Versorgung im Alter: Wenn Eltern zum Pflegefall werden

  • Sobald Angehörige Unterstützung brauchen, sind wichtige Fragen zu klären.
  • Was ist finanziell und auch individuell das Beste?
  • Ein Wegweiser.
|
Anzeige
Anzeige

Ein Pflegefall in der Familie tritt meist plötzlich ein. In der akuten, belastenden Situation muss vieles entschieden werden, und es stellen sich wichtige Fragen: Braucht meine Mutter oder mein Vater jetzt eine Pflegekraft? Sollte er oder sie besser ins Pflegeheim? Was ist finanziell und auch individuell das Beste? So können Sie vorgehen:

Beratung einholen: Ziehen Sie Hausärzte, Fachärzte und andere Angehörige ins Vertrauen. Krankenkassen sind verpflichtet, eine kostenlose Pflegeberatung anzubieten. Nutzen Sie dieses Angebot. Nehmen Sie auch Kontakt auf zu örtlichen Pflegestützpunkten oder bei einem Krankenhausaufenthalt zum Krankenhaussozialdienst. Dieser Dienst soll in erster Linie dafür sorgen, dass ein möglichst reibungsloser Übergang von der Versorgung im Krankenhaus in die Weiterversorgung gewährleistet wird. Auch die Unabhängige Patientenberatung (UPD) kann Sie telefonisch beraten, gebührenfrei unter der Rufnummer (08 00) 0 11 77 22. Das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit informiert zudem über alle Belange zur Kranken- und Pflegekasse.

Anträge stellen: Wer die Pflege eines Angehörigen selbst übernehmen will, sollte sich der physischen und psychischen Belastung bewusst sein. Eine Pflegezeit beim Arbeitgeber sowie Unterstützungsgelder können beantragt werden. Pflegekassen bieten für Angehörige außerdem kostenlose Schulungen an. Zunächst aber muss ein Antrag auf Pflegeeinstufung bei der Pflegekasse gestellt werden. Eine persönliche Begutachtung erfolgt durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Bereiten Sie das Gutachten am besten selbst vor und nach. Einsprüche sind innerhalb einer Frist möglich.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Angebote prüfen: Bei der Auswahl des Pflegedienstes oder des Pflegeheimes zählt vor allem der persönliche Eindruck. Ambulante Dienste werden außerdem jährlich vom MDK geprüft, die Berichte sind einsehbar. Für die Heimsuche gibt es Checklisten, auch Probewohnen kann sinnvoll ein.