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  • Gesellschaftsspiele gegen den Corona-Frust: Sechs Brettspiel-Tipps für die Quarantäne

Sechs Gesellschaftsspiele gegen den Corona-Frust

  • In den eigenen vier Wänden zu bleiben, ist in Zeiten der Corona-Pandemie das Gebot der Stunde.
  • Aber was soll man dort den ganzen Tag tun? Spielen, natürlich.
  • Sechs Tipps – fernab von “Mensch-ärgere-Dich-nicht”.
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Ein Ventil gegen den Corona-Frust können Gesellschaftsspiele sein. Gefragt sind dabei derzeit vorzugsweise solche, die auch zu zweit mit dem jeweiligen Lebenspartner funktionieren. Denn Treffen mit Freunden und Bekannten sollten aktuell tabu bleiben.

Ein Blick auf die Lieferfähigkeit vieler Titel zeigt, dass derzeit ein Run auf Onlinehändler um sich greift. Im Folgenden vorgestellt wird eine Auswahl unter Kennern beliebter Brettspiele, die zwar nicht brandaktuell, aber bewährt sowie online noch lieferbar sind und fast ausnahmslos einfache Regeln haben.

“Patchwork”: Kurzweiliges Flickwerk

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Bei “Patchwork” (Verlag Lookout) von Erfolgsautor Uwe Rosenberg sagt schon der Name, um was es geht. Mittels Stoffflicken und Knöpfen aus Pappe puzzelt bei diesem Duell für zwei Spieler ab acht Jahren jeder auf seiner eigenen Ablage eine Patchwork-Decke. Selten wurde ein Thema so stimmig in Szene gesetzt. Bei kaum einer halben Stunde Spielzeit ist das zudem kurzweilig. Wer am Ende mehr Knöpfe sein Eigen nennt, gewinnt.

Genial ist, dass das Aufnehmen von Flicken nicht Siegpunkte in Form von Knöpfen kostet, sondern auch Zeit. Damit ist nicht das Grübeln von Spielern gemeint. Vielmehr ist auf jedem Flicken ein Preisschild in doppelter Währung aufgedruckt – Knöpfe und Zeitfelder. Letztere schreitet auf einer Zeitspirale voran. Am Zug ist immer der dort hinten liegende Spieler. Das führt dazu, dass mehrmals hintereinander am Zug sein kann, wer Flicken nimmt, die wenig Zeit kosten. Nähen mal ohne Nadel und Faden, dafür mit Grips und Freude.

Kostet gut 20 Euro.

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“Splendor”: Viel Spaß für wenig Aufwand

Spannend soll ein Gesellschaftsspiel sein, ohne zu überfordern, keine Grübelei provozieren und optisch etwas bieten. Diesem Ideal recht nahe kommt “Splendor” (Space Cowboys) für bis zu vier Spieler ab zehn Jahren von Andre Marc. Die Pracht, auf die der Titel anspielt, kommt durch Edelsteine in Form solider Plastikchips ins Spiel. Ohne Glücksfaktor ist das nicht, aber am Ende entscheidet meistens Überlegung. Ein Zug ist dabei denkbar einfach – Edelsteinchips nehmen oder eine Edelsteinmine in Form schön illustrierter Karten mit Chips kaufen. Erworbene Minenkarten verbilligen spätere Käufe und bringen oft Siegpunkte. Die richtige Kombination von Minen zieht zudem Adelige an, die ebenfalls Siegpunkte bringen. Das geht so lange, bis ein Spieler 15 Punkte erreicht hat. Spätestens nach der ersten Partie weiß jeder, was man falsch gemacht hat. Dauert in voller Besetzung 45 Minuten.

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Viel Spiel für wenig Aufwand zu gut 30 Euro.

“Karuba”: Süchtigmachendes Tüftelspiel

An japanische Zimmer erinnert “Hanamikoji” (Kosmos) von Kota Nakay oft spartanisch eingerichtet und trotzdem von schwer erklärbarem Reiz. So ist das auch bei diesem Spiel exklusiv für zwei Personen ab zehn Jahren. Die streiten sich um die Gunst von sieben Geishas in Form schön gestalteter großformatiger Karten. Dazu kommen 21 kleinere Geschenkkarten und vier für jeden Spieler identische Aktionsmarker. Das bedeutet, dass man pro Partie ganze vier Aktionen hat, Wege Richtung Tempel zu ziehen.

Sehr angenehm ist, dass alle gleichzeitig spielen. Einer der bis zu vier Kontrahenten deckt zufällig ein Wegeplättchen auf, von denen jeder einen identischen Satz hat. Das baut dann jeder individuell in sein Wegenetz ein oder zieht einen Forscher. Eine gewisse Bingo-Atmosphäre ist spürbar. Wer ist mit welchem Forscher zuerst am Zieltempel? Karuba ist ein schnell süchtig machendes Tüftelspiel, bei dem man sich in Sackgassen manövrieren kann.

Das Spiel kostet ab 25 Euro.

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“Hanamikoji”: Tückisch und günstig

An japanische Zimmer erinnert “Hanamikoji” (Kosmos) von Kota Nakayama. Die sind oft spartanisch eingerichtet und trotzdem von schwer erklärbarem Reiz. So ist das auch bei diesem Spiel exklusiv für zwei Personen ab zehn Jahren. Die streiten sich um die Gunst von sieben Geishas in Form schön gestalteter großformatiger Karten. Dazu kommen 21 kleinere Geschenkkarten und vier für jeden Spieler identische Aktionsmarker. Das bedeutet, dass man pro Partie ganze vier Aktionen hat.

Klingt fast zu simpel, ist es aber nicht. Für jede Geisha gibt es zwei bis fünf Geschenkkarten, entsprechend ihrem Wert. Zehn davon bekommt jeder Duellant anfangs zugeteilt. Man legt sie aber nicht einfach an die passende Geisha an, um sie sich gewogen zu machen. Eine der vier Aktionskarten besagt zum Beispiel, dass man drei eigene Geschenkkarten ausspielt. Dann sucht sich erst der Rivale eine davon aus, um sie auf seiner Seite an die Geisha anzulegen. Mit den zwei verbliebenen Karten darf man das dann selbst tun. Es gewinnt, wer vier Geishas oder solche im Gesamtwert von mindestens elf auf seine Seite gezogen hat. Das dauert maximal drei Partien zu etwa 15 Minuten.

Tückisches Spiel, ab günstigen 12 Euro zu haben.

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“Klask”: Tischfußball für Zwei

Vor allem auch Fußballfans könnten sich wegen derzeit abgesagter Spiele aller Ligen für “Klask” (Game Factory) von Mikkel Bertelsen begeistern. Denn das ist eine Art Tischfußball für zwei Personen. Spielerisch vereint es auch Elemente von Billard und Eishockey. Die Tore sind zwei Mulden im 45 mal 35 Zentimeter großen und von einer Bande gesäumten Spielfeld. Duellanten schießen mit je einer Figur, die mit der Hand unter dem erhöhten Spielbrett per Magnet gesteuert wird. Zudem sind auf dem Spielfeld drei kleine Magnete verteilt, denen man besser nicht zu nahe kommt. Kleben zwei davon an der eigenen Magnetfigur, zählt das als Tor für den Gegner. In der Hektik des Geschicklichkeitsspiels passiert aber genau das öfter. Immens ist der Aufforderungscharakter von Klask.

Bei wenigen Minuten Spieldauer bleibt es selten bei einer Partie. Das Material ist hochwertig. Die Regeln erklären sich fast von allein. Motorisch können Achtjährige mithalten.

Das Spiel kostet rund 45 Euro, in einer Variante für vier Personen deutlich mehr.

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“Pandemie”: Das Spiel zur Krise

Sehr gefragt und zunehmend ausverkauft ist – wen wundert es bei diesem Titel – das kooperative Brettspiel “Pandemie” (Zman) von Matt Leacock für zwei bis vier Personen ab etwa zwölf Jahren. Der Name ist Programm. Im Wohnzimmer versucht man die Welt vor vier Seuchen zu retten, die parallel zuschlagen. Das klappt nicht immer. Mal gewinnen die Spieler, mal das Spiel. Das ist bei mancher Partie auch eine Frage des Glücks. Rasch verstehen sollte man aber die Verbreitungsmechanik von Seuchen, die in Form kleiner Holzwürfel auftreten. Das Spielfeld ist eine Weltkarte, in deren Städten die Seuchen toben. Mitspieler schlüpfen in die Rolle eines Sanitäters oder einer Forscherin, was Sonderfähigkeiten mit sich bringt.

“Pandemie” ist deutlich komplexer als die anderen vorgestellten Spiele und kann bei voller Besetzung in ersten Partien bis zu zwei Stunden dauern. Gegenmittel für alle Seuchen zu finden als gemeinsames Ziel des Spiels ist aber auch eine epische, extrem spannende und erschreckend aktuelle Aufgabe. Es wird viel diskutiert und tunlichst gemeinsam entschieden, fast wie im richtigen Leben.

Vorsicht: von diesem Dauerbrenner gibt es zahlreiche Erweiterungen und Varianten. Anfängern ist dringend das Grundspiel empfohlen.

Zu kaufen ab etwa 35 Euro.


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