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  • Hygiene und Sauberkeit an Schulen: Schlechte Noten von den Eltern

Forsa-Umfrage zur Sauberkeit an Schulen: keine guten Noten

  • Viele Eltern sind mit der Hygiene an den Schulen ihrer Kinder unzufrieden, das zeigt eine neue Umfrage.
  • Das führt auch dazu, dass Eltern in Sorge wegen einer möglichen Corona-Infektion der Kinder sind.
  • Experten machen den Sparkurs der Schulträger für die mangelnde Sauberkeit verantwortlich.
Alice Mecke
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Hannover. Wie steht es um die Hygiene und Sauberkeit an Deutschlands Schulen? Schon vor der Corona-Pandemie gab es Handlungsbedarf, nun ist das Thema noch wichtiger geworden. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) hat deshalb eine repräsentative Forsa-Umfrage in Auftrag gegeben. Die Kernfrage lautete: Wie zufrieden sind eigentlich Eltern schulpflichtiger Kinder mit der Sauberkeit an Deutschlands Schulen?

Ein Teil der Ergebnisse: Fast zwei Drittel der Eltern wünschen sich mehr Reinigung, und knapp ein Viertel der Eltern ist in Sorge wegen einer möglichen Corona-Ansteckung an Schulen. Außerdem sehen 57 Prozent der Eltern in den letzten 20 Jahren eine Verschlechterung oder zumindest keinerlei Veränderung der Hygiene an den Schulen.

„Im Zuge der Corona-Krise reden alle über die neue Relevanz von Hygiene und Sauberkeit. Aber da, wo es wirklich wichtig wäre – bei Kindern und Schule –, klafft eine ernüchternde Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit“, bewertet Thomas Dietrich, Bundesinnungsmeister des Gebäudereiniger-Handwerks, die Zahlen. Für die Umfrage wurden bundesweit über 1000 Personen im Alter von 18 bis 59 Jahren mit schulpflichtigen Kindern befragt.

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Kinder scheuen sich vor Schultoiletten – Eltern in Sorge wegen Corona

Aufgrund der Hygienemängel scheuen viele Kinder den Gang auf die Schultoilette – das gaben rund ein Drittel (36 Prozent) der Eltern an. Vor allem Eltern im Westen (Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) berichteten von dieser Problematik. Väter und Mütter aus Bayern und Baden-Württemberg sowie jüngere Eltern gaben hingegen eher an, dass ihre Kinder mit den Schultoiletten kein Problem hätten. 60 Prozent der Eltern insgesamt berichteten, dass die Toilettensituation für ihre Kinder kein Problem sei.

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Die mangelnde Hygiene an Schulen und Schultoiletten führt auch dazu, dass knapp ein Viertel der Eltern (23 Prozent) „sehr“, teilweise auch „eher besorgt“ über die Gefahr einer Corona-Infektion an Schulen ist. 45 Prozent der befragten Eltern antworten mit „weniger besorgt“, und knapp ein Drittel ist „überhaupt nicht besorgt“ wegen einer möglichen Infektion.

Schulen planen zu knappes Budget für Sauberkeit ein

Auch abseits der Schultoiletten gibt es in puncto Sauberkeit Verbesserungspotenzial. 20 Prozent der Eltern bewerten die Schule ihrer Kinder als „weniger sauber“ beziehungsweise als „überhaupt nicht sauber“. 50 Prozent der Befragten halten die Schule für „eher sauber“, und nur 25 Prozent der Eltern vergeben das Prädikat „sehr sauber“. Auch hier bewerteten Eltern, die im Süden Deutschlands wohnen, besser.

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Dementsprechend fordern 61 Prozent der Eltern, dass die Schulen gründlicher und häufiger gereinigt werden sollten. Vor allem Eltern im Westen sowie Mütter sind dieser Ansicht. Nur rund ein Drittel (35 Prozent) meint, dass eine Reinigung wie bisher ausreiche.

Für Dietrich liege die Schuld am knappen Budget der Schulen: „Nicht die Reinigungsunternehmen sind verantwortlich für die Zustände, sondern das weit verbreitete Spardiktat der Schulträger. Es gibt kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. Die Schulträger müssen endlich mit realistischem Budget planen und die Leistungsverzeichnisse verbessern.“ Fakt sei: „Wer mehr Sauberkeit an Schulen will, muss mehr in mehr Sauberkeit an Schulen investieren“, so der Bundesinnungsmeister.



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