regel keine Bußgeldverfahren wegen Verstoßes gegen die Ausweispflicht einleiten”, so das Bundesinnenministerium auf seiner Homepage.

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Weiter heißt es: “Das gilt, bis wieder ein regulärer Dienstbetrieb stattfindet. Wenn die Bürgerämter wieder wie gewohnt öffnen, können beantragte Ausweisdokumente ausgeliefert und neue Ausweisdokumente beantragt werden.”

Bestimmungen für Reisen ins Ausland beachten

Deutschland hat mit einigen europäischen Staaten vereinbart, dass deutsche Reisepässe oder Personalausweise bis zu einem Jahr nach Ablauf der Gültigkeit grundsätzlich als Identitätsnachweis anerkannt werden sollten. Zu diesen Ländern zählen unter anderem Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Schweiz, Slowenien.

Wichtig zu wissen: Eine Reisegarantie ist mit diesem europäischen Abkommen jedoch laut dem Innenministerium nicht verbunden. Urlauber können sich auf der Homepage des Ministeriums weitere Informationen über die Anerkennung von Ausweisdokumenten im Ausland einholen.

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Generell gilt in Corona-Zeiten: Bevor man sich persönlich zum Bürgeramt begibt, sollte man lieber vorab beim Amt anrufen, mit einer Mail an die Behörde beziehungsweise auf der Homepage der Gemeinde oder Stadt die individuelle Lage vor Ort überprüfen.

Aktuell dauert im Schnitt das Ausstellen von Dokumenten bundesweit circa vier Wochen. Hinzu kommt, dass zunächst dringende Fälle auf den Ämtern Priorität haben – ein neuer Personalausweis wird dagegen nicht als dringender Fall eingestuft.

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