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Wenn die Pumpe nicht mehr mitmacht: Waschsalon oder Handwäsche?

  • Nach 17 Jahren geht die Waschmaschine der Familie kaputt.
  • Das weckt bei Redakteurin Heike Manssen Erinnerungen.
  • In dieser Folge der Kolumne „Vater, Mutter, Kind“ denkt sie zurück an ihre Tage als Studentin, in denen sie viel Zeit in Waschsalons verbrachte.
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Plötzlich war sie nicht mehr da. Die Pumpe wollte einfach nicht mehr. Aus und vorbei. Sie war so etwas wie ein Familienmitglied, nahezu jeden Tag hatte ich Kontakt mit ihr. Auch meine Kinder vermissen sie irgendwie – ohne sich je ernsthaft um sie gekümmert zu haben.

Die Rede ist von unserer Waschmaschine, dem Kellerkind. Nach 17 Jahren hat sie den Geist aufgegeben. Eine Nachfolgerin ist bestellt, doch in Corona-Zeiten lassen Lieferprobleme auf sie warten. Und nun? Ich habe den Kindern erklärt, dass man Wäsche auch per Handarbeit durchaus sauber bekommt.

Als ich etwas weiter ausholte und bei Waschweibern, Waschbrettern und Waschstellen angelangt war, erhielt ich nicht mehr ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich ahnte in diesem Moment, dass die Arbeit an meinen Händen kleben bleiben könnte. Also recherchierte ich, wo die nächstgelegene vollautomatische Reinigungsmaschine in unserer Stadt stand.

Romantische Erinnerungen an Waschsalons

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Ach, mein wunderbarer Waschsalon. Das klingt so romantisch – und erinnert mich an meine Studienzeit. Viele Stunden habe ich an solchen Orten verbracht, auf die Trommel gestarrt, gelesen oder Leute kennengelernt. In Waschsalons habe ich viel gelacht, diskutiert, die Welt war danach ein bisschen sauberer, meine Wäsche auch.

Es gab dort die einen, die nur zum Waschen inklusive Quatschen kamen, und die anderen, auf der Suche nach Anschluss. Zu Letzteren gehörten oft Männer, die zu Hause ausgezogen waren oder ausziehen mussten und nun in einem möblierten Zimmer wohnten – oft ohne Waschmaschine, dafür mit reichlich Redebedarf. Den Doktortitel in der Tasche, aber keine Ahnung, welches Waschprogramm sie wählen sollten. Gibt es diese Spezies überhaupt noch? Ich könnte es herausfinden. Will ich aber gar nicht. Es ist immer etwas unsauber, alte Zeiten wieder aufleben zu lassen. Dann erkläre ich den Kindern lieber, wie das geht mit dem Handwaschprogramm.

Die lieben Kleinen (und Großen) können unser Leben ganz schön durcheinanderwirbeln: Wie und was tun? Darum geht’s in Vater, Mutter, Kind.

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