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Umfrage: Jeder fünfte Schüler ist schon einmal Opfer von Mobbing geworden

  • Körperverletzung, sexuelle Belästigung oder Raub: Jeder fünfte Schüler ist laut einer neuen Umfrage schon einmal gemobbt worden.
  • Unter den über 12.000 Befragten gaben besonders viele Mädchen an, bereits Opfer von sexueller Belästigung geworden zu sein.
  • Bei Körperverletzung und Raub sind Jungen hingegen häufiger Opfer und Täter.
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Hannover. Jeder dritte Jugendliche an Niedersachsens Schulen ist einer neuen Umfrage zufolge schon das Opfer von Gewalt geworden. Meist handelt es sich um Körperverletzung, teils auch um sexuelle Belästigung. Jeder fünfte Schüler sei schon einmal gemobbt worden, auch das sogenannte Cybermobbing sei häufig, berichtete die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (Montag) unter Berufung auf den Forschungsbericht des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN). Demnach steigt das Risiko, Opfer zu werden, wie in den Jahren zuvor weiter leicht an.

Für die „Niedersachsensurvey“ des Instituts befragten die Kriminologen dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr 12.444 Schülerinnen und Schüler. Seit 1998 befragt das KFN regelmäßig Neuntklässler zu deren Erlebnissen. Beim jüngsten Bericht stellt das Team um die Politikwissenschaftlerin Yvonne Krieg eine leicht steigende Tendenz von Gewaltakten unter Schülerinnen und Schülern fest.

Umfrage: Viertel aller Mädchen wurden schon einmal sexuell belästigt

Bei Körperverletzung und Raub sind Jungen demnach häufiger Täter und Opfer, Mädchen dagegen sind deutlich häufiger Opfer von sexuellen Anzüglichkeiten, Belästigungen und Angriffen. So gaben 25 Prozent der Schülerinnen an, schon einmal sexuell belästigt worden zu sein – 5,6 Prozent sagten sogar, sexuelle Gewalt erfahren zu haben. Nach Körperverletzung und sexueller Belästigung wurde Raub als häufigstes Delikt genannt. 8,6 Prozent aller Schülerinnen und Schüler gaben an, schon einmal Opfer eines Raubes geworden zu sein.

„In der Tendenz steigt zwar die Kriminalität unter Jugendlichen für einige Delikte leicht an, sie ist aber auf einen längeren Zeitraum betrachtet nicht so hoch wie vor zwölf Jahren, als das KFN eine deutschlandweite Befragung gemacht hat“, sagte Krieg. Und: 2019 hat mindestens ein Drittel der Neuntklässler mindestens einmal die Schule geschwänzt. Dafür rauchten die Schüler weniger, auch das „Koma-Saufen“ komme aus der Mode.

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Studien: Mobbing ein bundesweites Problem

In bundesweiten Daten aus anderen Studien lassen sich ähnliche Tendenzen erkennen. So gaben in einer Studie der Techniker Krankenkasse im Jahr 2020 17,3 Prozent aller Schülerinnen und Schüler an, schon einmal von Cybermobbing betroffen gewesen zu sein. Vor allem Corona habe Mobbing im Netz verschärft. Wie außerdem aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2019 hervorgeht, fürchtet sich jedes dritte Kind an Haupt- Gesamt- oder Sekundarschulen davor, ausgegrenzt, gemobbt oder geschlagen zu werden.

RND/bk/dpa

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