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Gericht: Benotung von Prüfungen trotz Corona-Situation rechtmäßig

  • Eine Schülerin klagte gegen ihre Realschule, da diese die besonderen Umstände der Corona-Krise nicht ausreichend berücksichtigt habe.
  • Das Verwaltungsgericht Braunschweig lehnte den Eilantrag jedoch ab.
  • Schüler müssten die Beeinträchtigungen durch Online-Unterricht und Co. hinnehmen.
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Braunschweig. Trotz erschwerter Bedingungen während der Corona-Pandemie haben Schulen bei der Benotung von Prüfungen nur die tatsächlich erbrachte Leistung zu bewerten. Dies ergibt sich aus einem aktuellen Beschluss des Verwaltungsgerichtes Braunschweig. Eine Schülerin hatte gegen ihre Realschule geklagt (Aktenzeichen 6 B 160/20).

Die Schülerin aus Peine hatte der Schule vorgeworfen, in Corona-Zeiten unzureichend unterrichtet, diese besonderen Umstände bei der Note der Abschlussprüfungen aber nicht berücksichtigt zu haben. Mit dem jetzt abgelehnten Eilantrag wollte sie einen höheren Abschluss als ihren Realschulabschluss erreichen. Die Schülerin kann gegen die Entscheidung beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg Beschwerde einlegen.

Schüler müssen Situation hinnehmen

Das Verwaltungsgericht befand, Schülerinnen und Schüler müssten die Beeinträchtigungen grundsätzlich hinnehmen, die sich in der Zeit der Prüfungsvorbereitung aus der Corona-Krise ergäben. Die betroffene Schule habe dabei rechtlich fehlerfrei agiert. Alle Schüler hätten sich „chancengleich“ auf die Prüfungen vorbereiten können. Den Angaben zufolge hatte die Schule sowohl vor als auch nach den Schulschließungen im März und April Präsenzunterricht angeboten. Während der Schließungen wurde online unterrichtet. Dadurch hätten Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit gehabt, sich mit den Lehrkräften „umfangreich“ auszutauschen.

Schülerin klagte zu spät

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Die Schule habe von den Schülern der Abschlussklassen ein gesteigertes Maß an Selbstdisziplin und Eigeninitiative beim Lernen in Corona-Zeiten fordern dürfen, erläuterte das Gericht. Für die Noten hätten die Lehrkräfte deshalb auch zu Recht nur die erbrachten Leistungen berücksichtigt. Die Schülerin hatte zudem nach Ansicht des Gerichts zu spät geklagt. Sie hätte bereits vor dem Beginn der Prüfungen die aus ihrer Sicht im Unterricht bestehenden Mängel rügen müssen, hieß es. Da sie diese jedoch erst nach der Zeugnisübergabe meldete, konnte sie sich nicht mehr darauf berufen.

RND/epd

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