Irre Wortschöpfungen: Warum der Begriff “Working-Mom” einfach nur noch nervt

  • Heute spricht man oft von der so genannten "Working Mom", doch was ist mit dem "Working Dad"?
  • Zumal doch eigentlich jede Mutter arbeitet - ob sie damit Geld verdient, oder nicht.
  • "Fremdbetreuung" ist ein ebenso unpassendes Wort - denn schließlich wird kein Kind wirklich von Fremden betreut.
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Gibt es Mütter, die nicht tausend Dinge gleichzeitig im Kopf haben und vielleicht sogar Langeweile haben? Schwer vorstellbar. Denn selbst im seltenen Falle einer entspannten Mittagspause rattert das Mutterhirn ja weiter. Die dreifache Mutter und Autorin Lisa Harmann räumt mit dem Wort "Working Mom" auf und verlangt die Abschaffung des Wortes "Fremdbetreuung".

Jede Mutter ist eine "Working Mom"

Family-CEO, Streitschlichterin, Haushaltsmanagerin: Jede Mutter könnte sich eine Visitenkarte mit zig Berufsbezeichnungen drucken lassen. Denn jede Mutter ist eine "Working Mom", egal ob sie damit Geld verdient oder nicht. Und eine Mutter schmeißt auch nicht gleich ihre ganze Ausbildung weg, wenn sie eine Weile bei den Kindern bleibt.

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Und nur, weil sie außer Haus arbeiten geht, heißt das auch nicht, dass ihre Kinder nicht ihre erste Priorität wären. Leben und leben lassen, niemand steckt in den Fußstapfen der anderen.

Niemand spricht vom "Working Dad"

Warum gibt es die Bezeichnung "Working Dad" eigentlich so gut wie gar nicht? Selten sieht man einen Mann, der bei Instagram unter sein Foto das Hashtag #workingdad setzt. Oder auch einen Mann, der gefragt wurde, warum er Kinder in die Welt setzt, wenn er beruflich so gar nicht zurückstecken will und seine Kinder "fremdbetreuen" lässt.

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Das Wort Fremdbetreuung scheint es sowieso nur zu geben, um auf das schlechte Gewissen der Mutter abzuzielen. Denn von Fremden lässt ja sicherlich niemand seine Kinder betreuen.

Das Wort "Fremdbetreuung" abschaffen

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Schließlich gibt keine Mutter ihre Kinder irgendwelchen nie gesehenen Passanten auf der Straße mit. Man gewöhnt die Kleinen wochenlang in der Kita ein, damit sie eben nicht fremdbetreut, sondern vertrautbetreut werden. Das Wort könnte man also viel besser benutzen: vertrautbetreut.

Die Gesellschaft sollte aufhören, Working-Moms und Stay-at-Home-Moms zu vergleichen und einfach darauf vertrauen, dass jede und jeder das Modell findet, das zu ihm und seiner oder ihrer Familie passt. Hierbei kann es sicherlich helfen, weniger zu werten und aufmerksamer zuzuhören.

Jedes Familienmodell ist okay

Man sollte sich einfach mal von anderen Lebensmodellen inspirieren lassen und sich darüber im Klaren sein, dass niemand absichtlich falsche Entscheidungen trifft, sondern dass jeder immerzu darüber nachdenkt, was das Beste für einen selbst und die Familie sein könnte.

Was das ist, das entscheidet jede Familie ganz für sich allein - und verdient dafür allen Respekt.