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  • Schulstart Montag, 4. Mai: Was Eltern und Schüler jetzt wissen müssen

Fragen und Antworten: Das muss mein Kind zum Schulstart wissen

  • Für viele Kinder startet am Montag, 4. Mai, wieder die Schule – aber anders als gewohnt.
  • Von normalem Schulbetrieb kann keine Rede sein, vermutlich sogar bis ins nächste Schuljahr hinein.
  • Wie Eltern ihre Kinder auf den Neustart in der Schule vorbereiten können und worauf sie achten müssen: Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.
Leonie Schulte
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Wie spreche ich mit meinem Kind am besten über den Schulstart?

Kinder sollen ohne Angst zur Schule gehen können. Der Schulstart sollte also positiv besetzt sein. Hilfreich ist es, wenn Eltern die Kinder zwar auf die veränderte Situation vor Ort ein Stück weit vorbereiten, ihnen aber auch gleichzeitig vermitteln: “Vieles ist auch so, wie du es kennst! Du kennst die Schule, die Lehrer. Und du kennst auch Masken und die Distanzregeln. So neu ist das also gar nicht.” Das gibt den Kindern das Gefühl, die Situation bewältigen zu können. Vielleicht kann man es auch spielerisch auffangen und den Kindern eine Aufgabe mitgeben, zum Beispiel: “Erzähl mir später, welche Gesichtsmaske am schönsten war!”

Muss mein Kind überhaupt in die Schule?

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Grundsätzlich ja, denn es gilt die Schulpflicht. Kinder, die zu einer Risikogruppe gehören, können aber durch ein ärztliches Attest vom Präsenzunterricht befreit werden. Allein die Angst vor einer Ansteckung sei aber kein Grund, der Schule fernzubleiben, schreibt etwa das bayerische Kultusministerium auf seiner Internetseite. Und das niedersächsische Kultusministerium unterstreicht: Auch das Lernen zu Hause ist Pflicht.

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Maskenpflicht in Schulbussen

Wie kommt mein Kind am besten zur Schule?

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Aus Infektionsschutzgründen wird empfohlen, Kinder zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen zu lassen. Beim Schulbustransfer muss gewährleistet sein, dass die Hygieneregeln eingehalten werden. Ob das durch einen entzerrten Fahrplan, größere Fahrzeuge oder auch Aufsichtspersonen im Bus gelingen kann, liegt im Verantwortungsbereich der Kommune. Wichtig: Auch in Schulbussen gilt in fast allen Bundesländern für Kinder ab sechs Jahren die Maskenpflicht.

Soll mein Kind eine Maske dabeihaben?

Das wird sinnvoll sein, ja. Auch wenn es keine bundesweit geltende Maskenpflicht in Schulen gibt, so empfehlen die Bundesländer dringend, dass ein Mund-Nasen-Schutz vor allem in solchen Situationen getragen wird, in denen der Abstand nicht eingehalten werden kann, etwa in den Schulfluren. Wie das genau gehandhabt wird, entscheidet am Ende die Schulleitung. Und in Bussen gilt die Maskenpflicht ohnehin.

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Richtiger Umgang mit einem Mund-Nasen-Schutz
1:14 min
Es gibt viele Möglichkeiten für eine Mund-Nasen-Bedeckung, jedoch spielt neben dem Tragen auch der richtige Umgang eine wichtige Rolle.  © Leonie Schulte/RND

Die Freude wird groß sein: Darf die Lehrerin einmal umarmt werden?

Leider nein. Auch wenn es gerade für Grundschüler vermutlich schwierig ist, so wird sehr darauf geachtet werden müssen, dass die Kinder den Abstand von 1,50 Meter einhalten – zur Lehrkraft genauso wie untereinander.

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Wie wichtig ist eine Vertrauensperson?

Werden die Kinder vom Klassenlehrer betreut?

Schulpsychologen empfehlen, dass die Kinder besonders zum Schulstart von ihnen vertrauten Personen unterrichtet werden. Garantiert werden kann das aber nicht. Zum einen liegt das daran, dass die Klassen aufgeteilt werden müssen. Zum anderen daran, dass viele Lehrer zur Risikogruppe zählen und somit keine Klassen betreuen dürfen. In Mecklenburg-Vorpommern etwa werden 30 Prozent der Pädagogen weiterhin im Homeoffice bleiben.

Wird im Klassenraum unterrichtet?

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Das kann, muss aber nicht sein. Da die Klassen in kleinere Lerngruppen unterteilt werden, müssen Pädagogen auch auf unterschiedliche Räume ausweichen. Ohnehin wird sich in den Räumen ein ungewohntes Bild ergeben: Tische und Stühle müssen in mindestens 1,5 Metern Abstand zueinander stehen, der Lehrer wird den Bereich zum Pult vielleicht sogar mit Flatterband oder Klebestreifen abstecken, damit der Abstand eingehalten wird.

Wie wird der Unterricht ablaufen?

Wie oft die Kinder in die Schule gehen werden und für wie viele Stunden – dazu wurden bislang keine einheitlichen Regelungen getroffen. Nordrhein-Westfalen etwa erwägt ein “rollierendes” System, in dem die Lerngruppen mindestens einen Tag die Woche für möglichst viele Stunden unterrichtet und betreut werden, auch unter Einbeziehung des OGS-Personals (offene Ganztagsschule). In der Grundschule soll erst einmal Unterricht in den Hauptfächern erfolgen. Sportunterricht wird es in praktischer Form in den nächsten Wochen erst einmal nicht geben. Hessen etwa hat sogar das Singen im Musikunterricht verboten. Auch Partner- oder Gruppenarbeiten werden vermutlich nicht stattfinden. Und der Lehrer wird häufiger mal das Fenster öffnen. Das Lüften ist wichtiger Teil des Infektionsschutzes. Dafür lässt der Infektionsschutz auch Raum für kreative Lösungen – Unterricht im Freien etwa. Klar ist aber auch: Das Lernen von zu Hause aus wird weiter Bestandteil des Unterrichts bleiben.

Nicht jeder Freund wird da sein

Wird mein Kind mit seinen Freunden zusammen sein?

Um die Abstandsregelungen einhalten zu können, werden die Klassen mindestens halbiert werden müssen. Die Wissenschaftler der Leopoldina empfehlen eine Gruppengröße von maximal 15 Schülern. Den ein oder anderen Freund werden sie wiedersehen können, doch die ganze Klasse wird in diesem Schuljahr wohl kaum wieder zusammenkommen.

Können sich die Kinder in der Schule frei bewegen?

Vermutlich nein. Die Schulen müssen darauf achten, dass die Abstandsregelung von 1,5 Metern eingehalten werden kann. In vielen Fällen kann das bedeuten, dass Lerngruppen unterschiedliche Eingänge benutzen, Markierungen auf dem Boden oder den Wänden Wege und Richtungen vorgeben und dass nur zu bestimmten Zeiten Toiletten betreten werden dürfen.

Wird es Hofpausen geben?

Die Pausenzeiten werden voraussichtlich so gestaffelt, dass nicht alle Schüler gleichzeitig auf dem Pausenhof sind. Vermutlich wird es auch eine Art kontrollierte Bewegungspause geben, in der die Kinder mit Abstand zueinander spielen können.

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Hygieneregeln vorab einüben

Müssen die Kinder besondere Hygieneregeln beachten?

Ja. Die Kinder sollen sich regelmäßig beim Betreten des Klassenraums, nach dem Naseputzen, vor und nach dem Essen und nach dem Toilettengang die Hände waschen. Es ist hilfreich, wenn Eltern mit den Kindern die Hygieneregeln, wie etwa das Niesen in die Armbeuge, einüben.

Schulleitungen müssen darauf achten, dass die Hygienemaßnahmen eingehalten werden können. Sie müssen ausreichend Seifenspender und Handtücher vorhalten und kontrollieren, dass nicht zu viele Schüler gleichzeitig die Sanitäranlagen benutzen. Der Einsatz von Desinfektionsmitteln aber wird in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt: Während Rheinland-Pfalz etwa selbst Desinfektionsmittel an die Schulen verteilt, verzichtet Mecklenburg-Vorpommern aufgrund von Sicherheitsbedenken bewusst darauf an den Schulen.

Was ist, wenn sich mein Kind krank fühlt?

Wer sich krank fühlt, soll gar nicht erst in die Schule kommen. Manchmal geht es einem aber erst im Laufe des Tages schlecht. Dann sollte das Kind unbedingt einen Mund-Nasen-Schutz aufsetzen und dem Lehrer direkt Bescheid geben. Vermutlich wird es dann in einen separaten Raum gebracht und wartet hier auf die Eltern.

Was ist, wenn mein Kind Angst bekommt?

Wie eingangs erwähnt, sollten Eltern im Vorfeld mit den Kindern vor allem positiv über den Schulstart sprechen. Ihnen vorher zu sagen, dass die Stimmung vielleicht angespannt, die Lehrer ängstlich sein könnten, könnte Kinder nur unnötig verunsichern. Kommt das Kind aber nach dem ersten Schultag nach Hause und erzählt von Ängsten, sollten Eltern diese natürlich ernst nehmen, auffangen und vermitteln: Ängste sind eine ganz normale Reaktion von uns Menschen auf ungewohnte Situationen.

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