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Sparbuch war einmal: Eltern legen Geld für Nachwuchs verstärkt am Kapitalmarkt an

  • Mit Windeln und Babybrei für den Nachwuchs ist es nicht getan.
  • Viele Eltern wollen frühzeitig eine finanzielle Grundlage für ihre Sprösslinge schaffen.
  • Das klassische Sparbuch bekommt dabei zunehmend Konkurrenz, schon 39 Prozent aller Eltern setzen auf Anlagen wie Fonds, Immobilien oder Aktien.
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In Zeiten von Niedrigzinsen sind Sparbücher und Festgeldkonten nicht mehr so attraktiv wie noch vor einigen Jahren. Daher ändert sich auch das Verhalten von Eltern, die finanziell für ihre Kinder vorsorgen wollen. Ein Studium, eine Weltreise, ein Auslandspraktikum, den Führerschein oder ein eigenes Auto: Die Verwendungszwecke des Kapitals sind vielseitig. Aber erst einmal muss es angespart werden – oder besser gesagt: angehäuft. Denn klassisches Sparen liegt nicht mehr so hoch im Kurs. Wie eine Umfrage der Finanzberatung Swiss Life Select zur Vorsorgesituation von Kindern zeigt, bauen Eltern mit Kindern unter 18 Jahren für ihre Kinder verstärkt ein Vermögen am Kapitalmarkt auf. Mit jeweils elf Prozent liegen Fonds, Immobilien und EFTs gleichauf. Bei EFTs handelt es sich um „Exchange Traded Funds", die einem nicht nur Investitionen in einzelne Aktien ermöglichen, sondern in ganze Anlageklassen oder Märkte und die Vorteile von Aktien und Fonds in einem Produkt vereinen.

Auf Aktien setzen sechs Prozent der 2037 befragten Eltern, und das Sparbuch ist noch immer für 36 Prozent das Mittel der Wahl. „Eltern wollen für ihre Kinder vorsorgen. Es ist schön, dass die Menschen die Chancen des Kapitalmarkts entdecken”, sagt Stefan Kuehl, Geschäftsführer von Swiss Life Select.

Finanzielle Vorsorge für die meisten Eltern von hoher Priorität

Etwa die Hälfte der Deutschen hat das Gefühl, finanziell gut für ihre Kinder vorzusorgen und misst dem Thema eine hohe Bedeutung zu, auch wenn für viele Menschen am Ende des Monats wenig Geld für die finanzielle Vorsorge übrig bleibt. Knapp zwei Drittel der Eltern mit Kindern unter 18 Jahren oder werdenden Eltern betrachtet die finanzielle Vorsorge als die sinnvollste Investition überhaupt. Wenngleich 61 Prozent bei der Erhebung angaben, wegen fehlender finanzieller Mittel nicht noch mehr für ihre Kinder vorzusorgen.

Weitere Tipps zum Sparen für Ihre Kinder finden Sie bei Stiftung Warentest.

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Bis zu 200 Euro monatlich für Spielzeug: Eltern wollen Kinder glücklich machen

Kinderwagen, Babyschale, Kinderbettchen, Schnuller, Nuckelflaschen und mehr – für die Babyerstausstattung geben 43 Prozent der Eltern mit Kindern unter 18 Jahren und der werdenden Eltern über 1000 Euro aus. Und ist das Baby erst einmal da, bleiben die Kosten hoch.

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Etwa drei Viertel der Eltern geben bis zu 200 Euro im Monat für Kinderkleidung und Pflegeartikel aus. Hinzu kommen bei 62 Prozent der Befragten noch monatlich bis zu 200 Euro, die in Spielzeug investiert werden und bei 72 Prozent ebenso viel für Freizeitaktivitäten der Kinder.

Kinder gehören für die meisten Paare zu einem erfüllten Leben

Für 41 Prozent der Befragten gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu. Lediglich 19 Prozent der Befragten haben kein Kind und planen auch für die Zukunft keinen Nachwuchs. Gründe gegen Kinder sind vor allem, nicht den richtigen Partner gefunden zu haben (16 Prozent), keine Kinder bekommen zu können (14 Prozent) und Zukunftsängste hinsichtlich Klimawandel, Umweltzerstörung und Kriegen (13 Prozent). Wegen mangelnden Kinderbetreuungsmöglichkeiten, fehlenden finanziellen Mitteln, schlechter Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder Selbstverwirklichung im Beruf entscheidet sich kaum jemand gegen ein Kind.

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2037 Personen zwischen dem 1. und 8. Oktober 2019 teilgenommen haben. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.