Adidas will Miete nur an private Vermieter zahlen

  • Der Dax-Konzern hat 2019 ein Rekordjahr hingelegt und fährt seit Jahren Milliardengewinne ein.
  • In der Coronavirus-Krise reagiert Adidas sofort und setzt die Mietzahlungen für den größten Teil seiner Läden aus.
  • Dass der Vorstand vorübergehend auf die Auszahlung von 50 Prozent seines Gehaltes verzichtet, geht in der Kritik unter.
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Herzogenaurach. Ungeachtet von Milliardengewinnen im abgelaufenen Geschäftsjahr will der Sportartikelhersteller Adidas vorerst keine Miete mehr für seine wegen der Coronavirus-Krise geschlossenen Einzelhandelsgeschäfte zahlen.

“Es ist richtig, dass Adidas, wie viele andere Unternehmen auch, vorsorglich Mietzahlungen temporär aussetzt, wo unsere Läden geschlossen sind. Wir sind dazu mit den betreffenden Vermietern in engem Austausch”, erklärte eine Firmensprecherin noch am Freitag und bestätigte damit einen Bericht der “Bild”-Zeitung. Später kündigte auch die schwedische Modekette H&M eine ähnliche Vorgehensweise an.

Private Vermieter bekommen Geld

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Am Wochenende relativierte der Konzern seine Aussage ein bisschen. Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted erklärte, dass der Dax-Konzern seinen privaten Vermietern seiner Läden durchaus unverändert die Miete zahlen werde.

"Nur im Ausnahmefall sind unsere Vermieter Privatpersonen; wir haben sie ausgenommen, sie werden ihre April-Miete wie gewohnt erhalten”, so Rorsted gegenüber der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. Die meisten eigenen Geschäfte würden von großen Immobilienvermarktern und Versicherungsfonds angemietet sein. Diese hätten für den vorläufigen Mietzahlungsstopp “überwiegend Verständnis gezeigt”.

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Kritik aus der Politik

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) übte zuvor harsche Kritik: “Ich bin sehr enttäuscht”, sagte Scheuer der “Bild”. Adidas habe große Gewinne gemacht. Das Aussetzen der Mietzahlungen sei “eine völlig inakzeptable Botschaft”. Es seien nicht nur die großenImmobilienanbieter, sondern auch kleine, die als Privatpersonen an Adidas vermieten – und die blieben dann auf ihren Kosten sitzen.

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Adidas hatte zuletzt bei Umsatz und Gewinn ein Rekordjahr abgeschlossen und verfügt (Stand 31.12.2019) über eine Netto-Cash-Position von 873 Millionen Euro.

Vorstand verzichtet vorübergehend auf Teil seines Gehaltes

Seine selbst geführten Einzelhandelsläden in Europa und Nordamerika musste Adidas beginnend von Januar an sukzessive wegen der Krise schließen. In Asien und Lateinamerika waren die Läden zunächst weitergelaufen. In Lateinamerika sind die Geschäfte genauso wie in Teilen Asiens inzwischen ebenfalls geschlossen.

In China seien sie zum Großteil wieder geöffnet, wenngleich mit teilweise reduzierten Öffnungszeiten. Adidas erlebe in den betroffenen Märkten erhebliche Umsatzeinbußen, teilte eine Sprecherin am Freitag mit.

Der Vorstand um Firmenchef Kasper Rorsted verzichtet vorübergehend auf die Auszahlung von 50 Prozent seines Gehaltes. Die Führungsebene unterhalb des Vorstandes verzichte vorübergehend auf Auszahlung von 30 Prozent ihrer regulären Bezüge, so der Konzern weiter.

RND/dpa

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