• Startseite
  • Familie
  • Gesund und schnell zubereitet: Leckere Rezeptideen für Kleinkinder

Gesund und schnell zubereitet: Leckere Rezeptideen für Kleinkinder

  • Wenn es nach Kindern geht, würde es wohl jeden Tag Pizza, Pommes und Milchreis mit ganz viel Zimt und Zucker geben.
  • Wer den Nachwuchs aber an gesundes Essen gewöhnen will, braucht weder viel Zeit noch viele Zutaten.
  • Einige leckere Rezeptideen haben wir hier für Sie zusammengestellt - Ihre Kinder werden sie lieben.
Anzeige
Anzeige

Bochum/Landshut. "Schmeckt nicht!" "Warum machst du nie, was ich mag?" "Und was ist das Grüne da drin?" Solche Kommentare von Kindern zum Essen sind meist Familienalltag. Dunja Rieber weiß, wie man kleinen Mäkelfritzen sogar Gemüse andrehen kann. Es sei nur das herbe Aroma, an das sich Kinder erst gewöhnen müssten, ist die Kochbuchautorin überzeugt. Und was hilft dabei? "Alles, was diesen Geschmack abmildert", so Rieber. Etwas Frischkäse oder Sahne in die Gemüsesuppe, Mango oder Kartoffeln unters Kürbispüree gemischt oder zum Kohlrabi einen käsigen Dip reichen. Auch gut: "Gemüse im Ofen schmoren. Dabei entstehen besonders viele süßliche Aromen."

Gemüse-Pommes: Mit nur wenigen Zutaten eine frische Mahlzeit

"Aus maximal fünf, sechs Zutaten lassen sich gesunde Gerichte zubereiten", sagt Dunja Rieber. "Wenig Aufwand, viel Geschmack - darum geht es", sagt die Mutter von zwei Kindern. Besser als reden und aufdrängen sei das richtige Handeln: frisch einkaufen, das Kind am Gemüseregal auch mal entscheiden lassen, selbst kochen und gemeinsam am Tisch essen. "Wer Gutes vorlebt, an dem nehmen sich Kinder ein Beispiel - nicht sofort, aber Schritt für Schritt", so ihre Erfahrung.

Ein einfaches Rezept für den Start sind Gemüse-Pommes: Hierfür sind mittags oder abends 40 Minuten einzuplanen, davon allerdings nur 15 Minuten aktiv. Die Gemüsespalten aus Süßkartoffeln, Möhren und Pastinaken werden mit Naturjoghurt und einem Walnuss-Dip serviert. Diese Rezeptidee von Rieber zeigt, dass Kochen für Kleinkinder kein Hexenwerk ist.

Es lohne sich, auch mal zu experimentieren. Rieber macht am Beispiel Möhre deutlich, auf welch vielfältige Weise ein Kind dieses Gemüse kennenlernen kann: Solo als Rohkost oder mit Dip, geraspelt, gekocht, in Butter gedünstet, im Smoothie gemixt mit Obst. "Wir können Gemüse blanchieren, es im Backofen zubereiten oder es pürieren."

Anzeige
Bunte Gemüse-Pommes aus Süßkartoffeln, Möhren und Pastinaken werden mit Naturjoghurt und einem Walnuss-Dip serviert. Reine Zubereitungszeit nur 15 Minuten. © Quelle: Daniela Sonntag/TRIAS Verlag/dpa

Mehr Freude an gesundem Essen: Kind muss den Geschmack erst einmal abspeichern

Anzeige

"Wenn ein Kind den Geschmack erst einmal abgespeichert hat, erleichtert das die Chance, dass es irgendwann auch mal andere Varianten probiert." Mag ein Kind beispielsweise kein Frühstücksbrot, sind gemixte Getränke eine gute Alternative: Ein Becher Joghurt oder Milch, etwas Obst und etwa ein bis zwei Löffel Vollkornflocken – das wird gemixt, und fertig ist die Erdbeer-Haferflocken-Milch.

Eine Banane, 100 Gramm grüne Weintrauben, ein kleines Stück Ingwer, eine Handvoll Salatblätter, zwei Datteln und 400 Milliliter Orangensaft kommen in den Mixer – und fertig ist das flüssige Ruckzuck-Frühstück. © Quelle: Daniela Sonntag/TRIAS Verlag/dpa

Auch Kochbuchautor Peter Gehlmann hat sich Gedanken darüber gemacht, wie schon die Jüngsten am Tisch glücklich sind. Als siebenfacher Vater kann das eine Herausforderung sein. Hieß es in seiner Kindheit, "du isst, was auf dem Teller liegt", vermeidet Familie Gehlmann Zwang und Dogmen. "Wenn ein Kind morgens partout nicht hungrig ist, bekommt es sein Frühstück eben mit in die Kita oder die Schule", schildert er. "Brot, Obst, Pfannkuchen - es gibt so viele Optionen', und wir wollen nicht, dass wir einem Kind den Start in den Tag mit schlechter Laune vermiesen."

Auch für Prof. Mathilde Kersting, Kinderernährungsexpertin der Ruhr-Universität Bochum, ist die Freude beim Essen ein zentraler Gedanke. "Essen ist etwas Schönes. Bei gemeinsamen Mahlzeiten in der Familie sollte der Genuss im Vordergrund stehen, nicht das verkrampfte Nachhalten von Nährwerten", sagt sie.

Anzeige

Manche Kinder hätten außerdem Phasen, in denen auch ein bislang akzeptiertes Gericht plötzlich nicht mehr schmeckt, so Kersting. Darauf sollten Eltern freundlich eingehen. Es lohne sich, das abgelehnte Lebensmittel entspannt in Abständen immer wieder neu anzubieten. "Kapitulieren Sie nicht zu früh!" Es brauche eine gewisse Hartnäckigkeit, Speisen wiederholt und ohne Druck neu anzubieten.

RND/dpa