Mut zur Lücke: Eltern müssen nicht alles wissen

  • Warum ist der Himmel blau? Kinder sind neugierig und stellen gern viele Fragen.
  • In den Anfängen können Eltern diese oft noch selbst beantworten, werden die Kinder älter, wird auch das schwieriger.
  • In der RND-Kolumne „Vater, Mutter, Kind“ erklärt unser Autor, warum Eltern nicht immer alles wissen müssen.
Uwe Kranz
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Bei meinen Kindern hat sich in frühen Jahren offenbar die Erkenntnis festgesetzt, dass Mama und Papa so etwas wie wandelnde Enzyklopädien sind. Nun ist eine gewisse Neugier vor allem in meinem Beruf eine Grundvoraussetzung – und natürlich hatte ich den Drang, diesen Durst nach neuem Wissen auch in meinen Kindern zu entfachen. Also gaben wir uns alle Mühe, auf jede Frage der Kleinen auch eine fundierte Antwort zu geben.

Über die Jahre wird das immer schwieriger. Zumal sich inzwischen unter die Fragen auch solche neuer Fachgebiete wie aktuelle Rapmusik oder der Vergleich der Kinohelden der Avengers und der Justice League mischen. Kennen Sie beides nicht? Dann können Sie mich sicher verstehen. Immer häufiger muss ich zumindest beim Teil des Nachwuchses, der im Labyrinth der Pubertät unterwegs ist, auf echte Datenbanken im Internet verweisen. Oder ich muss einräumen, dass meine Angaben möglicherweise auf Halbwissen beruhen, das besonders in Klassenarbeiten nicht belastbar sein könnte.

Die schwierigen Fragen der Älteren – und die leichteren der Kleinen

Ein gutes Gefühl gibt mir die Tatsache, dass mich nach zwei Jahren inzwischen auch meine beiden Patchworkkinder offenbar ebenfalls als Informationsquelle akzeptieren. Leider beziehen sich die Fragen der Älteren zunehmend auf naturwissenschaftliche Themen, und mein Abitur ist schon mehr als 30 Jahre her. Da heißt es, wieder selbst Bücher zu wälzen, um ihnen zumindest einen Wissensschubs in die richtige Richtung geben zu können. Was bleibt, ist das Gefühl, vielleicht nicht wirklich geholfen zu haben – und die Hoffnung, dass die Lücken in dem von mir vermittelten bruchstückhaften Grundwissen in Physik von weiteren Büchern, Google und ihren Klassenkameraden gefüllt werden können.

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Die Kleinen machen es einem da noch leicht: In einem Gespräch über das Wetter konnte ich meinem Jüngsten neulich den Unterschied zwischen Schnee und Hagel deutlich machen. Er sah mich fröhlich an und sagte: „Ha, wieder was gelernt!“ Und schon fühlte ich mich wieder wie eine wandelnde Enzyklopädie.

Die lieben Kleinen (und Großen) können unser Leben ganz schön durcheinanderwirbeln: Wie und was tun? Darum geht‘s in „Vater, Mutter, Kind“.

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