Gastbeitrag: “Darum ist die Angst vor Altersarmut unbegründet”

  • Altersarmut zählt zu den größten Ängsten in Deutschland.
  • Bei der Absicherung durch Investitionen sind einige Punkte zu beachten.
  • Die Risikogruppen für Altersarmut profitieren durch deutliche Verbesserungen.
Anzeige
Anzeige

Hannover. Wie Umfragen aus den vergangenen Jahren zeigen, haben viele Menschen Angst davor, im Alter arm zu sein. Nach dem letzten Armuts- und Reichtumsbericht sehen zwei Drittel der Deutschen hier ein hohes oder sehr hohes Risiko. Aber sind diese Ängste in diesem Maße begründet? Wenn man sich die Zahl derjenigen anschaut, die heute im Alter Grundsicherung beziehen und damit staatliche Hilfe bekommen, sicherlich nicht.

Früh Absicherung gegen Altersarmut sicherstellen

Rund 3 Prozent der über 65-Jährigen erhalten heute Grundsicherung, weil sie nicht über ein ausreichendes Einkommen verfügen. Allerdings wird ihr Anteil voraussichtlich steigen – nach einer von der Rentenversicherung in Auftrag gegebenen Studie bis 2030 auf bis zu 5,5 Prozent. Das heißt aber auch: Mehr als 94 Prozent der künftigen Rentnergeneration verfügen über so viel Einkommen, dass sie keine ergänzende Grundsicherung beziehen müssen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige
Das sagt unsere Expertin Karin Baur (Redakteurin der Zeitschrift „Finanztest“ der Stiftung Warentest und Expertin für Geldanlage): „Sowohl die aktiv gemanagten Fonds als auch die börsengehandelten Fonds unterliegen der gleichen Aufsicht und den gleichen Gesetzen. Bei ETF (die Abkürzung steht für Exchange Traded Funds, das sind passiv gemanagte Indexfonds, die etwa den Dax nachbauen) kommen an manchen Stellen noch weitere Pflichten hinzu. Im Allgemeinen lässt sich aber sagen: Aktive Fonds und ETF dürfen das Gleiche machen. Deswegen halten wir den einen Typ nicht für sicherer als den anderen. ETF haben meist niedrigere Kosten und können von jedem Anleger wie Aktien gekauft werden. Ihre Indexanbindung wird transparent dargestellt. Außerdem machen sie meist weniger Arbeit. Aktive Fonds sollten nach ganz konkreten Ideen, Zielen und Wünschen, die über ein gutes Rendite-Risiko-Profil hinausgehen, ausgewählt werden. Egal, ob wir über aktive Fonds oder ETF sprechen: Bei beiden sind die Marktrisiken die wichtigsten Chancen und Risiken, also die Entwicklungen der Aktien und Anleihen, auf die die Fonds setzen. Bei aktiven Fonds kommt hinzu, dass man das Risiko falscher Managerentscheidungen trägt. Bei ETF sollte bedacht werden, dass man sich wegen der sekündlichen Handelbarkeit vielleicht zu übermäßigem Handel hinreißen lässt. Gerade wenn es crasht, ist Stillhalten oft eine gute Option.“.

Dennoch sollte man früh Schritte unternehmen, um eine ausreichende Absicherung im Alter sicherzustellen. Dabei sollte man sich mit zielgerichteten Maßnahmen vor allem auf die Gruppen konzentrieren, bei denen schon heute das Risiko, im Alter auf Grundsicherung angewiesen zu sein, höher ist als im Durchschnitt.

Risikogruppen für Altersarmut im Blick behalten

Bei der Risikogruppe der Erwerbsminderungsrentner hat es bereits deutliche Verbesserungen gegeben, weitere sind geplant. Im Blick behalten sollte man aber auch, dass die Menschen bereits im Erwerbsleben ein ausreichendes Einkommen haben und so auch Rentenansprüche erwerben, die Armut im Alter verhindern. Hier sind mit der Einführung des Mindestlohns und der Versicherungspflicht für Minijobs bereits Schritte unternommen worden. Auch ist zu prüfen, was zu tun bleibt, um etwa Langzeitarbeitslosen den Erwerb von Einkommen zu ermöglichen.

Dirk von der Heide ist Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin. Im Rahmen der Aktionswochen "Mit Sicherheit" hat er diesen Gastbeitrag verfasst. In einer früheren Version dieses Artikels war der Autor in der Autorenzeile nicht als Gastautor gekennzeichnet.