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Kindesunterhalt berechnen: Das müssen Eltern wissen

  • Leben die gemeinsamen Kinder nach einer Trennung nur noch bei einem Elternteil, ist der andere Elternteil unterhaltspflichtig.
  • Doch wie viel ist das eigentlich?
  • Mit unserem Unterhalts-Rechner kann der Betrag schnell ermittelt werden.
Johannes Christ (Rechner)
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Hannover. Gehen aus einer Beziehung Kinder hervor, müssen grundsätzlich beide Elternteile für den Unterhalt des Nachwuchses aufkommen. Laut dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) unterscheidet man nach einer Trennung jedoch zwischen dem Naturalunterhalt und dem Barunterhalt. Während das Elternteil, bei dem das Kind dauerhaft lebt, seinen Unterhaltsbeitrag in Form von Pflege, Erziehung und Unterkunft leistet, muss derjenige, der nicht bei der Familie lebt, einen Baranteil zahlen. Unser Kindesunterhalt-Rechner liefert einen Richtwert für diesen Betrag.

Kindesunterhalt-Rechner 2020

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Kindesunterhalt berechnen: So funktioniert der Rechner

Der Beitrag ergibt sich aus dem Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen und der Anzahl der Kinder sowie deren Alter. In das Feld “Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen” muss deshalb das Nettogehalt des Elternteils eingetragen werden, welcher nicht mehr bei der Familie lebt und deshalb Barunterhalt zahlen muss.

Bei dem Feld “Alter des Kindes” geht es um das unterhaltspflichtige Kind. Wer mehr Kinder hat, für die er Unterhalt zahlen muss, kann durch das “+” bei “Kinderzahl” ein neues Feld hinzufügen und dort das Alter des anderen Kindes einfügen.

Anschließend wirft der Rechner nicht nur einen Betrag aus, den der Unterhaltspflichtige seinem Kind beziehungsweise seinem ehemaligen Partner zahlen muss, sondern auch die Summe, die dem zahlungspflichtigen Elternteil noch übrig bleibt.

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Berechnet wird der Beitrag mit Hilfe der Düsseldorfer Tabelle, die unter anderem von den Familiensenaten des Oberlandesgerichts Düsseldorf sowie dem Bundesjustizministerium erarbeitet wurde und jedes Jahr aktualisiert wird. Da der Rechner nicht alle Fallkonstellationen berücksichtigen kann, ist der errechnete Wert lediglich als Richtwert zu sehen.

Eingeteilt ist die Düsseldorfer Tabelle in elf Einkommensgruppen sowie drei Altersstufen und eine Spalte für volljährige Kinder. Daraus lässt sich der Mindestunterhaltsanspruch ermitteln, der einem Kind zusteht.

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Düsseldorfer Tabelle (Stand: 01.01.2020)

Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen in Euro 0-5 Jahre* 6-11 Jahre* 12-17 Jahre* Ab 18 Jahre* Prozent Bedarfskontrollbetrag in Euro
1. bis 1.900 369 424 497 530 100 960 / 1.160
2. 1.901 - 2.300 388 446 522 557 105 1.400
3. 2.301 - 2.700 406 467 547 583 110 1.500
4. 2.701 - 3.100 425 488 572 610 115 1.600
5. 3.101 - 3.500 443 509 597 636 120 1.700
6. 3.501 - 3.900 473 543 637 679 128 1.800
7. 3.901 - 4.300 502 577 676 721 136 1.900
8. 4.301 - 4.700 532 611 716 764 144 2.000
9. 4.701 - 5.100 563 645 756 806 152 2.100
10. 5.101 - 5.500 591 679 796 848 160 2.200
Bei Einkommen über 5.501 Euro netto
wird Einzelfallabhängig ermittelt.

Quelle: https://www.unterhalt.net/

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* Altersstufen in Jahren (§1612 A I BGB), Beträge in Euro

Wer genau wissen will, ob und wie viel er seinem ehemaligen Partner in Zukunft für das gemeinsame Kind zahlen muss, muss noch ein paar weitere Punkte beachten.

Grundlage für die Berechnung: Das bereinigte Nettoeinkommen

Als Grundlage für die Berechnung des Unterhalts wird nicht das gesamte Einkommen des zahlungspflichtigen Elternteils, sondern das sogenannte bereinigte Nettoeinkommen herangezogen. Unter diese Bereinigung fallen grundsätzlich fünf Prozent des Einkommens für Arbeitsaufwendungen, wenn der Unterhaltspflichtige nicht selbstständig ist. Neben diesem Pauschalbetrag können jedoch noch zusätzliche Fixkosten abgezogen werden. Das sind unter anderem:

  • berufliche Fahrtkosten
  • besondere Kosten für Arbeitsmittel, Arbeitskleidung oder deren Reinigung
  • erhöhter finanzieller Bedarf auf Grund von chronischen Krankheiten
  • Kreditraten oder Schulden, etwa bei einem Auszug aus dem gemeinsamen Haus die Kreditkosten für die Einrichtung einer neuen Wohnung
  • Beiträge für eine private Krankenversicherung

Das Einkommen muss so hoch wie möglich sein

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Grundsätzlich gilt: Der Unterhaltspflichtige muss alles in seiner Macht stehende tun, um den Mindestunterhalt für sein minderjähriges Kind aufzubringen. Dies gilt auch für sogenannte privilegierte volljährige Kinder, die unverheiratet sind, das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, im Haushalt zumindest eines Elternteils leben und sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden.

Für den Unterhaltspflichtigen besteht in diesen Fällen eine gesteigerte Erwerbspflicht: Er muss sich, wenn nötig, eine Nebentätigkeit suchen oder aber in einen besser bezahlten Job wechseln, wenn sein derzeitiges Einkommen nicht ausreicht.

Auch kann es vorkommen, dass er bei einem mutwilligen und selbstverschuldeten Verlust seiner Arbeit trotzdem zu Zahlungen verpflichtet wird. In Einzelfällen kann ein fiktives Einkommen errechnet werden, wenn der Unterhaltspflichtige einer schlechtbezahlten Tätigkeit nachgeht, um so keinen Unterhalt zahlen zu müssen. Dann wird als Grundlage das Einkommen gewertet, das die Person theoretisch erwirtschaften könnte.

Selbstbehalt: Unterhaltspflichtige müssen nicht alles an ihr Kind abgeben

Durch die Unterhaltszahlungen soll sichergestellt werden, dass der Alleinerziehende genug Geld für Pflege, Unterkunft und Nahrung des Kindes zur Verfügung hat. Demgegenüber steht jedoch die Existenzsicherung des Unterhaltspflichtigen. Er muss nur so viel Unterhalt zahlen, dass er nicht selbst bedürftig wird – diese Regelung greift, wenn es ihm partout nicht möglich ist, ausreichend zu verdienen.

Bei dieser Sicherung spricht man von Selbstbehalt. Die Höhe dieses Betrages, der dem Unterhaltspflichtigen auf jeden Fall bleiben muss, ergibt sich ebenfalls aus der Düsseldorfer Tabelle (Bedarfskontrollbetrag). Liegt das Einkommen des Zahlungspflichtigen unterhalb des entsprechenden Selbstbedarfs, kann er keinen Kindesunterhalt zahlen.

  • Bei minderjährigen und privilegierten volljährigen Kindern bis 21 Jahren (Unterhaltspflichtiger erwerbstätig): 1160 Euro
  • Bei minderjährigen und privilegierten volljährigen Kindern bis 21 Jahren (Unterhaltspflichtiger nicht erwerbstätig): 960 Euro
  • andere volljährige Kinder: 1400 Euro

Kindergeld wird bei der Berechnung abgezogen

Das gesamte Kindergeld erhält der Elternteil, bei dem das minderjährige Kind dauerhaft wohnt. Jedoch steht die Hälfte davon eigentlich dem familienfernen Elternteil zu. Deshalb wird dieser Anteil vom Kindesunterhalt abgezogen.

Ist das Kind volljährig, entfällt laut BMJV der Unterhalt durch Pflege und Erziehung. Dann sind beide Elternteile barunterhaltspflichtig, weshalb der gesamte Kindergeldbetrag vom Unterhalt abgezogen wird – in der Düsseldorfer Tabelle ist dies nicht berücksichtigt, unser Kindesunterhaltsrechner zieht den entsprechenden Betrag jedoch ab, weshalb die Ergebnisse des Rechners von denen der Tabelle abweichen können.

Von Lilly von Consbruch/RND

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