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Umfrage zeigt: Homeschooling hat Schüler und Eltern in der Corona-Krise überfordert

  • Mehrere Monate hatte das Coronavirus den Schulbetrieb in Deutschland lahmgelegt.
  • Statt Präsenzunterricht mussten die Schüler im Homeschooling lernen.
  • Eine Umfrage der Krankenkasse pronova BKK zeigt, dass viele Eltern und Schüler mit der Situation überfordert waren.
Laura Beigel
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Ludwigshafen am Rhein. Das Homeschooling in Corona-Zeiten hat Familien in Deutschland einiges abverlangt. Notgedrungen mussten Eltern – neben ihrem eigenen Job – zu Hause als Aushilfslehrer fungieren, weil Schulen monatelang geschlossen blieben, um Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Erreger zu vermeiden. Diese Doppelfunktion hätte viele Eltern massiv überfordert, heißt es in der Studie “Homeschooling und Gesundheit 2020″ der pronova BKK.

Eltern haben Kinder beim Lernen nur wenig unterstützt

Die Krankenkasse hatte 150 niedergelassene Kinderärzte befragt, wie sich das Homeschooling auf Eltern und Kinder ausgewirkt hat. Vielen Eltern sei es schwergefallen, mehreren Kindern gleichzeitig gerecht zu werden. Außerdem merkten sechs von zehn Kinderärzten an, dass die Kinder zu wenig Unterstützung beim Lernen und Organisieren ihrer Aufgaben bekommen hätten.

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“Kinder wurden zu häufig allein gelassen”, sagte Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. “Eltern konnten die schulischen Umstellungen nicht immer auffangen, selbst wenn sie es versucht haben.” Deshalb raten die Ärzte mehrheitlich dazu, im Fall einer erneuten Schulschließung, feste Alltagsstrukturen zu schaffen, zum Beispiel mithilfe eines eigenen Stundenplans.

Bei Schülern könnten Langzeitfolgen auftreten

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Auch für die Schüler war die Zeit des Homeschoolings prägend: 85 Prozent der Pädiater gaben an, dass ihre Patienten in der Zeit der Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen ihre Freunde vermisst hätten. Den wochenlang fehlenden, direkten Kontakt zu Mitschülern halten rund 65 Prozent der Ärzte für problematisch.

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Die Auswirkungen der Corona-Einschränkungen könnten zudem Langzeitfolgen nach sich ziehen: Knapp vier von zehn Kinderärzten haben bei ihren Patienten Anzeichen von Entwicklungsstörungen nachweisen können, die sie auf die Corona-Krise zurückführen. “In den kommenden Monaten wird sich erst das gesamte Ausmaß der Corona-Folgen für die Kindergesundheit abschätzen lassen”, meint Dr. Gerd Herold, Beratungsarzt bei der pronova BKK.

Schüler haben “viel weniger” gelernt

Dass das Homeschooling ein übermäßiger Stressfaktor für die Familien ist, betonte auch Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Jenny Bange. Im RND-Interview sagte sie: “Die Schulschließungen überrollten die Familien innerhalb von 48 Stunden und gaben ihnen sowie den Schulen keine echte Chance zur Vorbereitung. Dadurch entstand bei vielen ein Gefühl der Überforderung.”

Eine deutschlandweite Umfrage des ifo-Instituts unter mehr als 1000 Eltern von Schulkindern hatte vor Kurzem ebenfalls einen Blick auf die Zeit der coronabedingten Schulschließungen geworfen. Rund ein Drittel der befragten Eltern hatte angegeben, dass die Corona-Zeit eine große, psychische Belastung gewesen sei. 86 Prozent glaubten hingegen, dass sie mit der Situation während der Schulschließungen gut klargekommen sind.

Gleichzeitig vermuteten 64 Prozent der Befragten, dass ihre Kinder während der Corona-Zeit “viel weniger” gelernt haben. Die Umfrage war außerdem zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Zeit, in der sich die Schüler täglich mit der Schule beschäftigt haben, halbiert hat – von 7,4 auf 3,6 Stunden pro Tag.

“Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, dass wir unter Beachtung der Schutzmaßnahmen wieder zum normalen Schulunterricht zurückkehren”, sagte Ludger Wößmann, der Leiter des ifo-Zentrums für Bildungsökonomik.


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