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So sollten krebskranke Eltern mit dem Kita-Besuch der Kinder umgehen

  • Noch sind Schulen und Kitas in Deutschland geöffnet.
  • Eltern, die zu einer Risikogruppen zählen, kann das vor eine schwere Entscheidung stellen: Soll mein Kind vorsichtshalber Zuhause bleiben?
  • Fachmediziner tendieren momentan eher dazu, den Besuch von Schule und Kita weiter zu ermöglichen.
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Aachen. Krebserkrankungen erhöhen das Risiko für schwere Covid-19-Krankheitsverläufe. Für krebskranke Eltern ist dies mitunter ein Dilemma - sollen sie ihr Kind zur Schule oder in die Kita bringen und sich damit indirekt einer Gefährdung aussetzen, oder nicht?

Diese Entscheidung hängt stark von Krebsart, Therapie und Krankheitsverlauf, aber auch vom sozialen Umfeld der Familie ab. Fachmediziner tendieren momentan eher dazu, den Besuch von Schule und Kita weiter zu ermöglichen, wie aus einer Befragung unter 13 Kliniken und Forschungszentren hervorgeht, welche der Onkologe Prof. Tim Brümmendorf von der Uniklinik RWTH Aachen angestoßen hat.

Fast täglich erreichten ihn und seine Kollegen solche Fragen verunsicherter Eltern, berichtet Brümmendorf in einer Mitteilung der Deutschen Krebshilfe zu dieser Stichproben-Umfrage.

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Eltern mit der Entscheidung nicht alleine lassen

Stabile Alltagsabläufe aufrechtzuerhalten, gehöre ebenso wie ein offene Kommunikation über den Krebs für Kinder zu den wichtigsten Voraussetzungen, um die elterliche Erkrankung gut bewältigen zu können, erläutert Andrea Petermann-Meyer, Leiterin der Psychoonkologie an der RWTH. Sie betont zugleich, dass Eltern und Kinder mit der Entscheidung nicht allein gelassen werden sollten, da dies zu immensem Druck und Schuldgefühlen führen könne.

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Generell hängt natürlich fiel von der Krankheit ab: Bei einem Patienten mit Hautkrebs, bei dem nur eine lokal begrenzte Behandlung erforderlich sei, stehe die Frage nach dem Schul- oder Kitabesuch der Kinder weniger im Vordergrund, weil sein Immunsystem wahrscheinlich nicht so stark beeinträchtigt ist, erläutert Brümmendorf.

Bei schwachem Immunsystem neu entscheiden

„Bei Patienten, die zum Beispiel eine Immun- oder Chemotherapie bekommen, weil sie an Leukämie erkrankt sind, sieht es allerdings anders aus, denn ihre Körperabwehr ist stark eingeschränkt“, führt der Onkologe aus.

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Darüber spielt das Infektionsgeschehen eine Rolle. Petermann-Meyer betont: Wenn im Schulumfeld des Kindes Covid-19-Fälle auftreten oder sich der Gesundheitszustand des erkrankten Elternteils verschlechtert, müsse neu entschieden werden.

RND/dpa

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