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Schule in Corona-Zeiten: „Unterricht in der Schule ist immer besser als online“

  • Die Schüler mussten sich in den vergangenen Monaten immer wieder auf neue Gegebenheiten einstellen.
  • Das Schuljahr war von der Maskenpflicht, Abstandsregeln und Homeschooling geprägt.
  • Hier erzählen vier Betroffene, wie sie damit umgehen.
Leonard Geßner
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Schulen zu, Schulen auf, Masken, Homeschooling und Unterricht in halber Gruppengröße: Schüler und Lehrer mussten sich in diesem Pandemiejahr auf viele Neuerungen einstellen. Wie gehen sie damit um und was wünschen sie sich für die kommenden Wochen?

Die Pandemie und wir. Der neue Alltag mit Corona: In unserem Newsletter ordnen wir die Nachrichten der Woche, erklären die Wissenschaft und geben Tipps für das Leben in der Krise – jeden Donnerstag.

Linus Schön, 15: „Wichtig ist, dass wir unterrichtet werden, auf welche Art auch immer“

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„Ich hoffe, dass es in der Schule möglichst bald wieder Präsenzunterricht gibt. Die Schule ist dann zwar trotzdem eingeschränkt, besonders durch die Masken, die wir während des gesamten Unterrichts tragen müssen. Damit kann man aber leben. Der Schulalltag ist letztendlich aber nicht so stark beeinflusst, wir haben die gleiche Anzahl an Stunden und auch die gleichen Inhalte.

Der 15-jährige Linus Schön hofft, dass es in der Schule bald wieder Präsenzunterricht gibt. © Quelle: privat

Natürlich kann ich beim Onlineunterricht ausschlafen, habe vielleicht erst ab 11 Uhr Unterricht, aber man ist zu Hause einfach fauler, und gerade, wenn man auf das Abitur hinarbeitet, braucht man eine gewisse Motivation zum Lernen. Halbgruppen sind meiner Meinung nach im Vergleich zum Onlineunterricht die bessere Alternative. Denn die Konzentration bei Videokonferenzen ist lange nicht so hoch wie im regulären Unterricht. Der größte Vorteil an Halbgruppen ist aber, dass man dort viel öfter zu Wort kommt und die Lehrerinnen und Lehrer mehr auf Einzelne achten können. Aber am Ende wären das dann auch nur die Hälfte aller Unterrichtsstunden. Wichtig ist, dass wir unterrichtet werden, auf welche Art auch immer, sodass wir möglichst wenig Stoff verpassen.“

Paulina Büssenschütt, 15: „Ich würde die Maskenpflicht vom Inzidenzwert abhängig machen“

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„Solange der Inzidenzwert es erlaubt, sollten wir normal Unterricht machen. Im Moment wäre aber wahrscheinlich Digitalunterricht sinnvoller. Auch hier kann man dem Stoff angemessen folgen, deswegen halte ich auch überhaupt nichts davon, Prüfungen einfacher zu machen.

Die 15-jährige Paulina Büssenschütt glaubt, dass Masken dauerhaft keine Lösung sein können. © Quelle: privat
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Die Masken sind, glaube ich, dauerhaft keine Lösung, besonders wenn man sie während Klausuren 90 Minuten am Stück trägt. Wir haben zwar die Möglichkeit, kurz zum Atmen rauszugehen, wenn die Zeit aber eng wird, nehmen das nur die wenigsten in Anspruch. Ich würde die Maskenpflicht in Schulen auch auf jeden Fall vom Inzidenzwert abhängig machen, und wenn der Wert für ein paar Tage stabil unter 50 ist, sollte man die Maskenpflicht während des Unterrichts wieder abschaffen. Was mit Sicherheit irgendwann sehr problematisch wird, ist das Lüften. Vor den Ferien ging das noch, aber wenn es richtig kalt wird, sitzt wahrscheinlich sowieso die halbe Klasse zu Hause, weil alle erkältet sind.“

Mika Hellbusch, 15: „So sitzen wenigstens nicht alle allein zu Hause“

„Unterricht in der Schule ist immer besser als online. Ich war eigentlich ganz zufrieden mit der Lösung, bevor die Schule geschlossen wurde. So eine große Umstellung war es für mich nicht – außer natürlich die Masken und das Abstandhalten. Aber sonst ist Schule eigentlich relativ gleich geblieben. Wegen eines Falls musste in unserer Schule der komplette zwölfte Jahrgang in Quarantäne.

Der 15-jährige Mika Hellbusch findet Unterricht in der Schule immer besser als online. © Quelle: privat

Wichtig ist aber auch, dass man uns ein Gefühl von Sicherheit gibt, dazu gehört, den Schulunterricht weiterlaufen zu lassen. So hat man nicht das Gefühl, dass das Land komplett stillsteht, weil man ja noch seine Freunde sehen kann, auch wenn es mit Maske und Abstand ist. Auf diese Weise sitzen wenigstens nicht alle allein zu Hause. Die Schule bringt Struktur in unseren Alltag und ist wichtig für unsere Zukunft.

Auf der anderen Seite würde eine Schulöffnung dazu führen, dass wir einen möglichen Infektionsherd offen halten, der letztendlich anderen Branchen, wie zum Beispiel der Gastronomie, schadet. Wichtig sind gute Konzepte. Als die Schule noch offen war, wurde da einiges provisorisch geregelt, weil man nicht darauf vorbereitet war. Wie zum Beispiel, dass wir uns statt in der Umkleidekabine, in Klassenräumen umziehen, weil es nur in dem Klassenraum ein Fenster zum Lüften gibt.“

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Sara Molde (Lehrerin, Englisch und Französisch): „Ich habe positive Erfahrungen mit Videountericht gemacht“

„Da es bei uns an der Schule selten Positivfälle oder Quarantäne gab, kann ich mir den regulären Präsenzunterricht durchaus vorstellen. Ich sehe aber natürlich auch das fortbestehende Risiko und die Ängste. Der Unterschied zwischen den Einschränkungen im Alltag und den Regeln, die in den Schulen gelten, ist groß. Ehrlich gesagt, ist mir ein bisschen unwohl, was das Infektionsrisiko betrifft.

Die Englisch- und Französischlehrerin Sara Molde kann sich den regulären Präsenzunterricht durchaus vorstellen. © Quelle: privat
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Halbgruppenunterricht ist deutlich aufwendiger für Lehrkräfte – aber auch das haben wir bereits im Frühling erfolgreich gemeistert. Wenn es also gewünscht wird, kriegen wir Lehrer und Lehrerinnen das schon hin. Ich persönlich befürworte auch den digitalen Unterricht – ich habe positive Erfahrungen gemacht mit Videounterricht. Ich sehe aber auch die großen Schwierigkeiten, die viele Familien und auch viele Kollegen und Kolleginnen damit haben. Es ist schwierig, eine allgemeingültige Regel für alle festzulegen, wenn es so große individuelle Unterschiede gibt.

Wie viel Stoff verloren geht, wenn wir keinen regulären Unterricht machen, das hängt sehr davon ab, wie die Gegebenheiten zu Hause und wie engagiert und selbstständig die Schüler und Schülerinnen sind. Wichtig ist, dass alle die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen und Hilfe zu bekommen. Als die Schule offen war, hat das ganz gut geklappt, weil sich die meisten Schüler und Schülerinnen an die Regeln halten konnten.“

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