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Sonnenschirm und Sonnensegel sind wichtig

Hitzefalle Kinderwagen: Was Eltern beachten müssen

Babys und Kleinkinder sollten keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden: Sie haben keinen körpereigenen UV-Schutz.

Eine Hitzewelle kommt auf Deutschland zu: Mitte Juli soll es mancherorts bis zu 40 Grad heiß werden. Die hohen Temperaturen können vor allem für Babys und Kleinkinder schädlich sein. Viele Eltern wollen ihr schlafendes Baby im Kinderwagen mit Tüchern und Decken vor Sonneneinstrahlung schützen. Doch was als Vorsichtsmaßnahme gemeint ist, kann für den Nachwuchs schnell gefährlich werden.

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Warum muss man sein Baby vor der Sonne schützen?

Steigen die Temperaturen, reagieren wir zunächst, indem wir schwitzen. Der Schweiß auf der Haut verdunstet und kühlt auf diese Weise. Kinder hingegen schwitzen bis zur Pubertät weniger als Erwachsene – sie geben also weniger Wärme ab, da weniger Schweiß verdunstet. Bei extremer Hitze gelingt es dem kindlichen Körper deshalb schnell nicht mehr, die Körpertemperatur genügend herabzusetzen. Es kommt zur Überhitzung, die im schlimmsten Fall zu einem Herzstillstand führen kann.

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Kinderärztin: Tuch über dem Kinderwagen – sinnvoll oder gefährlich?

Viele Eltern denken, sie könnten den Nachwuchs mit einer Decke oder einem Handtuch über dem Kinderwagen vor Sonne schützen. Doch die Abdeckung kann zur Gefahr werden: „Unter einem Tuch kann die Luft schlechter zirkulieren“, erklärt Kinderärztin Tanja Brunnert aus Göttingen. Es kommt zum Hitzestau; der Kinderwagen droht zur Hitzefalle zu werden. „Dazu kommt, dass Eltern ihr Kind nicht mehr sehen können. Sie kriegen oft gar nicht mit, wenn es im Kinderwagen zu warm wird.“

22 Grad Außentemperatur – 37 Grad im Kinderwagen

Um zu verdeutlichen, wie drastisch die Temperaturen in einem abgedeckten Kinderwagen ansteigen, hat die schwedische Zeitung „Svenska Dagbladet“ gemeinsam mit einer Gruppe von Wissenschaftlern ein Experiment durchgeführt: Als die Forscher bei einer Außentemperatur von 22 Grad Celsius eine dünne Decke über den Kinderwagen legten, stieg die Temperatur im Inneren innerhalb von 30 Minuten auf 34 Grad Celsius an. Nach einer Stunde waren es schon 37 Grad. Bei einer dickeren Decke wären die Temperaturen sogar noch höher gewesen, so die Forscher.

Schutz vor Überhitzung im Kinderwagen: Sonnenschirm oder Sonnensegel

Um das Baby im Kinderwagen vor Sonne zu schützen und nicht zu gefährden, eignen sich ein Sonnenschirm oder ein Sonnensegel, also ein trapezförmiges Tuch, das man mit Schnüren oder Klammern zwischen Kinderwagenlenker und Verdeck befestigt: Die Luft kann weiterhin zirkulieren und das Kind bekommt genügend Sauerstoff. Außerdem gibt es Alternativen mit UV-Schutz im Handel.

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„Grundsätzlich sollten Eltern den Kinderwagen jedoch nicht dauerhaft in der prallen Sonne stehen lassen – egal, wie hoch der Schutz ist“, so Brunnert. „An heißen Tagen eignet sich ein Spaziergang im Schatten, zum Beispiel im Park oder Wald, eher.“ Auch die Hitze in einem Auto kann für Kinder gefährlich werden.

Außerdem wichtig im Sommer: Die richtige Kleidung

Auch bei bedecktem Himmel dringen bis zu 80 Prozent der UV-Strahlung durch. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt deshalb, auf sonnengerechte Textilien zu achten. Ein Hut mit Schirm und Nackenschutz sei ebenso wichtig wie ein luftiges, möglichst langärmliges Shirt und eine weit geschnittene, lange Hose. Mittlerweile gibt es auch Kleidung mit speziellem UV-Schutz: Eltern erkennen sie an dem Prüfsiegel „UV-Standard 801″. Hier gilt: Je höher der UV-Schutzfaktor eines Kleidungsstückes ist, desto besser schützt es das Kind. Hose, Shirt und Hut sollten für Kinder einen Schutzfaktor von mindestens 30 aufweisen, Kinder mit besonders heller Haut sollten Kleidung mit besonders hohem Schutzfaktor von 60 bis 80 tragen. Außerdem sollten die Augen der Kinder mit einer Sonnenbrille geschützt werden.

So erkennen Sie einen Hitzschlag beim Kind

Die Symptome eines Hitzschlages sind vielfältig:

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  • blasse, feuchte und/oder heiße Haut
  • schneller Puls, Unruhe
  • schnelle, flache Atemzüge
  • Erbrechen
  • dunkler Urin, weniger Windelwechsel als gewöhnlich
  • Weigerung zu trinken oder erhöhter Durst

Wer bei einem Kind einen Hitzeschlag vermutet, sollte es schnell an einen kühlen Ort bringen und einen Arzt rufen. In der Zwischenzeit können feuchte Tücher, auf Stirn, Nacken und um die Waden gewickelt, helfen. Sie wirken unterstützend für den Kreislauf.

RND/lg mit Agenturmaterial

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