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Zu großer Leistungsdruck: Immer mehr Schüler fühlen sich gestresst

  • Eine Studie des Nachhilfeportals Studienkreis hat das Stressempfinden von deutschen Schülern untersucht.
  • Die Befragung ergab, dass sich 72 Prozent mindestens einmal pro Woche wegen der Schule gestresst fühlen.
  • Mädchen sind dabei stärker von Stress und Leistungsdruck betroffen.
Michèle Förster
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Schüler sind in der Schule den unterschiedlichsten Ursachen für Stress ausgesetzt. Dass Stresssymptome bereits bei den Jüngsten vorliegen, beobachten Schulpsychologen schon seit Längerem mit Sorge. Doch mehr Druck als die Angst vor schlechten Noten oder zu vielen Hausaufgaben verspüren sie wegen des hohen Anspruchs, den sie an sich selbst haben. Das hat eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des Nachhilfeportals Studienkreis ergeben.

Die Gründe für den Stress sind meistens selbst verursacht

Die Studie mit 526 Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren ergab, dass bei vielen Schülern eine permanente Belastung vorliegt. Doch weniger Lehrer oder Eltern üben Druck auf die Schüler aus, sondern die jungen Menschen selbst. 63 Prozent der Befragten möchten nämlich von sich aus besser in der Schule sein.

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Drei Viertel der befragten Jugendlichen (72 Prozent) fühlen sich mindestens einmal pro Woche wegen der Schule gestresst. Jeder Vierte (28 Prozent) sogar an mehr als drei Tagen. Als weiterer Grund für den Stress wurde der hohe Lernaufwand genannt, der immerhin für 56 Prozent der Schüler belastend ist. So geht es auch der 17-jährigen Zina Akremi: “Ich lerne viel und habe trotzdem ein schlechtes Gewissen, wenn ich eine nicht so gute Note in einer Klausur schreibe.”

Nicht der Druck der Eltern sorgt bei deutschen Schülern für Stress, sondern vor allem ihr eigener Anspruch. © Quelle: Studienkreis

Schülerinnen leiden deutlich häufiger unter Stress

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Doch die Studie zeigt auch, dass es große Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Mädchen empfinden deutlich mehr Stress als Jungen: 73 Prozent der Schülerinnen gaben an, eine hohe Erwartung an sich selbst zu haben. Doch nur 54 Prozent der Jungen stimmen dieser Aussage ebenfalls zu.

Die Angst vor schlechten Noten betrifft ebenfalls häufiger das weibliche Geschlecht: Die Hälfte der Schülerinnen leidet darunter, bei den Schülern ist es ein gutes Drittel. Wenn dann die Zeugnisvergabe bevorsteht, steigt bei einem Drittel der befragten Jugendlichen der Stresspegel. Ebenso viele Schüler empfinden den Druck von Lehrern als belastend.

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Der Pädagogische Leiter des Studienkreises, Max Kade, erklärt: “Jugendliche haben vor allem Stress durch ihren eigenen Anspruch. Dieser spiegelt wohl aber auch die Erwartungshaltung ihres sozialen Umfelds wider. Eltern und Lehrer spielen deshalb eine wichtige Rolle, wenn es um das ‘Entstressen’ der Schülerinnen und Schüler geht.”

Eltern bleiben die erste Anlaufstelle

Wenn bei den Jugendlichen der Druck zunimmt, suchen ganze 89 Prozent noch Unterstützung bei ihren Eltern. Diese hohe Zahl nimmt auch bei den älteren Schülern nicht ab. “Ich bin überrascht, dass auch von den älteren Schülerinnen und Schülern so viele zu allererst Hilfe bei den Eltern suchen, wenn es in der Schule stressig wird”, so Kade.

Er glaubt allerdings, dass es möglich ist, gesund mit Stress umzugehen. Dafür müssten allerdings ein paar Voraussetzungen erfüllt sein. Neben einem guten Draht zu ihren Eltern bräuchten die Jugendlichen auch Unterstützung von der Schule. Zum Beispiel in Form von Schulpsychologen, die dabei helfen können, effektive Lernstrategien zu entwickeln und Stress zu bewältigen.

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